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Michael Schumacher wird in Valencia seinen 259. Grand Prix bestreiten © getty

Nach dem geplatzten Comeback 2009 startet Michael Schumacher erstmals in Valencia. Für den Routinier kein Grund zu Besorgnis.

Valencia - Auf seine alten Tage betritt Michael Schumacher noch einmal Neuland: Beim Großen Preis von Europa am Sonntag (Training, Fr., 10 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE auf SPORT1) startet der 41 Jahre alte Rekordweltmeister in seinem 259. Rennen zum ersten Mal auf dem Stadtkurs in Valencia.

Zuletzt hatte sich Schumacher 2004 beim Formel-1-Debüt von China in Schanghai an eine neue Strecke gewöhnen müssen.

"In Valencia steht nun ein Rennen auf einer Strecke an, auf der ich noch nie gefahren bin - wieder mal eine neue Erfahrung für einen Routinier wie mich", sagte Schumacher im Vorfeld des 9. von 19 WM-Läufen in seiner Comeback-Saison: "Aber eine Erfahrung, auf die ich mich sehr freue."

Schumacher: "Ich war immer sehr gut darin, mich sehr schnell auf neue Gegebenheiten einzustellen, und ich gehe davon aus, dass mir das in Valencia ebenfalls gelingen wird. Ich mag es, mich mit solchen Dingen auseinanderzusetzen und mit meinen Ingenieuren in die Details einzusteigen."

Notlüge anno 1991

Schon in sein erstes Formel-1-Rennen am 25. August 1991 auf der fast sieben Kilometer langen Berg- und Talbahn in Spa war Schumacher gegangen, ohne vorher jemals dort gefahren zu sein.

Dabei hatte ihn damals sein Manager Willi Weber mit einer Notlüge vor allem wegen seiner "Streckenkenntnis" Teamchef Eddie Jordan empfohlen. Schumacher stellte sich perfekt auf die Strecke und das unbekannte Auto ein - und fuhr sensationell Startplatz sieben heraus.

Verhindertes Comeback

Fast hätte Schumacher sein Debüt in Valencia schon im vorigen Jahr gefeiert. Nach dem schweren Unfall von Ferrari-Pilot Felipe Massa wollte er für seinen Freund einspringen und hatte auch schon Testfahrten bestritten.

Nachwirkungen einer schweren Nackenverletzung bei einem Motorradsturz hatten Schumachers Comeback dann aber verhindert.

Probleme mit den Reifen

Der Comeback-Versuch hatte Schumachers alte Liebe zur Formel 1 wieder aufflammen lassen. Ende 2009 gab er seine Rückkehr in die Königsklasse bekannt, aber nicht bei Ferrari, sondern bei seinen alten Weggefährten Ross Brawn und Mercedes. Doch nach drei Jahren Pause muss der siebenmalige Weltmeister mehr lernen als ihm lieb ist.

Vor allem der Umgang mit den sehr schwierig zu nutzenden Reifen bereitet ihm Probleme, dagegen sind neue Strecken wie die in Valencia oder später im Jahr die in Südkorea Kleinigkeiten (ANALYSE: Schumis Halbzeit-Bilanz).

Simulator und Spaziergang

Anders als noch zu Schumachers Anfangszeiten bereiten sich die Piloten heute in vielen Stunden im Simulator akribisch auf ihre Rennen vor - und lernen dabei auch neue Strecken völlig gefahrlos kennen.

Vor Ort machen die Piloten dann am Tag vor dem Freien Training einen Spaziergang um die Strecke oder nehmen den Motorroller. Seinerzeit in Spa war Schumacher noch mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, um sich die Kurven einzuprägen.

Nächstes Update-Paket

Größere Gedanken als um den Kurs machen sich Schumacher, Brawn und die Ingenieure im Silberpfeil-Werksteam um das Auto, das der Konkurrenten Red Bull, McLaren und Ferrari hinterherhinkt (HINTERGRUND: Wettrüsten in der Formel 1).

Schumacher ist dennoch optimistisch für Valencia. "Wir werden mit einigen Updates an unserem Auto anreisen, die uns zu einer verbesserten Performance verhelfen sollten", sagt er: "Schon in den letzten Rennen haben wir gesehen, dass sich das Auto stetig verbessert, und in Kanada standen wir teilweise sehr gut da - auch wenn sich das leider nicht in den Resultaten widerspiegelte."

Fokus auf 2011

Während Teamkollege Nico Rosberg als WM-Sechster mit 74 Punkten zumindest noch kleine Chancen hat, in den Titelkampf einzugreifen, kann Schumacher als Neunter mit 34 Zählern den Rest der Saison quasi schon als Vorbereitung auf 2011 nehmen.

Sein Comeback bei Mercedes hat er ja auf drei Jahre angelegt, wobei diese Saison ein wenig zum Eingewöhnen gedacht war. Und im kommenden Jahr müssen schließlich alle Fahrer mit neuen Reifen klarkommen - dann von Pirelli.

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