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10.000 Heppenheimer feiern den frischgebackenen Weltmeister Sebastian Vettel © getty

Das Städtchen bereitet dem berühmten Sohn einen begeisterten Empfang. Der Weltmeister ist stolz und schießt Erinnerungsfotos.

Heppenheim - Sebastian Vettel begrüßte seine Fans in perfektem Hessisch und schoss auf der Bühne mit dem Handy spontan ein Erinnerungsfoto "für sein Schlafzimmer".

Am Sonntagmittag wurde Heppenheim endgültig zu "Vettelheim", etwa 10.000 Anhänger haben dem neuen Formel-1-Weltmeister auf dem Marktplatz seiner Heimatstadt einen großen Empfang bereitet.

Der 23-Jährige wurde mit lauten "Sebastian"-Rufen empfangen, als er um 14.20 Uhr mit gelb-roter Mütze auf die Bühne trat. Das Lausbubenlächeln wollte gar nicht mehr aus seinem Gesicht weichen. (Red-Bull-Boss: Vettel muss sich 2011 beweisen)

"Mit so vielen Leuten hätte ich nicht gerechnet. Das macht mich als Hepprumer Bub echt stolz", meinte Vettel lächelnd auf Hessisch und ergänzte in Hochdeutsch: "Das haut einen echt um. Das ist besser als in Abu Dhabi, da waren nicht so viele Leute." (Schumi steht auf Vettels "Renngeilheit")

Vettel: Alonso hat nicht gratuliert

Er habe viele bekannte Gesichter gesehen, meinte Vettel und schoss von der Bühne spontan ein Erinnerungsfoto mit der Handy-Kamera. "Das kommt ins Schlafzimmer", verriet er. 312220(DIASHOW: Die Bilder der Reifentests)

Auch anschließend plauderte Vettel so locker, wie man es selbst von ihm kaum gewohnt ist. Er wisse, was er an Heppenheim habe, denn "schon als ich im Sommer hier war, war die Wutz los", sagte Vettel. Als "Weltmeister der Herzen" statt echter Weltmeister aus der Saison zu kommen, hätte ihm "richtig gestunken".

[kaltura id="0_ywkuwolq" class="full_size" title="Sebastian Vettel im Interview"]

Dies war wohl auch bei seinem größten Konkurrenten Fernando Alonso der Fall. "Er hat mir immer noch nicht gratuliert", verriet Vettel, der eine ereignisreiche Woche hinter sich hat:

"Ich habe die ganze Zeit nur gedacht: Hoffentlich weckt mich keiner auf. Das ist alles irgendwie noch unwirklich. Auf jeder deutschen Zeitung war mein Gesicht auf der ersten Seite 1. Das ist schwer zu fassen, denn letztendlich bin ich ein ganz normaler Bub."

Temperaturen um den Gefrierpunkt

Die ersten Fans waren bei Temperaturen um den Gefrierpunkt bereits um 7.00 Uhr morgens zum Europaplatz gekommen, um dem berühmtesten Sohn der Stadt aus der ersten Reihe zujubeln zu können. Ab 8.00 Uhr waren die Zufahrtsstraßen gesperrt.

Schon bevor Vettel auf die Bühne trat, feierten die Fans stundenlang sich selbst oder auch den Russen Witali Petrow, der im letzten Rennen Vettels Konkurrent Fernando Alonso aufgehalten hatte und so zum "Weltmeister-Macher" geworden war. Rund 200 Polizisten waren im Einsatz, um bei der wohl größten Party in der Geschichte Heppenheims für Sicherheit zu sorgen.

Heppenheim will berühmt werden

Heppenheim war bisher vor allem durch mehr als 400 unter Denkmalschutz stehende Kulturdenkmäler und ein Internationales Weinmarkt-Stockschießturnier bekannt.

Nun will die Kreisstadt in Südhessen am Rande des Odenwaldes das neue Kerpen oder Leimen werden - die beiden Gemeinden hatten als Geburtsorte von Michael Schumacher und Boris Becker deutschlandweit Berühmtheit erlangt.

Vettels Titel beschert seiner Heimat nun einen Werbewert von mehr als 100 Millionen Euro. "Der Kreis müsste einen dreistelligen Millionen-Betrag investieren, um den gleichen Marketingeffekt zu erzielen, wie er ihn jetzt durch Sebastian Vettel weltweit erzielt", sagte Matthias Wilkes, Landrat des Kreises Bergstraße.

Nach Stationen in München, Salzburg, dem Teamsitz in Milton Keynes und einer Rückkehr an den Ort seines Triumphes nach Abu Dhabi für Reifentests war Vettel mit dem Helikopter nach Heppenheim gekommen und anschließend von Vater Norbert zum Europaplatz chauffiert worden.

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