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Für Michael Schumacher ist es nun das zweite Saisonrennen ohne WM-Punkte © imago

Das spektakuläre Manöver gegen Alonso hat ein Nachspiel. Die Rennkommissare verhängen eine Strafe, weshalb Schumacher sechs Plätze verliert.

Monte Carlo - Michael Schumacher hat seinen sechsten Platz beim Großen Preis von Monaco nachträglich verloren.

Die Rennkommissare entschieden, dass Schumachers Überholmanöver in der letzten Runde gegen Fernando Alonso unter Safety-Car-Bedingungen nicht erlaubt war und verhängten gegen ihn eine Durchfahrtstrafe, die nach Rennende automatisch in eine Zeitstrafe von 20 Sekunden umgewandelt wurde.

Damit fiel der Mercedes-Pilot auf den zwölften Platz zurück.

Ferrari-Pilot Alonso rückte auf Rang sechs vor, Schumachers Teamkollege Nico Rosberg wurde Siebter, Adrian Sutil im Force India kletterte auf Position acht. (DATENCENTER: Der Monaco-GP)

Die Mercedes-GP-Teamleitung kündigte jedoch umgehend an, Berufung einzulegen.

Manöver kurz vor Schluss

Regelkonform oder nicht: Die letzte Aktion des Großen Preises von Monaco hat bei allen Beteiligten für viel Diskussionen gesorgt.

Was war passiert? Kurz vor Schluss gab es die vierte Safety-Car-Phase des Rennens, doch damit die Formel-1-Boliden nicht hinter dem langsamen Sicherheitsfahrzeug durchs Ziel fahren mussten, kam der Wagen in der letzten Runde zurück in die Box.237749(DIASHOW: Das Rennen)

Mercedes-Pilot Schumacher nutzte das langsame Tempo und die letzte enge Kurve aus, um zu beschleunigen und kurz vor dem Ziel noch an Alonso vorbeizuziehen.

Schumacher kam so als Sechster ins Ziel, Alonso wurde Siebter. Die Teams stritten nun, ob es dem Deutschen erlaubt war, noch zu überholen oder nicht.

"Alonso hat geschlafen"

Mercedes-Teamchef Ross Brawn war sich kurz nach dem Rennen sehr sicher, dass das Überholmanöver korrekt war.

"Fernando Alonso hat einfach geschlafen, und wir haben das ausgenutzt", meinte Brawn. "Man hat es an der Reaktion der anderen Fahrer gesehen. Die wären sonst auch Richtung Ziel getrottet, aber alle anderen haben Gas gegeben."

Die Rennkommission entschied aber gegen den siebenmaligen Weltmeister, verhängte die 20-Sekunden-Strafe, sodass Schumacher mit Platz zwölf sogar aus den Punkterängen fiel.

Brawn bestätigt Berufung

"Wir waren der Meinung, dass das Rennen wieder freigegeben war und nicht hinter dem Safety Car zu Ende gehen würde - dann hätte Paragraph 40.13 gegolten. Der Grund für das Safety Car war nicht mehr vorhanden, die FIA hatte 'Safety Car kommt diese Runde herein' schon früh in Runde 78 mitgeteilt und die Strecke war von der Rennleitung für frei erklärt worden", erklärte Brawn später in einer Pressemitteilung:

"Das wurde auch durch die grünen Flaggen der Streckenposten und durch das grüne Licht hinter der Safety Car Linie eins verdeutlicht."

Brawn weiter: "Bei früheren Rennen, die hinter dem Safety Car beendet worden waren, wurde um die ganze Strecke gelb gezeigt, wie 2009 in Melbourne. Deshalb sagten wir unseren Fahrern auf der letzten Runde, sie sollten bis zur Ziellinie voll fahren. Michael überholte Fernando und übernahm Platz sechs. Gegen die Entscheidung der Sportkommissare haben wir Berufung eingelegt."

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