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Lewis Hamilton gewann mit McLaren-Mercedes 2008 den WM-Titel © getty

Für den Briten sind die Boliden meilenweit im Vorteil. Gerüchte um die Bodenfreiheit von Vettels Wagen heizen die Diskussionen an.

Von Jessica Pulter

München - Die Diskussionen um Red Bull gehen in die nächste Runde. Nachdem der Rennstall von der FIA das Okay bekam, seinen Renault-Motor nachbessern zu dürfen, scheint die Konkurrenz deutlich machen zu wollen, dass dies gar nicht nötig ist.

McLaren-Pilot Lewis Hamilton sieht die Boliden von Sebastian Vettel und Mark Webber weit vorne.

"Der Red Bull ist um so viel schneller als alle anderen Autos, dass es lächerlich ist, einfach verrückt", erklärte Hamilton und konterte damit Expertenmeinungen, die zumindest Ferrari in Bahrain in Schlagdistanz gesehen hatten.

"Sie haben mit Abstand das schnellste Auto, und ich denke, dass sie meistens ziemlich weit vor uns sein werden."

Großer Vorteil durch den Anpressdruck

Zwar kritisierte der Brite die Entscheidung der FIA für die Nachbesserungen an den Renault-Motoren nicht, doch ein bisschen Neid kommt auch beim ehemaligen Weltmeister auf.

"Red Bull hatte schon im Vorjahr phasenweise doppelt so viel Anpressdruck wie wir. Sogar am Jahresende lagen sie noch weit vor uns, obwohl wir ein paar Grands Prix gewinnen konnten", meinte Hamilton weiter.

Ferrari fehlt halbe Sekunde?

Auch wenn die Ferrari beim Grand Prix in Bahrain einen Doppelsieg feierten, sieht der McLaren-Pilot Red Bull in der Favoritenrolle für die Saison.(SERVICE: Das Rennergebnis)

"Fernando Alonso war sehr schnell im Rennen, und Ferrari ist offensichtlich näher dran als wir, aber auch denen fehlt gut eine halbe Sekunde", sagte der 25-Jährige.

Defekt wirft Vettel zurück

Red Bull lag mit Vettel beim Bahrain-GP aussichtsreich auf Platz eins im Rennen, bevor wohl eine defekte Zündkerze den Deutschen bremste und bis auf Platz vier noch hinter Hamilton zurückfallen ließ.(213022DIASHOW: Bilder des Bahrain-Rennens).

Der ehemalige McLaren-Teamchef Ron Dennis hält allerdings ein elektronisches Problem für den Grund der langsameren Rundenzeiten von Vettel.

So soll laut Dennis die elektronische Steuerung auf ein konservatives Programm umgeschaltet haben, um Benzin zu sparen.

Designproblem bei Red Bull?

"Das Problem des Red Bull könnte ein Designproblem sein. Entweder er hat einen zu kleinen Tank oder der Verbrauch ist höher als erwartet", so Dennis im "Express".

Dagegen spricht allerdings die Analyse von Williams' Technischem Direktor Sam Michael.

"Die Red-Bull-Autos haben das Rennen in Bahrain mit ungefähr zehn Kilogramm weniger Sprit begonnen als die beiden Ferrari. In den ersten Runden dürfte das auf der verlängerten Schleife von Bahrain einen Vorteil von fast 0,4 Sekunden pro Umlauf bedeutet haben", erklärte Michael gegenüber der "BBC".

Bodenfreiheit in der Diskussion

Andere Gerüchte lassen eine Steuerung im Red Bull vermuten, die die Bodenfreiheit während der Fahrt und mit unterschiedlichen Benzinmengen anpassen kann.

Auch wenn Red Bull die Existenz eines solchen Mechanismus' dementiert, durch die Nachbesserungen der Renault-Motoren werden die Diskussionen um den Boliden auch vor dem Großen Preis von Australien am nächsten Sonntag (Qualifying, Sa. ab 6.45 Uhr LIVE) nicht abklingen.

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