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Felipe Massa holte seinen letzten Sieg für Ferrari 2008 in Sao Paulo © getty

Felipe Massa fährt im Saisonendspurt, der in Südkorea beginnt, für Fernando Alonso - und um seine eigene Zukunft.

Von Julian Meißner

München - Hockenheim war der Knackpunkt.

Seit dem Großen Preis von Deutschland im Juli, als Felipe Massa seinen Ferrari-Teamkollegen Fernando Alonso passieren ließ und sich danach Hohn und Spott über ihn ergoss, ist dem Brasilianer in sportlicher Hinsicht kaum mehr etwas gelungen.

Rang acht in Singapur sowie Startplatz zwölf und ein Erstrundencrash zuletzt in Suzuka markierten die Tiefpunkte von Massas Negativlauf.

Als einziger Pilot der drei Top-Teams spielt der Vizeweltmeister von 2008 keine Rolle mehr im spannendsten Titelkampf aller Zeiten - oder doch?

Als Helfer Alonsos könnte Massa zum X-Faktor im Kampf um die Krone werden.

Vorteil Alonso

Schließlich haben die Red-Bull-Piloten Sebastian Vettel und Mark Webber sowie das McLaren-Duo Lewis Hamilton und Jenson Button keinen Adjutanten an ihrer Seite. Ganz im Gegenteil: Sie fahren gegeneinander.

Massa, der sich in seiner Heimat Brasilien aufs Saisonfinale, das mit dem Rennen in Südkorea (Training, Freitag, ab 6.15 Uhr im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) beginnt, weiß, dass er nun gefordert ist.

"Die letzten drei Rennen sind für mich persönlich sehr wichtig, um nach den enttäuschenden Ergebnissen in Japan und Singapur zurückzuschlagen", ließ er verlauten: "Noch wichtiger ist es aber, ordentlich Punkte einzufahren, um der Scuderia im Kampf um beide WM-Titel zu helfen."

Kampf ums Cockpit

Doch Massa kämpft auch um sein Cockpit beim legendären Rennstall. Zwar läuft sein Vertrag noch bis 2012, doch Ferrari wird keine zweite Saison erleben wollen, in der ein Fahrer gegen seinen Stallgefährten derart untergeht.

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"Ich will einen starken Massa, der den Gegnern Punkte abnimmt", forderte Ferrari-Oberhaupt Luca di Montezemolo nach dem Nuller in Japan und nahm den 29-Jährigen in die Pflicht: "Ferrari-Piloten fahren für das Team, nicht für sich selbst. Wer für sich selbst fahren will, wird es mit dem Team zu tun bekommen."

Di Montezemolo macht Druck

Sollte Massas Saisonendspurt ähnlich desaströs verlaufen wie die vergangenen Rennen, rückt eine vorzeitige Ablösung immer mehr in den Bereich des Möglichen.

Di Montezemolo stärkt Massa den Rücken - setzt ihn aber gleichzeitig auch unter Druck: "Ich bin mir sicher, er wird die Überraschung der letzten drei Saisonrennen."

"Mitten im WM-Kampf sein"

Dafür wäre zunächst einmal, das weiß auch Massa, ein ordentliches Qualifying auf dem unbekannten Kurs von Yeongam fällig.

"Ich möchte mitten im WM-Kampf sein und mit den fünf Fahrern kämpfen, die den Titel jagen", formulierte er seine Ziele für das heiß diskutierte 17. Saisonrennen: "Das ist das Beste was ich tun kann, um Ferraris und Fernandos Hoffnungen zu unterstützen."

Vertrauen in den F10

Das Auto, um vorne mitzufahren, hat Massa mit dem F10 bekanntlich.

"Ferrari war auf fast allen Kursen konkurrenzfähig, und es gibt keinen Hinweis darauf, dass das diesmal anders sein sollte", meinte er zum Rätselraten über die Kräfteverteilung auf dem brandneuen Kurs.

Heimrennen am Horizont

Ein positives Resultat wäre neben der Schützenhilfe für Alonso Balsam auf die Wunden des Brasilianers, der zudem gestärkt zum folgenden Rennen in seiner Heimatstadt Sao Paulo reisen könnte.

Selbst dann dürfte es noch schlimm genug sein, am Ort seiner größten Niederlage, wo er 2008 vor den heimischen Fans den schon sicher geglaubten Titel verlor, den Wasserträger für den Teamkollegen zu spielen.

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