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Mark Webber hatte sich schon 2008 bei einem Fahrradunfall einen Beinbruch zugezogen © getty

Der Australier geht nach seiner Verletzungsbeichte zur Selbstverteidigung über. Er sei im WM-Endspurt nicht beeinträchtigt gewesen.

Von Matthias Becker

München - Ein kleiner Bruch mit großen Folgen.

Mark Webbers Beichte, das Saisonende in der Formel 1 mit einer Fraktur in der rechten Schulter bestritten zu haben, schlug hohe Wellen.

So hoch, dass der Australier selbst überrascht war.

"Ein kleines bisschen Information kann sehr gefährlich sein", stellte Webber auf seiner Homepage fest - und ging nach der Veröffentlichung seines Buches mit den brisanten Passagen zur Schulterblessur in die Offensive.

Webber verteidigt sich

"Die Schulter hat mir keinerlei Probleme gemacht, deshalb gab es auch keinen Grund, mit jemandem darüber zu reden", entgegnete der WM-Dritte auf die Kritik daran, dass er seine Verletzung seinem Arbeitgeber Red Bull verschwiegen hatte.

Den Bruch in der Schulter hatte sich Webber vor dem Großen Preis von Japan bei einem Sturz vom Mountainbike zugezogen. Er sei nach den Untersuchungen am verletzten Gelenk zuversichtlich gewesen, dass ihn die Verletzung bei der Arbeit im Auto nicht beeinflusse, erklärte Webber:

"Wenn ich im Auto irgendwelche Probleme gehabt hätte, hätte ich es dem Team natürlich gesagt."

Horner angefressen

Ob Christian Horner diese Aussagen besänftigen können, bleibt abzuwarten. Der Red-Bull-Teamchef war nach der Veröffentlichung von Webbers Buch "Up Front" schwer angefressen.

"Ich wusste nicht mal was von dem Buch, geschweige denn von dem Sturz. Es hat Marks Leistung nicht sichtbar beeinträchtigt, aber es wäre trotzdem schön gewesen, wenn wir davon gewusst hätten", sagte Horner im Gespräch mit dem "Daily Telegraph": "Es ist extrem enttäuschend und frustrierend, dass er uns nicht informiert hat."

Die Fahrer seien vertraglich verpflichtet, auf ihre Gesundheit zu achten und sich nicht in Gefahr zu begeben: "Wir müssen vielleicht mal darüber nachdenken, ob Radfahren für Mark das Richtige ist."

Spritze auf "ärztlichen Ratschlag"

Von einem Einfluss auf seine Leistungen im - letztlich erfolglosen - WM-Endspurt gegen Sebastian Vettel und Fernando Alonso wollte Webber nichts wissen. (DATENCENTER: Die WM-Fahrerwertung 2010)

Eine schmerzstillenden Spritze, die er vor dem Rennen in Suzuka bekommen habe, sei eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen, "weil ich erstmals 50 Rennrunden und das Qualifying an einem Tag machen musste. Deshalb habe ich den ärztlichen Ratschlag befolgt", sagte der 34-Jährige.

OP hat es nicht gegeben

Dass er bei den Pirelli-Testfahrten im November in Abu Dhabi gefehlt hatte, habe mit seiner Verletzung allerdings nichts zu tun, versicherte Webber. Zunächst war spekuliert worden, der Australier habe wegen einer OP an der verletzten Schulter ausgesetzt.

"Ich hatte keine Operation, deshalb weiß ich auch nicht, woher die Geschichten darüber stammen", erklärte er. Vielmehr sei er für die Tests nie eingeplant gewesen.

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