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Vettel und Alonso liegen mit jeweils 206 Punkten auf Platz zwei der WM-Wertung © imago

Die entscheidende Phase im Titelkampf beginnt: Vettel und Alonso gehen verbal in die Offensive - im Gegensatz zur Konkurrenz.

Von Olaf Mehlhose

München - Der Kampf um die Weltmeisterschaft in der Formel 1 geht auf die Zielgerade.

Mit Mark Webber, Sebastian Vettel, Fernando Alonso, Lewis Hamilton und Jenson Button haben noch fünf Fahrer Chancen auf den Titel.

Bei gerade mal drei verbleibenden Rennen kann jeder Fehler das Aus im Titelkampf bedeuten.

Vor dem Große Preis von Südkorea (So., ab 7.45 Uhr im LIVE-TICKER) beginnen die Fahrer mit den ersten Psycho-Spielchen: Vettel und Alonso setzen auf Attacke, Webber nimmt den Druck von sich, Button versucht Zwietracht zu säen. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Webber mit Defensivtaktik

Webber hat von allen Fahrern die beste Ausgangsposition.

"Ich muss einen weiteren Sieg einfahren. Ich bin zuversichtlich, dass es möglich ist", sagte der 34-Jährige, weist die Favoritenrolle jedoch von sich.

"Ich bin vorne, aber sicherlich nicht der Favorit", meinte Webber bei "Motorsport-Total" mit Blick auf den Großen Preis von Südkorea: "Es steht auf des Messers Schneide, trotzdem bin ich entspannt. Ich will keine Chancen verpassen und möglichst viel mitnehmen. Konstanz und Zuverlässigkeit spielen eine wichtige Rolle - einfach locker bleiben."

Im Klartext heißt das: Webber wird versuchen, vorne dabei zu sein - aber nicht um jeden Preis. Im Gegensatz zu seinen Konkurrenten muss er nicht unbedingt gewinnen (Webber: Weltmeister mit Bürobeamten-Taktik?).

Vettel der Draufgänger

Webber versucht es also mit der kontrollierten Offensive, Teamkollege Vettel dagegen spielt den kompromisslosen Draufgänger (Red Bull setzt auf Jekyll-und-Hyde-Taktik).

Bereits vor dem Rennen in Suzuka hatte der Heppenheimer angekündigt, von jetzt an volles Risiko zu fahren.

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Auch verbal setzt achtmalige Grand-Prix-Sieger auf Angriff: "Ohne arrogant klingen zu wollen, würde ich sagen, dass ich Webber jederzeit im Griff hatte", sagte Vettel nach seinem Sieg in Japan 297593(DIASHOW: Bilder des Rennens in Suzuka).

Alonso selbstbewusst

Alonso ist so etwas wie der Meister der Psycho-Duelle.

Der Spanier hat bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass er sich selbst die größten Chancen auf den Titel einräumt.

Das Selbstbewusstsein kommt nicht von ungefähr: Immerhin kann der Doppel-Weltmeister schon auf die Erfahrung aus drei Titelkämpfen zurückblicken.

Alonso setzte sich in den Jahren 2005, gegen Kimi Räikkönen, und 2006, gegen Michael Schumacher, durch. Im darauffolgenden Jahr belegte er allerdings hinter Räikkönen und seinem damaligen Teamkollegen Lewis Hamilton nur den dritten Platz.

Kampfansage des Spaniers

Für das Rennen in Yeongam schickt der Ferrari-Pilot schon einmal eine Kampfansage raus: "In Korea müssen wir attackieren, um den Abstand auf Webber zu verkleinern."

"Die Red-Bull-Fahrer sind die Favoriten für die verbleibenden Strecken und waren es auf allen davor. Aber in 16 Rennen haben sie nur drei Doppelsiege geschafft, also bezweifle ich, dass sie noch drei weitere schaffen", sagte Alonso zu "El Pais" (DATENCENTER: WM-Stand Teams) .

Button sät Zwietracht, Hamilton hofft

Genau die umgekehrte Strategie wählt Titelverteidiger Button: "Vettel muss Mark zwei Mal schlagen, um gleich viele Punkte zu haben. Wenn es mit gleichen Punkten ins letzte Rennen geht, würde ich sagen, Vettel hat im Qualifying die Nase vorne."

Nach Meinung der britischen Presse versuche der derzeit Fünftplazierte der WM-Wertung, das derzeit gute Klima bei Red Bull durch seine Aussagen noch zu kippen.

Teamkollege Hamilton hingegen setzt auf das Prinzip Hoffnung: "In dieser Situation denke ich immer an 2007 zurück. Räikkönen hatte vor den letzten beiden Rennen 17 Punkte Rückstand, aber ist mit dem letzten Atemzug doch noch Weltmeister geworden - deswegen habe ich sicherlich noch nicht aufgegeben."

Welche Taktik die richtige ist, wird sich aber erst nach dem Rennen zeigen.

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