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Lewis Hamilton wurde 2008 mit McLaren jüngster Weltmeister aller Zeiten © getty

Die Briten stärken Lewis Hamilton nach dem zweiten selbst verschuldeten Ausfall in Folge. Er sei ein "großartiges Rennen" gefahren.

Von Julian Meißner

München - Es war eine der Szenen, die den Zuschauern den Atem stocken lassen.

In der 35. Runde des 291932Singapur-Grand-Prix kollidierten die beiden Führenden in der Fahrer-Weltmeisterschaft, im fünftletzten Rennen der Saison.

Während WM-Leader Mark Webber vom Red-Bull-Team das Rennen zu Ende fahren und seine Führung im Tableau behaupteten konnte, kam für McLaren-Pilot Lewis Hamilton wenig später das Aus.

Der Champion von 2008 musste so nach Monza den zweiten selbst verschuldeten Ausfall in Folge hinnehmen, seine Chancen im Titelrennen sind deutlich gesunken.

Whitmarsh: Unglückliche Aktion

Sein Arbeitgeber jedoch sah keine Schuld beim Engländer. "Ich denke nicht, dass Lewis etwas falsch gemacht hat", sagte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh: "Bei jedem Überholmanöver gibt es ein gewisses Risiko. Es war einfach sehr unglücklich."

Er wolle zwar auch Webber nicht verantwortlich für die - zumindest aus Hamiltons Sicht - folgenschwere Kollision machen. Dennoch: Der Australier habe "sehr viel Glück gehabt, damit davonzukommen", so Whitmarsh.

Webber im Glück

"Ich weiß nicht genau, was mit Mark und mir passiert ist", beschrieb Hamilton das Geschehen beim Restart nach der zweiten Safety-Car-Phase, als er seinen Vorteil der frischen Reifen nutzen wollte: "Er hat einen Fehler gemacht, und ich habe versucht außen zu überholen. Er war hinter mir, und ich habe ihn nicht gesehen, dachte aber, ich wäre weit genug vorbei und würde genug Raum für ihn lassen. Das nächste, was ich weiß ist, dass ich berührt wurde, mein Reifen platzte und es das war."

Webber, der seinerseits nur haarscharf an einem Ausfall vorbeischrammte, war überglücklich, dass er das Rennen als Dritter beendete. "Mit Sicherheit war es unglaublich knapp", meinte der Australier zu der Szene mit seinem bis dato härtesten Verfolger in der WM: "Wir haben uns nicht hart getroffen, aber es reichte aus, um uns beinahe beide aus dem Rennen zu werfen."

"Wir alle sind enttäuscht"

Während Hamilton mit finsterer Miene durchs Fahrerlager stapfte und sich gedanklich schon einmal vom Titel verabschiedete, stärkte ihm sein Boss den Rücken.

"Lewis ist ein großartiges Rennen gefahren. Er ist enttäuscht, wir alle sind enttäuscht", sagte Whitmarsh den Reportern im südostasiatischen Stadtstaat: "Aber wir werden uns sammeln und weiter um beide WM-Titel kämpfen."

Surer übt Kritik

Kritik kam von Ex-Rennfahrer und TV-Experte Marc Surer: "Wenn du vorne bist in der Weltmeisterschaft, dann darf dir das nicht passieren. Er macht sich selber das Leben schwer, das war unnötig. Zweimal hintereinander - das ist zu viel", so der Schweizer bei "Sky".

Hamilton selbst machte sich nach der ersten Enttäuschung ("Ich denke nicht über den Titel nach") dann doch wieder Mut.

"Es sind immer noch vier Rennen zu fahren", erklärte der 25-Jährige: "Ich liege 20 Punkte hinter Mark. Das ist eine ordentliche Lücke, aber keine unüberwindbare. Ich werde jedenfalls bis zum Ende kämpfen, anders kenne ich es nicht."

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