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Nico Hülkenberg testete bereits 2008 und 2009 für Williams © imago

Nico Hülkenberg kassiert Lob für seinen ersten Punkt, Teamchef Frank Williams "erstarrt aber nicht vor Ehrfurcht".

Von Julian Meißner

München - GP2-Champion Nico Hülkenberg ist nach seinem Aufstieg in die Königsklasse beim dritten Saisonrennen in Malaysia endgültig in der Formel 1 angekommen.

Platz fünf im Qualifying erobert, mit etwas Glück Platz zehn und damit einen Zähler im Rennen ergattert - für den 22-Jährigen aus Emmerich war es das beste Wochenende seiner noch jungen Karriere beim Traditionsrennstall Williams.

"Er ist ein Tiger. Wir glauben, dass er ein überragender Pilot ist", lobte Teamchef Sir Frank Williams: "Er wurde während des Rennwochenendes immer schneller und hat im Rennen hart gekämpft."

Allerdings schränkte das Formel-1-Urgestein ein: "Dass wir wegen Nicos Leistung vor Ehrfurcht erstarrt waren, kann man nicht gerade sagen."

Michael macht Mut

Technikchef Sam Michael meinte zu Hülkenbergs Performance in Sepang: "Nico hat einen guten Schritt nach vorn gemacht. Bei ihm hatte natürlich Priorität, eine komplette Renndistanz zu absolvieren. Mit seinem starken Qualifying-Ergebnis hatte er eine bessere Ausgangslage als in Bahrain oder Australien. Es wird ihn sicher nicht zufriedenstellen, dass er nur einen Punkt geholt hat, aber es geht in die richtige Richtung."

"Hülki" pflichtete seinem Vorgesetzten bei: "Es überwiegt der Ärger, dass ich einen Platz an Jaime Alguersuari verloren habe", meinte Hülkenberg, der den mangelnden Speed seines Boliden anführte.

Williams enttäuscht

Teamchef Williams war - trotz des Lobes für Hülkenberg - mit dem Auftritt seiner Privat-Crew in Malaysia nicht zufrieden.

"Ich war enttäuscht von unserer Leistung", sagte der 69-Jährige: "Wir haben uns mehr erwartet, da wir mit beiden Autos in den Top Ten gestartet sind. Leider haben uns einige technische Probleme erstmals davon abgehalten, unser Potenzial zu zeigen."

Lenkrad-Problem bei Hülkenberg

Bei Hülkenberg war es ein Defekt am Lenkrad, der ihn früh zu einem Boxenstopp zwang, Rubens Barrichellos Taktik wurde umgestellt, weil der Routinier aus Brasilien im Verkehr festhing.

"Beide hatten einen schlechten Start", kritisierte Michael: "Das ist etwas, was wir in den Griff bekommen müssen. Denn in diesem Bereich waren wir in der Vergangenheit wirklich stark. In Schanghai werden wir das intensiv trainieren."

Wirbel um Barrichello

Barrichello sorgte nach dem Rennen für zusätzliche Negativschlagzeilen, weil er sein Auto, den FW32, angeblich als Schrott bezeichnet haben soll.

"Rubinho" erklärte jedoch, es habe sich um ein Missverständnis gehandelt. Er habe lediglich mit seinem Landsmann Lucas di Grassi vom Virgin-Rennstall ein Späßchen über ihre unterlegenen Boliden gemacht.

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