vergrößernverkleinern
Sebastian Vettel ging 2006 erstmals in der Formel 1 an den Start © getty

Nach Meinung Niki Laudas sollte sich Sebastian Vettel von dem Gedanken verabschieden, die Nummer 1 zu sein. Schumi hält dagegen.

Von Julian Meißner

München - An Sebastian Vettel scheiden sich die Geister. Rekordweltmeister Michael Schumacher sieht den jungen Red-Bull-Fahrer genau auf dem richtigen Weg, der dreimalige Champion Niki Lauda rät Vettel dagegen zu einem Strategiewechsel.

"Sebastian muss sich von dem Gedanken befreien, dass er die Nummer eins ist", so Lauda in "Motorsport aktuell".

Diese Einschätzung sei angesichts der "Superperformance" Mark Webbers "grundsätzlich ein Fehler" gewesen. Vettel müsse nun dringend "den Schalter umlegen".

Der Australier führt die Weltmeisterschaft vor dem 13. Saisonlauf in Belgien (Freies Training, Fr., 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) an, das Verhältnis zu seinem Teamkollegen ist spätestens seit dem Crash der beiden in Istanbul explosiv.

Vettel, vor der Saison als einer der Topfavoriten gehandelt, rangiert nach 270438diversen Pannen noch hinter McLaren-Pilot Lewis Hamilton auf Rang drei.

Red Bull "von Webber überrascht"

Auch das österreichische Team hat sich in den Augen Laudas verspekuliert.

"Der Fehler bei Red Bull war in der Vergangenheit, dass man logischerweise von Anfang an auf den Sebastian gesetzt hat. Weil er der junge, hoch talentierte Supermann im Team war und ist", so der Wiener.

"Überrascht wurden dann alle von den Fehlern Sebastians und der gleichzeitigen Superperformance Mark Webbers. Das hat dort das ganze Teamwork ins Wackeln gebracht", glaubt Lauda.

Erinnerungen an die Achziger

Bei McLaren habe er 1984 mit Alain Prost "die gleiche Diskussion" gehabt.

Sein Vorteil sei damals gewesen, dass er sich nach einigen Auseinandersetzungen nicht mehr darüber geärgert habe, dass McLaren den Youngster Prost anstelle des Platzhirsches Lauda favorisierte.

[kaltura id="0_0iqq6lvi" class="full_size" title="Streckenvideo Spa"]

Auch Psychospielchen seien kein Thema gewesen. "Ich bin einfach meinen Weg gegangen, ganz ruhig, habe alles beobachtet mit offenen Augen und war im Endeffekt der Bessere."

Lauda wurde mit einem halben Punkt Vorsprung zum dritten Mal Weltmeister.

Schumi setzt auf Vettel

Mercedes-Pilot Schumacher sieht die Situation etwas anders - und in Vettel den klar stärkeren Fahrer im Red-Bull-Team.

"Sebastians Stärke ist, dass er im richtigen Moment die richtigen Fäden zieht und das Maximum aus sich herausholen kann. Deshalb ist er meiner Meinung nach auch besser als sein Teamkollege", so Schumacher in der "Sportbild".

Ecclestone baut Druck auf

Zu den Vettel-Fans zählt auch Formel-1-Impresario Bernie Ecclestone, der den 23-Jährigen in Sachen Titeljagd aber durchaus unter Druck setzt.

"Er ist genauso intelligent wie Michael. Supertalentiert ist er auch. Und er ist vor allem ein verdammt netter Kerl", sagte der Brite dem gleichen Blatt: "Es würde mich wundern, wenn er keine WM-Titel holt. Für mich ist er ein 'Baby-Michael'."

Diese Bezeichnung dürfte dem Heppenheimer kaum gefallen, will Vettel doch nicht mit Schumacher verglichen werden.

Das wiederum kann der siebenmalige Weltmeister und 91-malige GP-Sieger gut verstehen. "Ich mochte es auch nicht, wenn man mich mit Senna verglichen hat", so Schumacher.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel