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Michael Schumacher (l.) landete in der WM-Wertung acht Plätze hinter Sebastian Vettel © getty

Der Bekanntheitsgrad des neuen Weltmeisters steigt rapide. Ein Marketing-Experte schätzt einen Werbe-Wert von fünf Millionen Euro.

München - Vettel hier, Vettel da: Seit seinem Titelgewinn in Abu Dhabi vor knapp zwei Wochen kennt der Hype um Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel keine Grenzen.

Ganz Deutschland hat den Red-Bull-Piloten scheinbar ins Herz geschlossen, nicht nur in seiner Heimatstadt Heppenheim freuen sich die Fans mit dem 23-Jährigen. 315339(DIASHOW: Vettel-Empfang in Heppenheim)

Dabei könnte sich der Erfolg für Vettel auch finanziell auszahlen - unabhängig von der geschätzten Titelprämie seines Rennstalls in Höhe von geschätzten drei Millionen Euro.

Im Rennen um lukrative Werbeverträge hat sich Vettel bereits in den Windschatten deutscher Werbestars wie Franz Beckenbauer oder Michael Ballack katapultiert.

Schumacher verdient das Doppelte

"Wir haben mal eine mögliche Größenordnung von zwei bis fünf Millionen Euro pro Jahr errechnet, wenn man ihn systematisch in Deutschland vermarkten würde. Damit steigt er schon auf in die Top-Riege", sagt Marcel Cordes, Vorstand des Forschungs- und Beratungsunternehmens "Sport+Markt".

Rekordweltmeister Michael Schumacher verdiene "aber noch locker das Doppelte".

Laut Cordes war dieser nie der sympathischste, dafür aber der faszinierendste Fahrer.

Erfolge bestätigen

Um in absehbarer Zeit auch in Kategorien von Schumi oder internationalen Superstars wie Roger Federer oder Tiger Woods aufzusteigen, müsse Vettel zunächst einmal seine Erfolge in den kommenden Jahren bestätigen, meint der Experte.

[kaltura id="0_ywkuwolq" class="full_size" title="Sebastian Vettel im Interview"]

"Man man muss erst einmal abwarten, wie sich das verfestigt und ob er auch im nächsten Jahr wieder vorne mitfährt. Wir haben hier noch keinen Michael Schumacher. Schumacher ist eine weltweit bekannte Formel-1-Ikone. Vettel ist jetzt sicherlich auf seinen Spuren, aber noch lange nicht da", sagt der Marketingfachmann.

Profilschärfung als nächster Schritt

Die Vermarktbarkeit sei auf jeden Fall da, allerdings müsse Vettel dafür auch noch sein Profil schärfen. "Einzig darüber, dass man sympathisch ist, wird man nicht unbedingt die Werbe-Ikone", stellt Cordes klar.

"Natürlich hat Vettel nun unglaublichen Rückenwind, aber er muss sich jetzt auch von anderen differenzieren. Er hat meines Erachtens aber noch ein relativ geringes Profil. Nett? Ja. Freundlich? Sicher. Sympathisch? Okay. Aber es sollte sich vielleicht mal Jemand mit Erfahrung dranmachen, ihn neben seiner sportlichen Karriere zu positionieren", fügt er hinzu.

Fäden selbst in der Hand

Dabei könnte Vettel, der keinen Manager beschäftigt und seine Geschäfte lieber selbst regelt, aber durchaus auf den Dingen aufbauen, die ihn bereits auszeichnen.

"Dass er die Fäden in der Hand hält, zeichnet ihn sicher ein Stück weit aus. Er ist ein 'Self-Made-Man', was bei seiner Jugend außergewöhnlich ist. Das sind Werte, die man weiterverfolgen kann", sagt Cordes.

Mit dem Rekord des jüngsten Weltmeisters der Formel-1-Geschichte habe Vettel zudem "etwas geschaffen, was der Marketingmann auch verarbeiten kann". Außerdem sei er jung und noch nicht in eine bestimmte Schublade gesteckt.

Gezielte Einordnung

Cordes rät allerdings zu einer gezielten Positionierung. "Ich glaube, viele Sportler leben auch davon, dass sie sich über die Zeit ein gewisses Profil aufbauen, so wie zum Beispiel Dirk Nowitzki. Die neben dem unglaublichen sportlichen Erfolg, den sie haben, zudem für ganz klare Werte stehen", sagt er.

"Sebastian Vettel muss sich ja nicht verbiegen, er muss nur das, das ihn ausmacht, ein bisschen mehr schärfen und mehr nach vorne tragen. Das wäre schon sinnvoll", gibt Cordes als Tipp mit.

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