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Ken Anderson ist gleichzeitig Gründer und Besitzer des 2009 gegründeten USF1-Teams © getty

Das arg in Nöten steckende Neuling-Team plant Ungewöhnliches. Campos will mit neuem Chef noch die Kurve kriegen.

München - Das in finanziellen Problemen steckende USF1-Team würde gerne die ersten vier Rennen der Saison auslassen und erst am 9. Mai in Barcelona seinen Einstieg in die Formel 1 feiern.

Das erklärte Team-Mitbegründer Ken Anderson in einem Interview mit der "New York Times". (DATENCENTER: Die Saison 2010 im Überblick)

Dagegen scheint der ebenfalls strauchelnde Neuling Campos gerade noch rechtzeitig die Kurve zu bekommen und will mit Hilfe des neuen Teamchefs Colin Kolles mit zwei Autos beim Auftakt am 14. März in Bahrain in der Startaufstellung stehen. 180745(DIASHOW: Teams und Fahrer 2010)

"Alles ist möglich"

"Wir arbeiten daran, mit der FIA zu klären, wie viele Rennen wir auslassen können", berichtete Anderson über Gespräche mit dem Automobil-Weltverband:

"Im Idealfall könnten wir die ersten vier Rennen verpassen und dann in Barcelona einsteigen."

Anderson ist noch zuversichtlich, von der FIA Unterstützung zu erhalten.

"Alles ist möglich. Warum sollten sie uns einen Platz geben und uns dann bei den ersten Problemen gleich rauswerfen", sagte er: "Das ist definitiv nicht die Rückmeldung, die ich von ihnen erhalte. Sie wollen uns helfen und nicht loswerden."

Konsequenzen drohen

Über mögliche Konsequenzen beim Auslassen eines oder mehrerer Rennen hatte es zuletzt Diskussionen gegeben.

Zunächst hatte FIA-Präsident Jean Todt in Aussicht gestellt, dass ein Team bis zu drei Rennen ohne Strafe auslassen könne. Danach hatte die FIA klargestellt, dass der Franzose missverstanden worden sei, und jedes Auslassen eines Grand Prix ein Regelverstoß sei, ohne jedoch eine Strafe zu benennen.

Anderson hofft auf schnelle Entscheidung

Anderson hofft auf eine schnelle Rückmeldung vom Weltverband, weil davon auch Verhandlungen mit neuen Sponsoren abhingen:

"Wir haben einen Zeitplan. Wenn wir eine schnelle Enscheidung bekommen, können wir loslegen. Wenn es noch ein oder zwei Wochen dauert, wird es schwieriger."

Lopez zu Campos?

Zumal der bislang einzige Fahrer, der von der argentinischen Regierung mit mehreren Millionen Dollar unterstützte Jose Maria Lopez, schon mit Konkurrent Campos in Verbindung gebracht wird.

Dort soll nach der Übernahme der Mehrheitsanteile von Teamgründer Adrian Campos durch den spanischen Geschäftsmann Jose Ramon Carabante nun der Ingolstädter Zahnarzt Kolles den Wagen flott machen. 180745(DIASHOW: Villeneuve-Comeback bei Stefan?)

"Ich weiß nicht, wie uns das gelingen wird, und es ist mir auch egal, aber wir werden mit zwei Autos in der Startaufstellung haben", sagte der 43-Jährige, der schon Teamchef bei Midland, Spyker und Force India war und eigene Teams unter anderem in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft und bei den 24 Stunden von Le Mans einsetzt.

Bisher nur Senna unter Vertrag

Bislang hat das vom früheren Formel-1-Piloten Adrian Campos gegründete Team lediglich den Brasilianer Bruno Senna, den Neffen des 1994 tödlich verunglückten dreimaligen Weltmeisters Ayrton Senna, als Fahrer unter Vertrag.

Kolles sucht jetzt nach Piloten, die auch Geld mit ins Team bringen würden.

Die beiden anderen Neulinge, das Virgin-Team mit Timo Glock und Lotus, sind bereits mit ihren Autos auf der Teststrecke unterwegs, belegten aber am Samstag die beiden letzten Plätze.

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