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Michael Schumacher (r.) und Nico Rosberg sind seit dieser Saison Kollegen bei Mercedes © getty

Michael Schumacher reagiert nach seinem guten Ergebnis in Suzuka auf die Kritik von Ross Brawn. Den Blick richtet er nach vorne.

Von Barnabas Szöcs

München - Dass Michael Schumacher stets mit einem Lächeln vor den Kameras tritt, zeugt von Professionalität.

Wirklich gute Laune aber kommt beim 41-jährigen Kerpener bislang kaum auf, wenn er den Blick auf seine aktuelle Saison mit Mercedes GP wirft.

Zu enttäuschend sind die bisherigen Ergebnisse, zu langsam ist der Wagen, zu holprig verlief die Saisonvorbereitung.

Sein Comeback in der Königsklasse hatte sich der siebenmalige Formel-1-Weltmeister sicherlich etwas anders vorgestellt, etwas unkomplizierter, etwas erfolgreicher.

Schumacher mit Handling zufrieden

Nach dem 16. WM-Lauf der Saison in Suzuka jedoch kann der Rückkehrer durchaus auf bessere Zeiten - sprich, auf die Saison 2011 - hoffen.

Platz sechs hieß es am Ende für Schumacher. Doch viel wichtiger als die Platzierung war das Zusammenspiel von Bolide und Fahrer.

Klagen über das Fahrverhalten des MGP W01 waren nach dem Japan-GP, den sein 23-jähriger Landsmann Sebastian Vettel gewann, vom Rekordweltmeister nicht zu hören.

"Ein Schritt nach vorne"

Statt Reifenproblemen und schlechtem Handling hatte Schumacher nach dem Rennen viel Lob für den Mercedes.

"Heute hat es definitiv sehr gut funktioniert und dementsprechend konnte ich das Ganze umsetzen. Es war, in Anführungsstrichen, ein Schritt nach vorn, rein vom Resultat gesehen im Verhältnis zu den letzten Rennen", sagte er bei "Sky".

Das rundenlange Duell mit Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg nannte er "hart", aber immer "fair".

Schumacher kann Kritik verstehen

Nach dem Rennen gab sich Schumacher aber auch selbstkritisch und reagierte damit auf die Aussagen seines Teamchefs Ross Brawn, der von Schumacher eine Steigerung gegenüber Teamkollege Nico Rosberg eingefordert hatte.

"Er hat nicht wirklich Kritik an mir geäußert", relativierte Schumacher: "Er hat festgehalten, dass es zu Nico ein bisschen fehlt - und damit hat er sicherlich Recht. Aber ich lerne ständig dazu. Alles in allem bin ich nach wie vor noch ausbaufähig, auch mit 41."

Defekt schickt Rosberg in die Mauer

Besonders dürfte es Schumacher gefreut haben, dass er zu jeder Zeit am Heck seines jungen Kollegen Rosberg dran bleiben konnte, ihn ständig unter Druck setzte und zum Ende hin wohl sogar überholt hätte.

Dass es letztlich nicht mehr zum Überholmanöver kam, verhinderte ein Defekt am Boliden des Wiesbadeners in der Schlussphase, der für einen spektakulären Abflug sorgte.

Blick in die Zukunft positiv

"Es war kein gutes Wochenende für uns", so Rosberg, der das vorzeitige Rennende auf eine gebrochene Hinterachse zurückführte.

Für Mercedes GP stehen nach dem Rennen in Suzuka die Vorzeichen auf einen versöhnlichen Saisonabschluss dennoch recht gut. Und der Blick auf die Saison 2011 dürfte aufgrund der Leistungssteigerung ebenfalls positiv stimmen.

So könnte Schumachers Lächeln sicherlich bald öfters zu sehen sein - nicht nur aus Professionalität.

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