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Sebastian Vettel ist mit 23 Jahren der jüngste Formel-1-Champion aller Zeiten © getty

Der Champion setzt voll auf Titelverteidigung und wehrt sich gegen zu viele Verträge. Abseits der Piste fühlt er sich beobachtet.

Frankfurt/Main - Weltmeister Sebastian Vettel will die neue Saison wie ein Verlierer angehen.

"Wir müssen wieder dorthin kommen, wo wir vor einem Jahr waren", sagte Vettel in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Um anschließend zu ergänzen: "Damals hatten wir die Weltmeisterschaft verloren, aber danach haben wir alles dafür getan, dass es nicht noch einmal passiert."

An die Rolle des Gejagten muss sich der jüngste Formel-1-Weltmeister aller Zeiten erst einmal gewöhnen (DATENCENTER: Die WM-Fahrerwertung 2010).

"Ich denke schon, dass es schwerer ist, aber ich muss diese Situation erst noch kennenlernen. Ich stehe zum ersten Mal vor dieser Herausforderung in der Formel 1", sagte der 23-Jährige.

"Mir ist die Leistung wichtig"

Klar ist für den Heppenheimer, dass er sich nicht bei zu vielen Werbeterminen aufreiben will. "Wenn ich jetzt jeden Vertrag, der mir vorgelegt wird, unterschreibe, dann habe ich am Ende des Jahres ganz sicher mehr Geld auf meinem Konto. Aber ich muss auch sehr viel meiner Zeit abgeben", erklärte er.

"Mir ist die Leistung wichtig, und ich weiß genau, was ich machen muss. Ich habe keine Lust, am Ende der nächsten Saison nur Dritter zu sein und zu sagen: Okay, jetzt war das Drumherum vielleicht doch zu viel. So weit will ich es gar nicht erst kommen lassen."

Bekanntheitsgrad deutlich gestiegen

Das "Drumherum" ist Vettel jetzt schon zu viel. Es gingen damit "viele Dinge einher, die sich die Leute nicht vorstellen können. Ich kann nicht mehr einfach so in die Stadt gehen", berichtete er.

"Viele sagen vielleicht: Was stellt der sich jetzt so an? Dann wird er vielleicht mal erkannt, schreibt zwei Autogramme und macht drei Bilder - und das Thema ist durch. Aber das ist gar nicht mal der Punkt", erklärt Vettel.

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"Unangenehm wird es, wenn man sich beobachtet fühlt. Dann bin ich nicht mehr ich selbst, dann bewege ich mich in gewisser Weise gehemmt, und das ist kein schönes Gefühl. Manche mögen das vielleicht gern. Ich nicht."

Auch dies sei aber ein Lernprozess, "und die Vorteile meines Lebens überwiegen. Etwas Besseres, als in der Formel 1 zu fahren, könnte ich mir gar nicht vorstellen."

Keine richtige Freundschaft mit Schumacher

Ob er irgendwann einmal mit seinem einstigen Idol Michael Schumacher wie bei vier erfolgreichen Auftritten beim Race of Champions in einem Team fahren wolle, beantwortete Vettel ausweichend: "Man weiß nie. Ich habe mir bis jetzt sagen lassen, dass er eine harte Nuss ist."

Das Verhältnis zum Rekord-Weltmeister sei sehr gut, eine Freundschaft sei aus Altersgründen aber nicht möglich.

"Michael und ich verstehen uns sehr gut", meinte der Hesse: "Wenn wir Zeit miteinander verbringen, lachen wir sehr viel. Aber eine wirkliche Freundschaft ist schwierig. Michael kommt aus einem anderen Umfeld, aus einer anderen Zeit."

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