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Nick Heidfeld holte in seiner Karriere bislang zwölf Podestplätze © getty

"Quick Nick" gerät bei seiner Rückkehr in Singapur direkt in eine Kollision - eine weitere mit Schumacher beendet sein Rennen.

Singapur - Über Langeweile konnte sich "Quick Nick" bei seinem Renncomeback nicht beschweren.

Schon in der ersten Runde des Singapur-GP geriet Nick Heidfeld in die erste Kollision - und am Ende sorgte eine weitere mit dem Rekordweltmeister für das vorzeitige Aus des Sauber-Rückkehrers.

Und nach dem Crash in der 37. von 61 Runden gaben sich Heidfeld und Michael Schumacher gegenseitig die Schuld am Malheur.

"Wenn er ein bisschen Platz gelassen hätte, wären wir wohl beide durch die Kurve gekommen", fand Schumacher: "So konnte ich nicht mehr ausweichen" (291932DIASHOW: Die Bilder des Rennens).

"Er hat mich aus dem Rennen gekickt"

Heidfeld sah es genau umgekehrt und machte Schumacher, bis vor wenigen Wochen noch sein Teamkollege bei Mercedes, für den Crash verantwortlich: "In meinen Augen hat Michael etwas zu spät gebremst und mich aus dem Rennen gekickt." (DATENCENTER: WM-Stand)

Heidfeld hatte schon früh das Aus gedroht, als ihn Force-India-Pilot Vitantonio Liuzzi von hinten rammte und er nach einer weiteren Kollision vorne einen neuen Frontflügel brauchte.

Anschließend kämpfte sich der 33-Jährige bis ins Mittelfeld, bevor er sein Auto nach der Kollision mit Schumacher in der Box abstellen musste.

Umstellungsprobleme trotz Testrunden

Für den 33-Jährigen war das Comeback bei Sauber ein echter Schnellschuss. "Wenn man zu einem Team kommt, zieht es sich normalerweise recht lange hin bis zum ersten Rennen", sagte Heidfeld, bei dem es diesmal völlig anders war.

Gerade einmal zwei Wochen vor dem Rennen bekam der Mönchengladbacher die Bestätigung, dass er bei Sauber für die letzten fünf Rennen des Jahres den Spanier Pedro de la Rosa ersetzen soll.

Und Heidfeld bemerkte schnell, dass er sich erst wieder an das Geschehen herantasten muss ? trotz der vorher absolvierten Testrunden für Reifenhersteller Pirelli.

[kaltura id="0_2avpey0p" class="full_size" title="Eine Runde mit Vettel in Singapur"]

"Es war deutlich anders, da musste man sich schon wieder umstellen", berichtete Heidfeld: "Es war natürlich gut, überhaupt gefahren zu sein, um die Sinne wieder zu schärfen. Aber die Linienwahl und das Gefühl sind komplett anders."

"Gehofft, dass es schneller geht"

Nach einem guten freien Training am Freitag lief es dann am Samstag in der Qualifikation nicht wie gewünscht.

"Ich habe nicht den Grip gespürt, den man eigentlich mit weichen Reifen bekommen sollte, und dann war das Auto sehr diffizil zu fahren", meinte Heidfeld nach Startplatz 14 und musste sich eingestehen, "dass es einfach Runden braucht, Zeit um das Setup zu verstehen und die Daten zu analysieren."

Mit der Erfahrung aus zehn Jahren Formel 1 hatte er "natürlich gehofft, dass es schneller geht. Aber ich musste leider einsehen, dass es nicht so ist". Die nächste Fahrpraxis bekommt er jetzt in zwei Wochen in Suzuka.

Offene Zukunft

Wie es 2011 für ihn weitergeht, ist zurzeit noch offen. Der Vertrag bei Sauber läuft erst einmal nur bis zum Saisonende, eine Verlängerung ist aber möglich. Ebenso ein Wechsel zu einem anderen Team.

Es gebe Gespräche, sagte Heidfeld, dessen Erfahrungen mit den Pirelli-Reifen, die im kommenden Jahr alle Teams fahren, auch für andere Rennställe wertvoll sein könnten. Und diesmal könnte es auch sein, dass Heidfeld sich frühzeitig entscheidet und nicht wie im vorigen Winter lange auf einen Platz bei den Top-Teams McLaren und Mercedes spekuliert.

Die Cockpits schnappten ihm schließlich Weltmeister Jenson Button und Rekordchampion Schumacher weg, und für Heidfeld blieb nur die silberne Ersatzbank.

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