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Michael Schumacher fuhr in Kanada sein schlechtestes Qualifying - Platz 13 © getty

David Coulthard sagt, der Rekord-Champion fahre "wie ein Schatten seiner selbst". Doch das könne auch am Reglement liegen.

Von Michael Spandern

München - Michael Schumachers langsames Rennen von Montreal (248977Bilder) ruft auch bei seinen ehemaligen Konkurrenten Stirnrunzeln hervor.

"Was läuft bei Michael falsch? Ich weiß es nicht, aber irgendetwas fehlt", sinniert David Coulthard in seinem Blog im "Telegraph".

Der Rekordweltmeister beendete das beendete das achte Saisonrennen auf dem elften Rang - nachdem er auf der Schlussrunde noch zwei Plätze eingebüßt hatte. Kümmerliche 34 Punkte stehen für den Neuntplatzierten der Fahrerwertung zu Buche. (DATENCENTER: Rennergebnis)

Die Reifen "nicht zum Arbeiten gebracht"

"Ich will nicht über Michael herziehen", betont Coulthard, noch nicht. Denn die Schonfrist für Schumi laufe ab: "Ich habe immer gesagt, dass wir ihm eine halbe Saison Zeit geben müssen. Es ist bald soweit."

Der Europa-GP, das neunte von 19 Rennen, folgt am 27. Juni. Doch bereits jetzt steht für den Schotten fest: "Michael fährt momentan wie ein Schatten seiner selbst. Es sieht danach aus, als würde er einen Schritt vorwärts und zwei rückwärts machen."

Ein Grund waren in Kanada die zuerst schadhaften, dann zu weichen Reifen. Aber auch das fällt in Coulthards Augen auf den Fahrer zurück: Schumacher, der nach dem Rennen über das Material geklagt hatte, habe die Reifen "einfach nicht zum Arbeiten gebracht".

Kritik am harten Positionskampf

Dass der 41-Jährige wie gehabt mit harten Bandagen kämpfte, um nicht noch mehr Boden zu verlieren, sieht Coulthard ebenfalls kritisch. (NACHBERICHT: Red Bull will von Trendwende nichts wissen)

"Er hat sehr viel Glück gehabt, dass er keine Strafe für die Kollision mit Felipe Massa erhalten hat", urteilt der Red-Bull-Berater. "Die Regeln sind klar: Man darf beim Bremsvorgang nicht zweimal seine Linie wechseln. Ich weiß nicht, warum er damit davongekommen ist."

Seine alte Rennkunst habe Schumacher dagegen seit seinem Comeback nur selten "aufflackern lassen".

Ungebrochener Respekt

Eine Ursache für das Hinterherfahren des Deutschen sieht der jetzige DTM-Pilot nicht in der körperlichen Fitness Schumachers, sondern im Reglement.

"Ich würde sagen, dass sich die Formel 1 verändert hat. Eventuell ist Michael kein Freund des Drehzahllimits von 18.000 Umdrehungen. Man muss sehr oft die Gänge wechseln." Auch ihm habe die Begrenzung den Spaß an der Formel 1 geraubt, sagt Coulthard.

Sein "sehr großer Respekt" für Schumi sei indes ungebrochen. Er glaubt nicht, dass Schumacher Ruf Schaden nehme. Allerdings: "Für mich ist Mittelmaß nicht gut genug, wenn man etwas Außergewöhnliches erwartet."

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