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Jenson Button genoss 2001 und 2002 das süße Leben in vollen Zügen © imago

Jenson Button hat eingeräumt, dass ihn das süße Leben fast die Karriere gekostet habe. Inzwischen habe er sich völlig verändert.

Von Marc Ellerich

München - Im Moment genießt Jenson Button seine Erfolge in vollen Zügen. Weltmeister, derzeit der Führende im WM-Rennen, zweimaliger Grand-Prix-Sieger allein in diesem Jahr. (HINTERGRUND: Reifenflüsterer straft die Kritiker Lügen)

"Ich habe im Moment die beste Zeit meines Leben", teilte der englische Star nach seinem jüngsten Grand-Prix-Sieg den Journalisten auf dem Shanghai International Circuit mit: "Das könnt ihr ruhig so groß abdrucken wie ihr wollt, einfach weil es stimmt."

Dabei hätte nicht viel gefehlt und Jenson Button hätte sich vor lauter Lebenslust die Karriere ruiniert. Das hat der McLaren-Weltmeister in einem Interview mit der englischen Zeitung "Daily Mirror" eingeräumt. (229973DIASHOW: Rosberg überstrahlt erstes Viertel)

"Jeder hat harte Zeiten in seinem Leben, ich auch", sagte er in dem Gespräch: "Bei mir war das 2001. Vieles war meine Schuld und die Schuld der Leute, die um mich herum waren."

Yacht voller Bikini-Girls

Schon bei seinem Einstieg in die Formel 1 ein Jahr zuvor beim BMW-Williams-Team galt Button als großes Talent und künftiger Siegfahrer. Dieser Ruf stieg dem Mann aus Frome offenbar schnell zu Kopf.

Denn nach seinem Wechsel 2001 zu Benetton-Renault fiel der Youngster nicht durch Siege auf, sondern durch ein zügelloses Playboy-Leben. Legendär ist die Begebenheit, als Button anlässlich des Grand Prix in Monaco seine millionenteure Segelyacht samt einer Horde Bikini-Mädchen im Hafen von Monte Carlo anlegen ließ. (164891DIASHOW: Button und die Frauen)

Von Briatore gefeuert

Buttons Jet-Set-Leben blieb nicht folgenlos: Teamchef Flavio Briatore, selbst kein Kostverächter, feuerte den Piloten nach zwei Jahren.

"Er war jung, hatte zuviel Ablenkung und zu viele Ratgeber", erinnerte sich der Italiener an das Button-Szenario: "Die Medien haben ihm erzählt, dass er perfekt ist und er hat das geglaubt."

Doch so funktioniere die Formel 1 nicht. "Du musst Leidenschaft für die Aufgabe haben", sagte Briatore: "Statt Zeit mit den Ingenieuren an der Strecke zu verbringen, ist er losgezogen, um sein Foto in irgendeinem Lifestyle-Magazin unterzubringen."

Zeit mit den Ingenieuren

Button hat das mittlerweile längst begriffen. "Es war mein Fehler. Ich habe daraus gelernt, inzwischen bin ich das genaue Gegenteil von damals."

Der Engländer erinnert sich: "Als ich in die Formel 1 kam gab es so viele Dinge, über die ich nichts wusste. Ich dachte, ich kann um die Probleme herumfahren und muss nicht daran arbeiten."

Inzwischen wisse er dass die Arbeit mit den Ingenieuren essentiell sei. "Die Formel 1 ist nicht der Ort, um zu lernen, aber ich habe es getan. Man muss am Auto arbeiten, um es sich zu eigen zu machen. Du musst an deiner Fitness arbeiten."

Tattoo auf dem Unterarm

Nachdem Button seine Papiere von Briatore bekommen hatte, feuerte er als erstes sein Management. Der Beginn eines Lernprozesses. Das Ende ist bekannt.

Button wird durch eine Tätowierung an seine wilden Tage erinnert. "Nummer eins" steht auf seinem rechten Unterarm. Es hat lange gedauert, bis er sich die Zeichnung wirklich verdient hatte.

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