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Michael Schumacher liegt mit 34 WM-Punkten auf Platz neun © getty

Der Rekord-Weltmeister schreibt den achten Titelgewinn ab - zumindest für 2010. Ab sofort gehe es darum, 2011 vorzubereiten.

Von Marc Ellerich

München - Rekord-Champion Michael Schumacher hat den Gewinn des achten Weltmeister-Titels in der laufenden Saison abgeschrieben.

Auf einer Pressekonferenz im Vorfeld des Kanada-Grand-Prix (So. ab 17.45 Uhr LIVE im TICKER) sagte der Mercedes-Star, der in diesem Jahr nach einer dreijährigen Pause sein Comeback gegeben hatte: "Ich für meinen Teil glaube nicht, dass ich in der Lage bin, die Meisterschaft zu gewinnen. Es geht mehr um Aufbauarbeit und darum, die Dinge für das nächste Jahr und danach zu organisieren."

Der Formel-1-Titel sei weiterhin sein Ziel, bekräftigte der 41-Jährige wie schon desöfteren zuvor: "Doch du kommst an einen Punkt, an dem du verstehst, dass dein Paket eben so ist wie es ist. Von da an bestreitest du einen gewissen Entwicklungsprozess, und dass ist es, was wir gerade tun."

Mit seinen Äußerungen stellte sich der Superstar der Königsklasse gegen Äußerungen seines Teamchefs Ross Brawn, der Mercedes GP "absolut in Reichweite" zum Referenz-Team Red Bull wähnte.

Eine minimale Chance sieht Schumacher aber offenbar dennoch: "Man kann nie wissen, das Jahr ist noch lang und es sind viele Punkte zu vergeben."

Schlechtestes Quali-Ergebnis

Passend zur finsteren Bewertung der Gesamtsituation fuhr Schumacher in Montreal mit Platz 13 sein schlechtestes Qualifying-Ergebnis ein und war danach ratlos: "Die ersten Zehn waren das oberste Ziel, das war heute aus irgendwelchen Gründen nicht möglich."

Er habe noch "keine Idee", woran es gelegen habe, sagte der sichtlich enttäuschte Rekord-Weltmeister nach der Zeitenjagd, in der sein Stallgefährte Nico Rosberg es immerhin auf Rang zehn schaffte.

"Derzeit nicht in der Lage"

Einer Podiumsplatzierung nach seinen vierten Plätzen in Spanien und der Türkei räumte Schumacher keine sonderlich hohe Bedeutung ein. "Ob ich ein weiteres Podium hole oder nicht, ändert an meiner Statistik gar nichts", sagte er.

Wichtiger sei vielmehr, eine Top-Platzierung aus eigener Kraft zu schaffen: "Und derzeit sind wir dazu nicht in der Lage." Den vierten Platz in Istanbul habe er durch den Ausfall Vettels geschenkt bekommen.

"Es braucht Zeit"

"Aus Teamsicht sind wir derzeit Dritte und müssen wirklich arbeiten", appellierte der 91-malige Grand-Prix-Sieger an seinen Rennstall: "Das tun wir, damit wir aus eigener Kraft auf das Podium fahren und Rennen gewinnen können. Das ist es, was wir wollen und was wir schaffen können. Aber es braucht Zeit." (DATENCENTER: Der WM-Stand)

Seinem Team bescheinigte Schumacher gleichwohl gute Fortschritte: "Wir haben im Moment nicht das Paket, um ganz vorne dabei zu sein. Aber ich sehe, wie wir uns entwickeln, das ist sehr gut."

Ein besonderes Lob richtete er an seinen 17 Jahre jüngeren Teamkollegen, der in Malaysia und China jeweils den dritten Platz belegt hatte.

"Nico Rosberg hat einen fantastischen Job gemacht, als er die Podiumsplätze geholt hat", sagte Schumacher.

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