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Sebastian Vettel beendete den Belgien-GP nach dem Crash mit Button auf Rang 15 © imago

Sebastian Vettel schreibt den WM-Titel noch lange nicht ab. Vor der schwierigen Aufgabe in Monza bekommt er Rückendeckung.

Monza - Sein Rückstand auf die Spitze ist so groß wie noch nie in dieser Saison, und ausgerechnet jetzt kommt die Strecke, die seinem Auto am wenigsten liegt - doch Sebastian Vettel hat vor dem Großen Preis von Italien den WM-Titel noch lange nicht abgeschrieben.

"Es gibt noch fünf Rennen, und man hat ja gesehen, wie schnell etwas passieren kann", sagte Vettel vor dem 13. Saisonlauf (Training, Freitag 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) dem Fachmagazin "Speedweek".

Der Blick des Hessen reicht also schon über Monza hinaus auf die verbleibenden Grands Prix in Singapur, Japan, Südkorea, Brasilien und Abu Dhabi.

Denn ausgerechnet an dem Ort, an dem er 2008 damals noch bei Hinterbänkler Toro Rosso sensationell seinen ersten GP-Sieg gefeiert hatte, geht es jetzt für Vettel vor allem darum, den Rückstand von 31 Punkten auf WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton nicht noch weiter anwachsen zu lassen.

Allerdings ist Hamiltons McLaren dank der Mercedes-Power auf dem traditionsreichen Hochgeschwindigkeitskurs im Königlichen Park mit seinen langen Geraden im Vorteil.

Webber fordert Unterstützung

"Wir wissen, dass wir auf den Geraden nicht schnell genug sind. Trotzdem wird das Auto gut genug sein, um vorne rumzugeigen", sagte Vettel, der nach seinem Ausfall in Spa auch 28 Punkte Rückstand auf seinen Teamkollegen Mark Webber hat.

Kein Wunder, dass sich der Australier wieder öffentlich wünscht, das Team solle sich im Titel-Endspurt auf ihn konzentrieren.

Expertenmeinungen gehen auseinander

Der frühere Formel-1-Pilot Hans-Joachim Stuck kann diese Begehrlichkeiten verstehen, da er Vettels Aussichten eher schlecht einschätzt.

"Theoretisch kann er es noch schaffen, praktisch glaube ich nicht", sagte der VW-Repräsentant: "Sebastian muss jetzt zeigen, ob das System Vettel auch unter Druck funktioniert. Er muss lernen, unter Druck keine Fehler zu machen."

Nach Meinung seines früheren Toro-Rosso-Chefs Gerhand Berger ist Vettel dagegen noch nicht am kritischen Punkt.

[kaltura id="0_jwnb3gsk" class="full_size" title="Eine Runde in Monza"]

"31 Punkte Rückstand sind aufholbar. Sebastian hat den Vorteil des besten Autos und dass er die Schraube etwas zurückdrehen kann. Das ist leichter als umgekehrt", sagte der Österreicher: "Er muss sich auch mal mit zweiten und dritten Plätzen begnügen und zuschlagen, wenn er vorne liegt, aber nicht um jeden Preis. Die Gegner machen auch noch Fehler."

Analyse und Selbstkritik

Vettel hat den 270438Fehler aus Spa nach eigener Aussage selbstkritisch analysiert. "Ich habe meine Lektion gelernt", sagt der 23-Jährige: "Man muss, nachdem man über das Vorgefallene nachgedacht und seine Lehre gezogen hat, den Fall abhaken und nach vorne schauen."

Er selbst setze sich nicht dem Druck aus, unbedingt noch in diesem Jahr die letzte Chance zu nutzen, um Hamilton als jüngsten Weltmeister der Formel-1-Geschichte abzulösen.

"Ob jüngster oder ältester, was macht das für einen Unterschied?", sagt Vettel: "Im Sport zählt der Erfolg, nicht das Jahr, der Tag oder das Alter. Man muss sein Leben genießen. Wenn ich dabei Weltmeister werde, ist das super, und ich habe meinen Traum verwirklicht."

Vergangenheit macht Hoffnung

Hoffnung schöpfen kann Vettel für Monza, wo er im Vorjahr lediglich Achter war, aus der Tatsache, dass Red Bull in diesem Jahr auch schon auf Strecken wie Montreal (Platz vier) oder Valencia, wo er sogar gewann, deutlich besser aussah als zuvor erwartet.

Und die auf Monza folgenden Strecken dürften wieder eindeutig "Bullen"-Land sein.

Horner betont Gleichberechtigung

Vettels Teamchef Christian Horner lehnt es außerdem ab, schon jetzt alles auf die Karte Webber zu setzen. "Wir bevorzugen definitiv keinen Fahrer, beide haben die gleichen Chancen", sagte Horner der österreichischen "Sportwoche".

Und auch von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone gibt es Aufmunterung: "31 Punkte Rückstand auf Lewis sind nicht zu viel. Sebastian hat die Klasse, es zu schaffen. Er darf sich nur nicht verrückt machen lassen."

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