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Michael Schumacher liegt in der WM mit 38 Punkten auf Platz neun © getty

Spa ist ein besonderes Pflaster für Michael Schumacher. Bei seiner Rückkehr nach Belgien ist er chancenlos - und freut sich doch.

Von Marc Ellerich

München - Die Geschichte ist mittlerweile hinlänglich bekannt: In Spa, beim belgischen Grand Prix, begann einst Michael Schumachers beeindruckende Karriere in der Formel 1.

1991 sprang der 22-jährige Schumacher für den verhafteten Jordan-Stammpiloten Bertrand Gachot ein. Und lieferte - obwohl er den Kurs nie zuvor gefahren war - eine grandiose Vorstellung.

Im Qualifying wurde er sensationeller Siebter, auch im Rennen beeindruckte Schumacher. Zumindest auf den ersten 500 Metern: Nachdem er beim Start zwei Konkurrenten überholt hatte, fiel der Jordan nach einem halben Kilometer mit einem Kupplungsschaden aus. (270014Bilder: Schumis harte Seite - seine Affären)

Erster Grand-Prix-Sieg in Spa

Die Kenner hat der Kerpener auch ohne Zieldurchfahrt begeistert: Nach dem einzigen Grand Prix für Jordan angelte sich das Benetton-Team den hochbegabten Deutschen.

Und ein Jahr später unterstrich der junge Pilot erneut in Spa sein Ausnahmetalent. Auf dem hügeligen Ardennen-Kurs fuhr er seinen ersten Grand-Prix-Sieg ein. Fünf weitere folgten im Laufe seiner Karriere, die Schumacher 2006 bis zu seinem Comeback im Mercedes-Team in diesem Jahr unterbrach.

Der belgische Kurs ist für Schumacher also ein besonderes Pflaster. Das gibt der 41-Jährige vor seiner Rückkehr am Wochenende im Silberpfeil unumwunden zu.

"Spa war immer meine Lieblingsstrecke. Allein aus diesem Grund freue ich mich sehr darauf, zurückzukommen und dort zu fahren", ließ Schumacher auf der offiziellen Seite der Formel 1 verlauten: "Es ist Jahre her, dass ich zuletzt dort war."

Schumi: "Es wird schwierig"

Doch einfach wird die Rückkehr an die Stätte großer Siege nicht werden. Schumacher hätte sich gewiss angenehmere Umstände für sein Spa-Comeback gewünscht. "Es wird schwierig, besondere Dinge vom Rennen zu erwarten", sagte der Mercedes-Star.

Womit er die Strafversetzung um zehn Plätze nach der aufsehenerregenden Drängelei gegen seinen früheren Ferrari-Teamkollegen Rubens Barrichello beim Ungarn-Grand-Prix meinte. (Barrichello: "Eines seiner schrecklichsten Manöver")

"Die Strafe wird unser Wochenende natürlich beeinträchtigen", weiß Schumacher.

Holprige Comeback-Saison

Doch auch ohne die Rückversetzung durch den Weltverband muss der Rekord-Weltmeister bei der Heimkehr in sein Formel-1-Wohnzimmer die Zähne zusammenbeißen.

Der Grund liegt auf der Hand: Schumachers Comeback-Saison verlief eher holprig, in der WM ist er als Neunter (38 Punkte) hoffnungslos abgehängt, was laut offizieller Lesart am fehlentwickelten MGP-W01 liegt. Das Auto und Schumis Steuerkunst harmonieren nicht. (Brawn erklärt Schumis Schwäche)

Zuletzt mokierte sich der Rückkehrer jedenfalls nochmals deutlich über die Mängel seines diesjährigen Arbeitsgeräts: "Man muss einfach betonen, dass wir dieses Auto in die Hände gedrückt bekommen haben."

"Jeder Rennkilometer ist nützlich"

Große Leistungssprünge, geschweige denn den siebten Sieg in Belgien, erwartet im "deutschen Nationalteam" ohnehin niemand mehr, längst hat der Vorzeige-Rennstall die Entwicklungsarbeit für das kommende Jahr begonnen.

Dennoch soll der belgische Klassiker durchaus weitere Erkenntnisse bringen, denn, so Schumacher: "Jeder Rennkilometer ist nützlich und willkommen."

Mercedes will Ehrenrettung betreiben

Gleichzeitig wollen er und sein jüngerer Mercedes-Kollege Nico Rosberg Ehrenrettung für die Marke mit dem Stern betreiben.

"Ich hoffe, wir werden in Spa wieder besser aussehen", sagte Rosberg. "Unser Team hat sich vorgenommen, keine Fehler zu machen", fasste Motorsportchef Norbert Haug die Mercedes-Agenda zusammen.

Und auch Schumacher will bei seinem Lieblingsrennen natürlich keine schlechte Figur abgeben. "Ich werde auf jeden Fall versuchen, das Beste daraus zu machen", kündigte er an.

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