vergrößernverkleinern
Sebastian Vettel liegt in der WM mit 151 Punkten auf Platz drei © getty

Sebastian Vettel rechnet nicht damit, dass sein Fehler beim Ungarn-GP Spuren bei ihm hinterlassen wird. Sein Chef baut ihn auf.

Von Marc Ellerich

München - Sebastian Vettel machte nach dem turbulenten Ungarn-Grand-Prix ein Gesicht, als sei gerade die Welt untergegangen, oder als habe er zumindest gerade die WM verloren. (Vettel: "Ich hab's verpennt")

Und doch zeigte er sich trotz des leichtfertig vergebenen Sieges im zwölften Saisonrennen noch in Budapest zuversichtlich, dass er die Enttäuschung recht bald wegstecken würde. 269736 (DIASHOW: Die Bilder des Rennens)

"Das war nie ein Problem für mich", sagte Vettel über die Aufarbeitung frustrierender Rennerlebnisse: "Schon am nächsten Tag habe ich alles zurückgelassen. Es ist einfach nicht gut, sich daran aufzuhängen, was ohne diesen Fehler hätte sein können." (Pressestimmen: "Vom lächelnden Vettel keine Spur mehr")

"Teil eines Lernprozesses"

Und auch sein Red-Bull-Teamchef Christian Horner versuchte den jungen Deutschen nach dem Safety-Car-Malheur auf dem Hungaroring aufzubauen "Man hat gesehen, dass er auf dem Podium schrecklich enttäuscht war. Aber das ist Teil eines Lernprozesses."

Vettel müsse doch nur einen Blick aufs WM-Tableau werfen, meinte der Engländer. Dort führt während der Sommerpause der Königsklasse Red-Bull-Kollege Mark Webber mit 161 Zählern vor McLaren-Star Lewis Hamilton, der das Ungarn-Rennen aufgrund von Getriebe-Problemen an seinem Boliden nicht beenden konnte.

Vettel liegt zehn Punkte hinter Webber auf Platz drei, sechs Zähler fehlen ihm auf Hamilton.

"Er muss das ins Auto lenken"

"Es sind noch sieben Rennen", meinte Horner: "Er (Vettel, d. Red.) hat im Vergleich zu einigen Konkurrenten viele Punkte gemacht. Lewis hat überhaupt nicht gepunktet, Jenson (Button, d. Red.) nur wenig. Das sollte ihm doch Mut machen."

Zwar sei Vettels bisheriger Saisonverlauf nicht gerade glücklich, urteilte sein Vorgesetzter, doch ein Teil der Emotionen die Vettel in Ungarn gezeigt habe, mache den 23-jährigen Hessen so stark. Horners Rat: "Er muss das ins Auto lenken."

Vom Teamergebnis begeistert

Vom Teamergebnis zeigte sich der Red-Bull-Vorsteher ohnehin begeistert: "Wir haben McLaren in der Konstrukteurs-WM eine Menge Punkte weggenommen. Als Erster und Dritter nehmen wir ein großartiges Ergebnis mit in die Sommerpause."

Für den Sieger in Ungarn, Webber, hielt Horner ebenfalls viel Lob parat. Webber sei ein "absolut großartiges" Rennen gefahren. "Er hatte sogar Zeit, uns über Funk mitzuteilen, wie sehr er die Überrundung Schumachers genieße. Es war eine unglaubliche Vorstellung."

Keine Anweisung an Vettel

Horner bestritt, dass Vettel die Anweisung erhalten habe, Alonso (zu dem Zeitpunkt Dritter, d. Red.) aufzuhalten. "Wir hatten Probleme mit dem Funk, es war nicht klar, ob er uns hören konnte oder nicht."

Als Ausrede für Vettels Verstoß gegen die Maximalabstands-Regel mochte Horner die Funkstörung allerdings nicht gelten lassen. "Die Lichter des Safety-Cars zeigen alles an. Er weiß, dass es sein Fehler war. Die Regeln sind klar."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel