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Nicht mehr ganz in rot: Der neue Ferrari F 10 © getty

Mit der Präsentation des neuen F10 beginnt bei Ferrari eine neue Ära. Dabei setzt die Scuderia vor allem auf Schumis Angstgegner.

Maranello - Fünf "rote Göttinen" haben Michael Schumacher zum WM-Titel getragen, nun soll die Nachfolgerin dem Rekord-Weltmeister das Comeback in der Formel 1 verderben.

Voller Stolz präsentierte Ferrari am Donnerstag im Firmensitz Maranello seinen neuen Boliden F10, mit dem die Scuderia dem verlorenen Sohn Schumacher 2010 den Kampf ansagt. (Meldung: Unterwegs zum achten Oscar?)

"Diese Saison muss einen Wendepunkt darstellen", sagte Teamchef Stefano Domenicali vor dem Beginn der neuen Ära ohne Schumacher.

Ferrari will Glaubwürdigkeit zurück

Für Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo bedeutet der Start in die Post-Schumacher-Ära ebenfalls einen kompletten Neuanfang.

"Zum Glück ist 2009 vorbei", sagte er: "So eine schlechte Saison mit nur einem Sieg hatten wir zuletzt 2005. Daher ist es wichtig, dass wir unsere Glaubwürdigkeit wiederherstellen."

Schlanker und aggressiver sieht das neue Auto aus, das der Teamchef um 12.43 Uhr enthüllte, das berühmte Ferrari-Rot wird vorne und hinten von weißen Elementen abgerundet.

Jungfernfahrt verschoben

"Das rote Auto soll in dieser Saison immer vorne fahren", sagte der Brasilianer Felipe Massa, der die geplante Jungfernfahrt am Donnerstag in Fiorano wegen der widrigen Witterungsbedingungen zunächst auf Freitag verschieben musste.

Der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso, mit großen Hoffnungen von Renault verpflichtet, fügte hinzu: "Wir sind bereit für die große Herausforderung. Wir wollen dieses Auto zum Sieg fahren, damit die Ferrari-Fans überall auf der Welt stolz sind."

Für di Montezemolo ist Alonso "die richtige Wahl, er war bereits 2005 ein Thema für uns".

Di Montezemolo vermisst Schumi

Seinem Freund, der lebenden Ferrari-Legende Schumacher, trauert er aber weiter hinterher. "Sie wissen, ich mag Schumacher. Und es fällt mir schwer, mir ihn in einem anderen Auto vorzustellen", sagte di Montezemolo: "Aber jetzt ist er eben ein Konkurrent wie jeder andere."

Der 41-Jährige, der fast 14 Jahre lang als Pilot (1996 und 2006) und Berater (2006 bis Ende 2009) bei Ferrari unter Vertrag stand und nun bei Mercedes als Fahrer zurückkehrt, fühlt weiter große Zuneigung für Ferrari: "Ein Teil meines Herzens bleibt immer rot."

Ferrari hat Probleme ausgemerzt

Doch seine alte Liebe könnte 2010 einer seiner härtesten Konkurrenten im Kampf um den angestrebten WM-Titel werden. Die Probleme mit der Aerodynamik, 2009 das größte Manko bei Ferrari, sollen ausgemerzt sein.

Dabei hat sich Ferrari, das einzige Team, das seit 1950 ununterbrochen in der WM fährt, vor allem am Red-Bull-Team mit dem deutschen Vize-Weltmeister Sebastian Vettel orientiert.

So ist die Oberkante des Cockpits höher als bisher. Zudem hat der neue Bolide wie der Red Bull 2009 eine Mulde in der Nase und deutlich mehr weiße Elemente.

Alonso schickte Schumi in Rente

Ansonsten setzt Ferrari im Kampf gegen Schumacher vor allem auf dessen Angstgegner Alonso, der den Kerpener 2005 und 2006 bezwang und ihn so in die vorübergehende Rente schickte.

"Als Michael weggegangen ist, fehlte etwas in der Formel 1. Und mir fehlte die Motivation, meinen größten Rivalen zu schlagen", sagte der Spanier und plant nach drei enttäuschenden Jahren den nächsten Coup gegen den Rekord-Champion. 180745(DIASHOW: Teams und Fahrer 2010)

Massa kämpft gegen "böse Geister"

Sein Kollege Massa kämpft erst einmal gegen die bösen Geister seines tragischen und fast tödlichen Unfalls am 25. Juli in Budapest.

Schumacher bezeichnet ihn als "meinen kleinen Bruder", Massa sieht in dem Deutschen einen "sehr wichtigen Freund". Doch der Brasilianer, 2006 Schumachers Teamkollege, versichert auch: "Im Rennen ist Michael ein Rivale, den es zu schlagen gilt."

Harter, aber fairer Kampf

Teamchef Domenicali behauptet jedenfalls, Ferrari habe "die beste Mannschaft" und kündigte einen harten, aber fairen Kampf mit dem verlorenen Sohn an.

Die Scuderia sei Schumacher zu großem Dank verpflichtet "er uns aber auch. Deshalb denke ich, dass beide Seiten in der kommenden Saison fair und edel miteinander umgehen werden. Sein Verlust hat geschmerzt, aber wir dürfen nie vergessen, was Michael für uns geleistet hat."

Wiedergutmachung für 2009

Zudem ist Ferrari auf Wiedergutmachung aus. Im ersten Halbjahr 2009 wurde der damalige Team-Weltmeister vom späteren Champion Jenson Button und dem Brawn-Team wie alle Spitzenteams gedemüdigt.

Die sich abzeichnende Aufholjagd in der zweiten Hälfte wurde von Massas schwerem Unfall und der Lustlosigkeit des am Saisonende geschassten Kimi Räikkönen gebremst.

Vom 1. bis 3. Februar steigen für alle Teams die ersten offiziellen Tests in Valencia, die Saison beginnt am 14. März in Bahrain.

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