vergrößernverkleinern
Nico Rosberg liegt mit 35 Zählern auf Platz vier der Fahrer-WM © getty

Nico Rosberg beschert dem Mercedes-Team in Malaysia ein historisches Resultat - und tritt krank aus Schumachers langem Schatten.

Kuala Lumpur - Als sich Nico Rosberg im Glutofen Kuala Lumpur mit letzter Kraft zur Siegerehrung quälte, waren die Strapazen für einen Augenblick vergessen.

Mit einer fehlerfreien Vorstellung bescherte der 24-Jährige den Silberpfeilen das erste Podium seit der werksseitigen Formel-1-Rückkehr von Mercedes nach 55 Jahren. (BERICHT: Vettel siegt in Malaysia)

Was die wenigsten wussten: Rosberg war bei Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius im Cockpit gesundheitlich schwer angeschlagen in das dritte Saisonrennen gegangen. (DATENCENTER: Das Rennergebnis)

Rosberg beißt sich durch

"Mir ging es beschissen", sagte der völlig nassgeschwitzte Mercedes-Pilot. Rosberg plagten starke Magenprobleme, doch an einen Startverzicht dachte der Blondschopf nicht: "Ich war an diesem Wochenende leider recht krank. Deshalb war es ein sehr anstrengendes Rennen für mich, aber es war trotzdem okay." (220861Die Bilder des Rennens)

Rosberg biss sich durch und wurde mit dem dritten Platz belohnt. Er ist dadurch nicht nur mittendrin im Titelrennen, sondern plötzlich auch die Nummer eins im Team. 35 Punkte hat Rosberg jetzt auf seinem Konto, mit nur vier Zählern Rückstand auf den neuen WM-Spitzenreiter Felipe Massa (Brasilien/Ferrari) belegt er den fünften Rang in der WM-Wertung. (DATENCENTER: Der WM-Stand)

3:0 im Qualifying

Damit liegt er klar vor seinem berühmten Teamkollegen Michael Schumacher, den eine fehlende Radmutter nach nur zehn Runden zur Aufgabe zwang. (INTERVIEW: "Bin voll im Plan")

Nicht nur im Rennen, auch in allen drei Qualifyings war Rosberg schneller als Schumacher, worauf er natürlich mächtig stolz ist, auch wenn er das nicht an die große Glocke hängt.

Rosberg macht seinem erfahrenen Teamkollegen sogar Mut und lobt den 41-Jährigen Schumacher in den höchsten Tönen. "Ich habe den stärksten Teamkollegen der gesamten Formel 1. Wenn ich am Ende auf Augenhöhe bin, wäre das ein Erfolg", sagte Rosberg im Gespräch mit der "Bild"-Zeitung. (Rosberg redet Schumi stark)

Zweimal Platz fünf

Für Rosberg war Malaysia ein "Schritt in die richtige Richtung, mehr nicht". Der 24-Jährige weiß, dass er ohne die Probleme von Ferrari und McLaren aus eigener Kraft wohl kaum den Sprung aufs Treppchen geschafft hätte.

"Wir müssen auf jeden Fall noch ein paar Zehntelsekunden aufholen. Das wird nicht einfach, aber ich glaube daran, dass wir das schaffen können", sagte der Mercedes-Pilot, der in den ersten beiden Saisonläufen in Bahrain und Australien jeweils Fünfter geworden war.

Lob von Haug

"Nico darf sich wie ein Sieger fühlen. Das ist das, was mit unserem Auto im besten Fall möglich ist, und das hat er gemacht", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug, der sich ein Gläschen Champagner nach dem ersten Podestplatz gönnte.

"Wir sind zum ersten Mal aus der ersten Startreihe losgefahren, und wir haben zum ersten Mal auf dem Podium gestanden. Da kann man schon kurz innehalten, denn das ist ein historischer Moment in der Geschichte der neuen Silberpfeile", sagte Haug stolz.

Knistern im Auto

Gegen Rennende hatte Rosberg dennoch ein mulmiges Gefühl, und das lag nicht an seinem Magen.

Er habe in den Silberpfeil reingehört, das Auto habe in den letzten zehn Runden laut Rosberg "irgendwie geknistert. Und das ist dann kein gutes Gefühl, denn du denkst: Wenn jetzt etwas kaputt geht, das wäre eine Katastrophe." Zumal ihm Schumachers Malheur mit der Radmutter sofort durch den Kopf schoss.

Fehler beim Start

Aber der Silberpfeil hielt, und Rosberg rettete sich über die Runden.

Mehr als Platz drei war für ihn an diesem Tag ohnehin nicht drin, das wusste der Mercedes-Pilot schon nach wenigen hundert Metern. Vettel flog im Red Bull vorbei und verdrängte Rosberg auf Position drei. Da sei er selber schuld gewesen, sagte der 24-Jährige: "Ich habe einfach zu viel gewollt, bin zu früh aufs Gas gegangen, und die Hinterräder haben durchgedreht. Das war der Moment, in dem ich verloren habe."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel