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Willi Weber entdeckte Michael Schumacher 1988 auf dem Salzburg-Ring © imago

Während Willi Weber enttäuscht ist und eine Schumi-Müdigkeit beklagt, gibt sich der Mercedes-Star vor Barcelona kämpferisch.

München - Manager Willi Weber spürt bei den Fans eine "gewisse Schumi-Müdigkeit", aber Michael Schumacher denkt noch lange nicht ans Aufgeben. (Schumi: Mir fehlt Erfahrung)

"Ich bin noch jung genug und ich habe es noch drauf", sagte der schwach in die Saison gestartete Rekord-Weltmeister vor dem Großen Preis von Spanien der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Aber ewig wird das nicht so sein. Ich gehe davon aus, dass ich erkenne, wann es nicht mehr reicht. Und zwar bevor ich in die Situation komme."

In den ersten vier Rennen nach dem Comeback war Schumacher mit insgesamt zehn WM-Punkten nur hinterhergefahren, bisher stand er klar im Schatten seines 17 Jahre jüngeren Teamkollegen Nico Rosberg. Das Rennen in Barcelona wird von einigen schon als "letzte Chance" für Schumacher bezeichnet, doch Rosberg glaubt an Großtaten des in Spanien schon sechsmal siegreichen Kollegen.

50681(DIASHOW: Schumachers Karriere in Bildern)

"Ich erwarte, dass er in den nächsten Rennen stark zurückkommen wird. Er holt in allen Bereichen außerhalb des Fahrens viel mehr raus als die Fahrer, die ich kenne", sagte Rosberg der "autor, motor und sport". Auch Williams-Pilot Nico Hülkenberg forderte die Öffentlichkeit auf, dem Routinier mehr Zeit zu geben: "Mindestens bis Mitte des Jahres. So schlecht sind seine Leistungen doch gar nicht."

"Wie Mitte 20"

Das Rennen in Barcelona wird von einigen schon als "letzte Chance" für Schumacher bezeichnet, aber der 41-Jährige spürt trotz aller Kritik keinen Altersunterschied zu den jungen Wilden. "Als Kind habe ich einen Vierzigjährigen für einen alten Sack gehalten", sagte Schumacher der "FAZ". Jetzt hat der "alte Sack" in der Formel 1 seinen Jungbrunnen gefunden: "Ich fühle mich so, als sei ich Mitte 20."

Allerdings sehen das zumindest die Sponsoren skeptisch, denn selbst für Willi Weber ist der 22 Jahre junge Sebastian Vettel "der neue Schumi": Es gibt eine gewisse Schumi-Müdigkeit. Die Leute denken: Um Gottes Willen, wo fährt der denn rum?". (Spott-Regen über Schumi)

Weber skeptisch

Das Geschäft mit Schumacher laufe nicht so gut wie früher, weil sich die Leute dran gewöhnt hätten, dass es "ihn nicht mehr gibt."Es ist leichter, eine 50 Jahre alte Jungfrau zu finden als Sponsoren für die Formel 1", sagte Weber der "Bild".

Sportlich rechnet Weber nicht mehr einer schnellen Wende. "Es müsste schon ein Wunder passieren, wenn Michael dieses Jahr noch um die WM fährt. Ich denke, es dauert bis 2011, bis er das Team im Griff hat. Lügen wir uns nicht in die Tasche: Es ist unwahrscheinlich, dass Mercedes die Lücke am Sonntag in Barcelona schon zufährt. Wenn alles normal läuft, fährt Vettel im Red Bull auf der Strecke alle in Grund und Boden."

0,7 Sekunden zurück

Schumacher hofft beim Europa-Auftakt in Barcelona dagegen auf sein neues Auto, das neben einem neuen Aerodynamik-Paket und einem verlängerten Radstand auch ein neues Chassis bekommt. "Es hat sehr viel Potenzial. In Barcelona werden wir einen Schritt sehen. Dann sollten weitere folgen", sagte der Wahl-Schweizer.

Der Rückstand von Schumacher zu den Schnellsten beträgt derzeit mindestens 0,7 Sekunden, trotzdem glaubt der Routinier die Lücke schließen zu können: "Zur Saisonmitte wird vieles von dem vorhanden sein, was wir gerne hätten. Das sieht ganz gut für uns aus."

Lob für Rosberg

Durch seine drei Jahre Pause sei er derzeit in bestimmten Bereichen ein Lehrling und hinterfrage sich ständig selbst: "Man kann sich mit dem Fahrstil anpassen. Das analysiere ich sehr stark und sehe Möglichkeiten, mich zu verbessern."

Schumacher lobte ausdrücklich seinen Teamkollegen Nico Rosberg, der mit 50 Zählern auf WM-Platz zwei nur zehn Punkte hinter Weltmeister Jenson Button liegt. "Nico macht einen super Job. Er hat sehr konstante, perfekte Leistungen abgerufen. Aber das belastet mich nicht", sagte Schumacher.

"Ich sehe den wirklichen Trend"

Er habe nicht das Gefühl, im Team unter einem internen Druck zu stehen: "Ich sehe den wirklichen Trend, eine stetige Steigerung. Ich bin selbstbewusst genug, zu wissen, dass ich dort hinkommen werde, wo ich hinkommen will."

Auch Weber glaubt, dass sein Schützling "zurückkommen wird, auch wenn es vielleicht länger dauert." Schließlich besitzt er einen Dreijahresvertrag bei Mercedes, dessen Verlängerung der "ewige Schumi" nicht ausschließt: "Es ist viel zu früh, darüber nachzudenken. Aber das Team hat mir das offen gelassen. Und ich lasse es mir auch offen."

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