vergrößernverkleinern
Sebastian Vettel belegt in der WM mit 136 Punkten Platz drei © imago

Sebastian Vettel hat aus sechs Pole-Positions in dieser Saison zu wenig gemacht. Das hat mehrere Gründe - auch ein Startproblem?

Von Marc Ellerich

München - München - Sebastian Vettel ist ein Qualifying-Künstler. Bereits sechs Mal in diesem Jahr ging der Red-Bull-Pilot vom ersten Startplatz aus ins Rennen, zuletzt auch wieder bei seinem Heimspiel am Hockenheimring.

Doch das Rennen in der Heimat machte ebenfalls deutlich: Vettel hat ein Sonntagsproblem. Einzig beim Europa-Grand-Prix in Valencia schaffte es der junge Deutsche in dieser Saison seinen Startvorteil in einen Rennsieg umzumünzen. (267708DIASHOW: Die härtesten Strafen der Formel 1)

Mehrere Ursachen

Es gibt verschiedene Gründe für Vettels verhältnismäßig bescheidene Rennergebnisse. In den ersten Rennen wurde der Hesse von technischen Problemen gebremst. Später kam der eigene Teamkollege Mark Webber immer stärker auf, beim Türkei-Grand-Prix rammte sich das Duo gegenseitig von der Piste - Beginn eines schwelenden Stallzwists im österreichischen Rennstall.

Und in den letzten beiden Grands Prix in Silverstone und Hockenheim verhinderten schlechte Starts eine bessere Platzierung, in England wurde Vettel im Anfangsgetümmel von Hamilton der Reifen aufgeschlitzt.

"Starts waren gut"

Von einem Startproblem wollte der Heppenheimer nach dem deutschen Rennen allerdings nichts wissen. "Wir gehen mit guter Stimmung und ohne Fragezeichen ins nächste Rennen", meinte er mit Blick auf den kommenden Grand Prix in Ungarn.

"Jedes Rennen und jeder Start hat seine eigene Geschichte", erläuterte der 23-Jährige: "Wir standen in Bahrain auf Pole-Position und waren in der ersten Kurve praktisch alleine, also hatten wir einen viel besseren Start als alle anderen." In Australien sei es ähnlich gewesen. Fazit Vettel: "Unsere Starts waren gut."

"Drehzahlen plötzlich im Keller"

Den verunglückten Rennbeginn auf dem Hockenheimring habe nicht er verschuldet, erklärte Vettel, der sich nach dem Deutschland-GP Platz drei in der WM-Wertung mit seinem Kollegen Webber teilt (je 136 Punkte). (Red Bull hofft auf härtere Ferrari-Bestrafung)

"In der Aufwärmrunde hatte ich noch einen guten Start und auch der Probestart hatte gut funktioniert", berichtete der Deutsche.

Besser als anschließend im Rennen. "Als ich den ersten Kupplungshebel losließ, gingen die Drehzahlen plötzlich in den Keller", beschrieb Vettel seinen holprigen Antritt: "Die Beschleunigung auf den ersten zehn Metern war sehr schlecht. Ich habe viel Schwung verloren und noch Glück gehabt, dass der Motor nicht ganz ausging."

Vettel weiter: "Man versucht immer, das Beste herauszuholen, und manchmal fehlt da nicht viel. Die Kupplung ist vielleicht nicht ganz in dem Bereich, wo sie sein sollte, und zack, geht der Start in die Hose. Der Einfluss, den man als Fahrer hat, ist manchmal begrenzt."

"Schon mehrfach passiert"

Vettel beging allerdings auch einen Fehler, indem er sich auf den anstürmenden Fernando Alonso konzentrierte und Felipe Massa aus den Augen verlor - der Brasilianer düpierte beim Start seinen Ferrari-Kollegen und den Deutsche und ging in Führung.

"Ich konzentriere mich immer auf denjenigen, der am nächsten an mir dran ist", rechtfertigte sich Vettel.

"Es war auf jeden Fall nicht der beste Start", übte Red-Bull-Teamchef Christian Horner nur sanfte Kritik an seinem Piloten: "Das ist uns schon mehrfach passiert in dieser Saison."

"Wir wussten, dass wenn wir den Start nicht gewinnen, dann ist das Rennen vorbei", urteilte Red Bulls Motorsport-Berater Helmut Marko.

Vettel: "Hätte der Hund nicht geschissen..."

Vettel und sein Team wollten sich die Stimmung vom verunglückten Start-Manöver vor dem Ungarn-Rennen nicht verderben lassen. "Wir werden in Ungarn stark sein", kündigte Horner an, und auch Vettel sagte: "Ich gehe mit viel Energie in den ersten Lauf. Es gibt nur Positives. Der dritte Platz war das Maximum."

Den misslungenen Beginn seines Heimrennens tat der Deutsche mit einem Sprichwort ab: "Dieses ganze Wenn und Aber: Bei uns in der Gegend gibt es ein ganz gutes Sprichwort: Hätte der Hund nicht geschissen, hätte er die Katz gekriegt."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel