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Nico Rosberg belgete 2010 in der Fahrerwertung mit 142 Punkten Platz sieben © getty

Er hat Schumi im Duell geschlagen, dennoch blickt Mercedes-Pilot Nico Rosberg mit gemischten Gefühlen auf 2010 zurück.

München - Nico Rosbergs Wunschliste an den Weihnachtsmann ist ein gut gehütetes Geheimnis zwischen den beiden.

Seine Wünsche an die neue Formel-1-Saison sind dafür viel offensichtlicher.

Nach einem für ihn enttäuschenden siebten Platz in der Fahrerwertung 2010 (WM-Endstand 2010) möchte der 25-Jährige im kommenden Jahr angreifen - mit einem deutlich schnelleren Mercedes-Boliden.

Zumindest, so der Sohn von Ex-Weltmeister Keke Rosberg, habe er Teamkollegen Michael Schumacher hinter sich gelassen.

Im Interview spricht Rosberg über die abgelaufene Saison mit Mercedes GP, Weltmeister Sebastian Vettel und Weihnachten in Finnland (Alle News zur Formel 1).

Frage: Was macht ein Formel-1-Fahrer an Weihnachten?

Nico Rosberg: Er feiert mit seiner Familie. Besonders durch meine Mutter und ihre deutschen Wurzeln hat Weihnachten bei uns einen großen Stellenwert. Sie organisiert alles. Wir feiern immer am Heiligen Abend, und es kommt noch jedes Jahr der Weihnachtsmann zu uns, denn es sind auch immer kleine Kinder zu Besuch.

Er verteilt Geschenke und erzählt von seinen Engeln, die uns während des Jahres beobachten, Geschichten, was wir gut gemacht haben und was wir schlecht gemacht haben. Er weiß alles über uns. Das ist immer witzig und schön.

In diesem Jahr sind wir in einem noch größeren Familienkreis. Wir gehen zur Abwechslung mal ganz in den Norden nach Finnland. Darauf freue ich mich, das wird sicher sehr schön.

Frage: Was kann der Weihnachtsmann denn aus diesem Jahr Gutes über Nico Rosberg berichten?

Rosberg: Ich glaube, generell habe ich mich in diesem Jahr gut benommen und habe nicht zu viel Blödsinn gemacht.

Frage: Ihren Teamkollegen Michael Schumacher haben Sie immer nur auf der Strecke geärgert...

Rosberg: Auf der Strecke ja, aber außerhalb nicht.

Frage: Sind Sie zufrieden mit diesem Jahr?

Rosberg: Auf der einen Seite bin ich natürlich zufrieden, weil ich Michael schlagen konnte. Das ist sehr wichtig. Mit ihm muss ich mich vergleichen, weil er dasselbe Auto hat. Auf der anderen Seite hatte ich mir resultatsmäßig natürlich viel mehr erhofft. Aber das kommt noch, hoffentlich in der nahen Zukunft.

Frage: Ist die Zuversicht bei Mercedes groß, den Rückstand auf die Top-Teams entscheidend verringern zu können?

Rosberg: Wir werden ihn verringern, davon bin ich überzeugt. Aber es ist natürlich schon ein großer Abstand. Das wird dauern, ich weiß nicht, wie lange. Vielleicht sind wir Anfang der Saison schon nah dran. Aber wir müssen abwarten, es ist schwierig, Prognosen abzugeben. Wir werden aber auf jeden Fall besser aussehen als in diesem Jahr.

Frage: Konnten Sie von Michael Schumacher in dieser Saison etwas lernen?

Rosberg: Natürlich, aber ich glaube, wir haben gegenseitig voneinander lernen können. Es war für mich natürlich sehr interessant, mit ihm zusammenzuarbeiten. Aber auch mit Ross Brawn, denn Ross ist eine sehr starke Führungskraft. Es ist eine tolle Erfahrung, mit so jemandem zu arbeiten.

Frage: Ist der neue Formel-1-Hype in Deutschland durch einen deutschen Weltmeister - aus Ihrer Sicht aus dem falschen Team - für Sie Ansporn und Motivation?

Rosberg: Eigentlich weniger. Ob es jetzt Sebastian Vettel geworden ist oder irgendein anderer: Die Motivation ist immer die gleiche, nämlich, dass ich es schaffen möchte, ganz vorne zu fahren.

Frage: Gibt Vettels Titel der Formel 1 dennoch einen weiteren Schub?

Rosberg: Natürlich, das gibt einen riesen Schub. Das ist nur gut für den Sport und für uns alle. Etwas besseres kann nicht passieren - außer, dass ich selber gewinne.

Frage: Haben Sie Vettel den Titel gegönnt?

Rosberg: Ich habe es ihm gegönnt. Er ist eine tolle Saison gefahren und verdient den Titel auch.

Frage: Und 2011 soll es dann heißen: Silberpfeile jagen Vettel!

Rosberg: Die Silberpfeile jagen, wer immer da vorne ist. Das muss nicht Vettel sein.

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