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In Deckung: Timo Glock wird in Monaco seinen 41. Grand Prix bestreiten © imago

Virgin-Pilot Timo Glock graut es vor den engen Straßenschluchten beim Monaco-GP. Sein Primärziel: "Niemandem im Weg stehen."

Von Julian Meißner

München - Timo Glock hatte am vergangenen Wochenende beim Spanien-Grand-Prix in Barcelona eigentlich Grund zur Freude.

Der Virgin-Pilot feierte die erste Zielankunft, seit er beim britischen Neuling angedockt hat, auch sein Teamkollege Lucas di Grassi sah die schwarz-weiß karierte Flagge.

Teamchef John Booth sprach von einem "Meilenstein" für die Crew des britischen Milliardärs Richard Branson.

Nun ist Platz 18 nicht das Höchste der Gefühle, doch in den vier Rennen zuvor war jeweils aufgrund streikender Technik vorzeitig Schluss gewesen für Glock.

Blaue Flaggen überall

Der Deutsche sieht nach der ersten komplett absolvierten Renndistanz der Saison jedoch keinen Grund, sich auf das folgende Rennen in Monte Carlo (Freies Training, Do., 10 Uhr live im TICKER und im TV auf SPORT1) zu freuen.

"Monaco wird eine Katastrophe", sagte der Wersauer angesichts des unterlegenen Speeds seines Autos im Interview mit "Motorsport-Total.com": "Das habe ich schon in Barcelona gemerkt, denn dort hatte ich im Rennen nur 15 freie Runden - der Rest war überfüllt mit blauen Flaggen. Da muss man nur noch gucken, dass man niemandem im Weg steht."

Fahrer-Strecke Monaco

Enge Straßenschluchten, Fokus auf den Rückspiegel, an eigene Überholmanöver ist nicht zu denken - obwohl Monaco als Fahrer-Strecke gilt, wo der Pilot mit seinem Können den Unterschied ausmachen kann.

Glock ist skeptisch: "Wir tun uns in langsamen und mittelschnellen Kurven schwer. Deswegen bin ich mir nicht sicher, ob wir dort gut sein werden."

Lotus und Hispania als Messlatte

Bislang war Virgin Racing von dem Ziel, im Kampf mit Lotus und Hispania das Beste der neuen Teams zu sein, meilenweit entfernt. In Spanien kamen Glock und di Grassi mit drei, respektive vier Runden Rückstand als Letzte des Feldes ins Ziel.

Schon zu Saisonstart hatte Virgin für Schmunzeln bei der Konkurrenz gesorgt, da man die Tankkapazität des komplett am Computer konstruierten Boliden falsch berechnet hatte.

Tanksystem unter Kontrolle

Da der Verbauch des Cosworth-Motors zu hoch und der Tank zu klein ist, mussten Glock und di Grassi beim zweiten Rennen in Melbourne Benzin sparen, um über die Runden zu kommen.

"Wir haben jetzt das komplette Tanksystem unter Kontrolle. Das ist ein Fortschritt", lobte Glock nach dem Europaauftakt in Barcelona, bei dem alle Teams ihre ersten größeren Update-Pakete an den Start brachten.

Bei Virgin nicht mit dem gewünschten Erfolg, wie Glock zugeben musste: "Die aerodynamischen Änderungen haben nicht so funktioniert, wie wir es uns erhofft hatten. Das war nicht wirklich positiv."

Jammern hilft nicht

Nach den zwei Jahren beim Krösus Toyota, in denen Glock es insgesamt dreimal aufs Podium schaffte, ist nun also wieder Basisarbeit angesagt.

"Die Situation ist schwierig, aber sie ist eben, wie sie ist", sagt Glock, Spitzname "Kampfdackel": "Es bringt ja nichts, wenn ich jammere. Ich muss weitermachen und darf mich nicht unterkriegen lassen."

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