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Jenson Button liegt in der WM mit 147 Punkten auf Platz vier © getty

Der McLaren-Star geht nach dem Spa-Crash nicht davon aus, dass ihn der Deutsche beerben werde. Er könne den Titel verteidigen.

Von Marc Ellerich

München - Sein unglückliches Aus beim Belgien-Grand-Prix in Spa wirkt bei Jenson Button nach.

Der Weltmeister war Leidtragender eines verunglückten Überholmanövers von Sebastian Vettel. In Runde 16 des Rennens rammte der junge Deutsche den McLaren-Weltmeister von der Piste.

Der konsternierte Engländer hatte nach seinem Null-Punkte-Rennen von einem "massiven Schlag" gesprochen, auch Tage danach hat er sich von seinem plötzlichen Ausscheiden noch nicht erholt.

Button: Vettel nicht gefährlich

"Ich denke positiv, aber das war schon ein gewaltiger Rückschlag", sagte Button, der in der WM mit 35 Punkten Rückstand auf seinen Teamkollegen, Spa-Sieger Lewis Hamilton, auf dem vierten Platz liegt. (DATENCENTER: Der WM-Stand)

Vettel hält Button 2010 für nicht titelreif, nicht nur wegen des Unfalls von Spa. "Ich sage nicht, dass er gefährlich ist", so der Champion von 2009: "Er hat in diesem Jahr zu viele Fehler gemacht, als dass er um die Weltmeisterschaft kämpfen könnte." (270438DIASHOW: Vettels schwarze Serie)

Dennoch sei Vettel "extrem schnell, das können wir ihm nicht absprechen". Sieben Pole-Positions in 13 Rennen seien außergewöhnlich. "Aber so viele wegzuwerfen, ist auch sehr erstaunlich."

"Sie lieben Vettel"

Ähnlich sieht es offenbar der dreimalige, frühere Weltmeister Niki Lauda. "Du bist ein absolutes Super-Talent, aber du bis zu große Risiken eingegangen", sagte der Österreicher der "Bild": "Noch ein Fehler und die WM ist für dich gelaufen. Dann musst du für deinen Teamkollegen fahren, was die größte Strafe wäre."

Button hingegen glaubt nicht an eine teaminterne Zurückstufung Vettels zugunsten des in der WM vor ihm auf Platz zwei liegenden Webber. Der Australier, Zweiter in Spa, ging in Belgien davon aus, dass sein österreichischer Arbeitgeber ihn demnächst den Nummer-eins-Status im Team zugestehen werde. (Red Bull bremst Webber aus)

Button widersprach. "Ich glaube nicht, dass sie das tun werden. Ich denke, sie lieben Vettel. Sie werden nicht alle Eier in einen Korb legen."

"Definitiv noch machbar"

Seine eigene WM-Chance sieht der Titelverteidiger trotz des deutlichen Rückstands auf Spitzenreiter Hamilton noch intakt. "Die 35 Punkte sind viel, nach alter Rechnung 14 Zähler. Aber es ist definitiv immer noch machbar."

Allerdings bedarf es nun in Buttons Augen bereits für den Grand Prix in Monza einer aggressiveren Strategie. "Ich muss nun auf einen Rennsieg hinarbeiten. Wenn ich das schaffe, sieht alles schon wieder ganz anders aus."

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