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Formel-1-Boss Bernie Ecclestone (3.v.r.) inmitten der fünf Titelkandidaten © getty

Das Gros der Fahrer setzt im Titelkampf auf Webber. Ein aktueller und ein ehemaliger Fahrer fällen harte Urteile gegen Vettel.

Yeongam - Für die Kollegen wäre WM-Spitzenreiter Mark Webber der "Weltmeister der Herzen", ein ehemaliger Champion bezeichnet Sebastian Vettel dagegen als "verhätschelt" und "verdorben".

Bei den Weltmeister-Tipps aktueller und vergangener Formel-1-Größen schneidet die deutsche Titelhoffnung meist schlecht ab.

Lediglich seine deutschen Kollegen und sein ehemaliger Teamchef Gerhard Berger glauben vor dem Rennen in Südkorea (Qualifying, Samstag, 6.45 Uhr im LIVE-TICKER), dass der Red-Bull-Pilot in den letzten drei Läufen die 14 Punkte Rückstand auf seinen Teamkollegen Webber aufholen und sich zum jüngsten Weltmeister der Geschichte krönen kann.

Auch dem punktgleich mit dem Deutschen auf Rang zwei liegenden Fernando Alonso werden große Chancen eingeräumt.

Barrichellos hartes Urteil

Besonders hart klingt das Urteil von Rubens Barrichello. Der erfahrenste Pilot im aktuellen Feld behauptet, dass nahezu alle seine Kollegen Webber und nicht Vettel die Daumen drücken.

"Nach dem, was passiert ist, ist Mark zu einer Art Wunsch-Weltmeister geworden", sagt der Brasilianer: "Auch ich sympathisiere mit ihm. Seit er in Silverstone seine Meinung gesagt und seine Position im Team gestärkt hat, denken wahrscheinlich viele so."

Damals hatte Webber den Aufstand geprobt, nachdem er Vettel im Qualifying seinen neuen Frontflügel hatte abtreten müssen. "Nicht schlecht für einen Nummer-2-Fahrer", hatte der Australier nach seinem Sieg über den Boxenfunk gerufen.

Auch Villeneuve teilt aus

Der frühere Weltmeister Jacques Villeneuve fällt gar ein vernichtendes Urteil über den angeblich verwöhnten Vettel.

Dieser sei "verhätschelt" und "manchmal recht ungestüm, doch wenn ihn das Team nicht auf seine Fehler hinweist, wird er nichts lernen. Red Bull ist schuld daran, ihn verdorben zu haben."

Der langjährige Teamchef Flavio Briatore kritisiert die "vielen Fehler", die der 23-Jährige in dieser Saison gemacht hat. Der momentan gesperrte Briatore spricht sich deshalb dafür aus, dass Red Bull Webber vor dem Saisonfinale "zur klaren Nummer eins erklärt".

Schumacher macht Mut

Hoch im Kurs steht Vettel dagegen bei den meisten deutschen Vertretern. "Es ist noch nichts verloren", sagt beispielsweise Rekord-Weltmeister Michael Schumacher aufmunternd.

Für dessen Bruder Ralf, als TV-Experte in Südkorea, ist Vettel gar der Favorit. "Ich sehe nicht, wer Red Bull schlagen soll", sagte er: "Und wenn Sebastian konstant fährt und keine Fehler macht, hat er die besten Chancen."

Rosberg: McLaren-Piloten ohne Chance

Nick Heidfeld zeigt sich beeindruckt von Vettels überzeugendem Sieg in Japan: "Vor dem Rennen habe ich noch auf Webber getippt, aber wenn ich mir Vettels Pace anschaue, wird es nochmal richtig eng."

In den Augen von Nico Rosberg wird der Titelkampf zwischen Webber, Vettel und Alonso entschieden. Die beiden McLaren-Piloten Jenson Button und Lewis Hamilton hat er nicht mehr auf der Rechnung.

Berger pro Vettel

Auch für Ex-Pilot Gerhard Berger, unter dessen Führung Vettel 2008 bei Toro Rosso sensationell den ersten Sieg einfuhr, ist der Heppenheimer "fast der Favorit. Er hat das beste Auto und fährt schneller als Webber", sagt der Österreicher.

Der deutsche Red-Bull-Pilot habe gar "das Zeug zum Mehrfach-Weltmeister".

In den Augen von Renault-Pilot Robert Kubica ist Vettel dagegen chancenlos. "Webber oder Alonso werden Weltmeister. Mein Gefühl sagt mir, dass es sich nur noch zwischen den beiden entscheidet", meint der Pole.

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