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Michael Schumacher (r.) belegte beim Kanada-Grand-Prix Platz elf © getty

Michael Schumacher erlebt in Kanada ein schwarzes Wochenende. Der deutsche Mercedes-Star erlebt nur einen Lichtblick.

Von Marc Ellerich

München - Einen Lichtblick hielt das kanadische Rennwochenende für Michael Schumacher dann doch noch bereit - wenn auch weit weg im fernen Südafrika.

Der Mercedes-Star begeisterte sich am Sieg der deutschen Elf gegen den ersten WM-Gegner Australien. "Das war ein Superspiel der deutschen Mannschaft, das war super anzuschauen."

Für Schumacher blieb das Fußballspiel einer der seltenen Höhepunkte an einem ansonsten tiefschwarzen Wochenende. (248977Bilder)

Am Samstag verhagelte Platz 13 im Qualifying die bis dato so ansteckend gute Laune des deutschen Rekord-Weltmeisters. Und auch der Grand Prix am Sonntag hielt für den 41 Jahre alten Superstar der PS-Liga durchaus Demütigungen bereit. (DATENCENTER: Rennergebnis)

Demütigungen am Sonntag

Erst wurde Schumacher im letzten Drittel des Rennens überrundet. Kurz darauf wurde er vom Schweizer Toro-Rosso-Piloten Sebastien Buemi, dann, in der letzten Runde, vom Force-India-Duo Vitantonio Liuzzi und Adrian Sutil überholt.

Das Ziel erreichte der siebenmalige Weltmeister als Elfter ohne einen einzigen WM-Punkt. "Wir haben heute mit stumpfen Waffen gekämpft", hakte Schumacher den bitteren Kanada-Grand-Prix ab. (BERICHT: Doppelsieg für McLaren)

"Alles sah vielversprechend aus"

Dabei sah es am Sonntag anfangs gar nicht einmal schlecht für den Deutschen aus. Mit einem furiosen Start machte Schumi satte zehn Positionen gut und kam als Dritter zum ersten Reifenwechsel.

"Am Start lief alles großartig. Alles sah sehr vielversprechend aus", berichtete Schumacher anschließend. "Michael sah in der Anfangsphase stark aus", fand auch Mercedes-Teamchef Ross Brawn.

Platten am Vorderreifen

Dann jedoch nahm das Verhängnis seinen Lauf. In Runde 13 geriet er mit Renault-Pilot Robert Kubica aneinander, Schumacher raste durch die Wiese.

Schlimmer noch: "Ich habe mir am rechten Vorderreifen einen Platten geholt", so Schumi. Eine weitere Fahrt an die Box wurde nötig. "Danach war das Rennen für mich gelaufen." (NACHBERICHT: Red Bull will von Trendwende nichts wissen)

Der Mercedes-Pilot fiel weit ins Feld zurück, zudem wählte sein Team die falsche Reifenstrategie, wie Brawn später kritisierte: "Es war zu ehrgeizig, den Option-Reifen (die weiche Reifen-Sorte in der Formel 1, d. Red.) so lange zu benutzen, wie wir es getan haben. Michael musste deshalb am Ende kämpfen."

Schumi: Reifen total hinüber

Einmal gelang ihm das noch - gegen seinen früheren Ferrari-Teamkollegen Felipe Massa, dem er bei der Aktion den Frontflügel zerstörte. Den anschließenden Attacken von Buemi, Liuzzi und Sutil hatte er nichts mehr entgegenzusetzen.

"Ich habe versucht, mich zu verteidigen, aber das war nur sehr bedingt möglich. Meine Reifen waren total hinüber", analysierte Schumacher. Und weiter: "Ich habe gegen Autos gekämpft, die einen hohen Top-Speed hatten. Das war sehr schwer."

Haug: "Michael hat Biss gezeigt"

Seinem Vorgesetzten, Motorsportchef Norbert Haug, hatte Schumis vergebliche Liebesmühe dennoch gefallen. "Was Michael an Biss gezeigt hat, hat den Menschen sicher gefallen", urteilte der Schwabe über den Auftritt des einstigen Vorzeigefahrers.

Vermutlich ein recht schwacher Trost für den derzeit Neunten der WM, der sich schon vor dem unglücklichen Rennausgang nur noch geringe Hoffnung auf den achten Titel gemacht hatte.

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