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Sebastian Vettel wurde 2009 hinter Jenson Button Vizeweltmeister © getty

Gerhard Berger sieht in seinem ehemaligen Schützling Sebastian Vettel den heißesten Titelkandidaten für die laufende Saison.

München - Sein früherer Förderer Gerhard Berger sieht Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel als Weltmeister 2010.

Nach Meinung seines früheren Chefs bei Toro Rosso hat der 23-Jährige vor seinem Teamkollegen Mark Webber die besten Chancen auf den Titel, obwohl er nach 12 von 19 WM-Läufen mit zehn Punkten Rückstand auf den führenden Australier lediglich auf Platz drei der Gesamtwertung liegt.

"Mit Sebastian und Webber hat Red Bull eine tolle Fahrerpaarung. Beide können Rennen gewinnen und Weltmeister werden. Ich sehe Vettel im Vorteil, weil er konstanter fährt", sagte Berger der "Sport Bild".

Lernphase mit Fehlern

Vettel hatte zuletzt in Budapest durch einen eigenen Fehler, als er beim Neustart nach einer Safety-Car-Phase zu viel Abstand ließ und dafür eine Durchfahrtstrafe kassierte, die Übernahme der WM-Führung verpasst.

"Die jetzigen Ereignisse sind eine Lernphase, die ihm guttut und noch stärker machen wird", sagte der frühere Formel-1-Pilot (210 Rennen, zehn Siege) und BMW-Motorsportdirektor Berger, unter dessen Führung Vettel 2008 in Monza bei Toro Rosso seinen ersten Sieg gefeiert hatte.

"Fokussiert und konstruktiv"

Der Österreicher sieht bei Vettel außergewöhnliche Fähigkeiten.

"Sebastian ist wahnsinnig intelligent und zielgerichtet wie Ayrton Senna. Er ist immer sehr fokussiert, aber gleichzeitig auch konstruktiv. Das zeichnet ihn schon in jungen Jahren aus", sagte Berger.

Schumis Leistungen "nicht schlecht"

Er lobt allerdings auch Mercedes-Pilot Nico Rosberg, der sich bei den Silberpfeilen gegen den zurückgekehrten Rekordweltmeister behauptet: "Michael Schumachers Leistungen sind nicht schlecht, sein Problem heißt ganz einfach Nico Rosberg."

Der 25-Jährige sei für Schumacher der "stärkste Teamkollege, den er je hatte", meinte Berger: "Nico ist jung, intelligent, toptrainiert und ist hoch konzentriert. Aber leider ist das Auto weit weg von Siegen."

Guter Rat für Massa

Einen guten Rat hatte Berger zudem noch für Ferrari-Pilot Felipe Massa übrig, der in der Teamorder-Affäre von Hockenheim, als ihn Kollege Fernando Alonso allzu leicht überholte, eine unglückliche Rolle gespielt hatte.

"Als Fahrer hätte ich an Massas Stelle anders reagiert. Ich hätte offen über Funk meinen Renningenieur darauf hingewiesen, dass ich Alonso zwar vorbeilassen könne - da Stallorder verboten ist, müsse man dann aber mit einer Strafe rechnen", sagte Berger: "Ich bin überzeugt: Nach einem solchen Funkspruch, den jeder hätte hören können, hätte Massa nie mehr etwas von seiner Box gehört."

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