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In der Saison 2009 holte Nick Heidfeld noch 19 Punkte für den Sauber-Rennstall © getty

Haug lässt durchblicken: Für Mercedes kommt der Mönchengladbacher offenbar selbst als dritter Mann kaum infrage.

Neuss - Den Kampf um das Stammcockpit im Silberpfeil hat Nick Heidfeld gegen Rekordweltmeister Michael Schumacher verloren.

Und eher unwahrscheinlich sind auch die Chancen des 32 Jahre alte Mönchengladbachers, als Ersatzfahrer noch zu Mercedes zurückzukehren.

Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, Heidfeld verhandele mit dem neuen Werksteam der Stuttgarter zumindest über den Posten als Ersatzmann für Michael Schumacher (Kerpen/41) und Nico Rosberg (Wiesbaden/24).

Norbert Haug Gespräche erklärte nun: "Es gibt lediglich grundsätzlichen Kontakt zu Nick - und diesen habe ich seit vielen Jahren". Echtes Interesse klingt anders.

Mercedes-Motorsportchef ergänzte: "Wir hatten mit Nick sowohl über Möglichkeiten bei McLaren-Mercedes als auch bei Mercedes Grand Prix gesprochen."

Haug: Keine Abmachungen

Weitere Abmachungen mit Heidfeld, "den - und dessen fahrerische Fähigkeiten - ich schätze" gebe es allerdings nicht, so Haug.

Zuletzt hatte auch Heidfelds bisheriges Team Sauber "Quick Nick" eine Absage erteilt, sodass dem Piloten erstmals nach zehn Jahren eine Saison ohne Formel 1 droht.

Der zweite Sauber-Fahrer neben dem Japaner Kamui Kobayashi werde "ein erfahrener Mann sein, der in seinem Bereich auch neue Impulse und neues Wissen in die Firma bringt", hatte Teamchef Peter Sauber in einem Interview gesagt - und erklärt, dass diese Charakterisierung gegen Heidfeld spreche.

Sauber heiß auf de la Rosa?

Angeblich soll Sauber am Spanier Pedro de la Rosa (38) interessiert sein, der in den letzten Jahren Testfahrer bei McLaren-Mercedes war. 180745(DIASHOW: Fahrer und Teams 2010)

Heidfeld, der einst als Mercedes-Junior von den Stuttgartern gefördert wurde und nach dem Gewinn des Formel-3000-Titels 1999 in der Saison 2000 bei Prost den Sprung in die Königklasse schaffte, hatte keinen Hehl daraus gemacht, dass er gerne im neuen Silberpfeil-Team der Stuttgarter gefahren wäre.

Mercedes entschied sich dann allerdings für Rückkehrer Schumacher als Partner von Rosberg.

Heidfeld übt sich in Zweckoptimismus

"Das ist sicher eine große Sache für die Formel 1, und ich wünsche Michael und Mercedes viel Glück. Diese Entscheidung betrifft mich direkt, da es dadurch einen sehr relevanten Platz weniger für nächstes Jahr gibt", schrieb Heidfeld am Dienstag auf seiner Homepage.

"Ich bin nicht naiv, wenn ich speziell nach den letzten Wochen sage, in der Formel 1 kann viel Unerwartetes passieren. Jetzt heißt es, nach vorne zu schauen und fokussiert an der bestmöglichen langfristigen Option für meine Zukunft in der Formel 1 zu arbeiten", so Heidfeld weiter.

"Ich werde weiter hart trainieren, Gespräche mit entsprechenden Entscheidern führen und meine Chance mit aller Kraft herausfordern." Er hoffe, "in den nächsten Wochen etwas Konkretes zu meinen Zukunftsplänen verkünden zu können".

Auch Renault und Toro Rosso suchen noch

Von den etablierten Team haben nur noch Renault und Toro Rosso jeweils ein Cockpit für die am 14. März in Bahrain beginnende Saison frei.

Bei Renault steht bislang nur Heidfelds bisheriger BMW-Sauber-Kollege Robert Kubica (Polen) als Fahrer für 2010 fest.

Toro Rosso, dessen Teamchef Franz Tost Heidfeld aus früheren gemeinsamen BMW-Zeiten kennt, hat bislang lediglich den Platz des Schweizers Sebastien Buemi bestätigt, weil es Probleme mit Sponsorenzahlungen für den jungen Spanier Jaime Alguersuari gibt.

Wer fährt neben Senna?

Einen offenen Platz neben dem Brasilianer Bruno Senna, dem Neffen des 1994 tödlich verunglückten dreimaligen Weltmeisters Ayrton Senna, hat noch das neue spanische Campos-Team, bei dem lange auch de la Rosa als Favorit galt.

Noch gar keinen Fahrer benannt hat Neueinsteiger USF1 aus den USA.

Als dritter Mann bei Mercedes könnte Heidfeld, der in bislang 168 Rennen vergeblich auf einen Sieg hoffte, einspringen, falls Schumachers Körper doch noch Nachwirkungen der schweren Nackenverletzung von einem Motorradunfall aus dem Februar 2009 zeigt.

Schaut Heidfeld in die Röhre?

Aus diesem Grund war im August Schumachers Comeback als Ersatz für den verletzten Ferrari-Piloten Felipe Massa geplatzt. Jetzt ist Schumacher allerdings überzeugt, dass diese Verletzung gut genug verheilt ist.

"Klipp und klar: Wir planen nicht den 'Ersatzmann' für Michael Schumacher, sondern werden - wie jedes andere Formel-1-Team auch - einen Test-und Reservefahrer verpflichten", sagte Haug.

Und weiter: "Wir stehen bei der Entscheidung aber keineswegs unter Zeitdruck."

Der Ersatzfahrer ist laut Haug nicht das fünfte Rad am Wagen: "Dafür ist seine Aufgabe bei Tests, im Simulator, bei technischen Briefings zur Fahrzeugweiterentwicklung sowie gegebenenfalls im Renneinsatz viel zu wichtig."

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