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Plausch unter Profis: Teamchef Martin Whitmarsh (r.) und Jenson Button © getty

Angeblich bremst das McLaren-Team Jenson Button ein und setzt voll auf Lewis Hamilton. Ron Dennis soll ein Wörtchen mitreden.

Von Julian Meißner

München - Die Hoffnungen von Weltmeister Jenson Button auf die Titelverteidigung haben durch den Rammstoß Sebastian Vettels beim Großen Preis von Belgien in Spa einen herben Dämpfer erlitten.

So zumindest werteten die meisten Beobachter das unglückliche Manöver des Deutschen im Red Bull gegen seinen McLaren-Rivalen, das für den Briten das vorzeitige Rennende beim 13. Saisonlauf bedeutete.

Doch angeblich ist beim britischen Traditionsteam längst ausgemacht, dass Button keineswegs mehr um den Titel kämpft, sondern vielmehr den Wasserträger für seinen Stallgefährten Lewis Hamilton spielen muss.

Strategiewechsel vor Ungarn

Nach einem Bericht der Fachzeitschrift "Motorsport aktuell" wurde Button bereits vor dem Ungarn-Grand-Prix Anfang August von Teamchef Martin Whitmarsh mitgeteilt, dass er seine eigenen Ambitionen unterzuordnen hat.

Entsprechende Klauseln seien im Vertrag des 30-Jährigen enthalten.

Dennis wirkt im Hintergrund

Als Quelle seiner Informationen nennt das Blatt einen Teaminsider, der zudem wissen will, dass Whitmarsh Button nicht ganz freiwillig derart früh in der Saison einbremste.

Vielmehr habe Ron Dennis, McLarens Ex-Teamchef und Graue Eminenz, Whitmarsh in die Spur geschickt.

Während Red Bull seine Piloten aufeinander loslässt und Fernando Alonso bei Ferrari schon als Nummer eins in die Saison startete, zeichnete das McLaren-Duo nach außen bislang ein Bild der Harmonie. Fragt sich nur, wie lange noch.

Punktestand gibt McLaren Recht

Spätestens nach Hamiltons Sieg in Spa zeigt sich immerhin, dass Dennis und sein "Strohmann" Whitmarsh wohl aufs richtige Pferd gesetzt haben. Hamilton führt die WM mit 182 Punkten an, Button ist mit 147 Zählern auf Rang vier zurückgefallen.

Unmittelbar nach dem Rennen in Belgien hatte der Champion von 2009 noch von einem "massiven Schlag" für seine Titelhoffnungen gesprochen und Vettel öffentlich attackiert - doch das will nichts heißen.

Sollte er tatsächlich auf Weisung des Teams den Adjutanten für Hamilton spielen, darf er sich dies in der Öffentlichkeit natürlich nicht anmerken lassen.

Denn: Teamorder ist in der Formel 1 nach wie vor verboten.

Die Scuderia Ferrari, die am Mittwoch den Urteilsspruch nach der Affäre um das befohlene Überholmanöver Alonsos gegen Felipe Massa in Hockenheim erwartet, kann ein Lied davon singen.

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