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Nico Hülkenberg (l.) wurde 2009 Meister der GP2-Serie © imago

Die beiden Deutschen und der DTM-Champ scheinen 2011 das Force-India-Team zu bilden. Vollzug wird gemeldet, dann zurückgezogen.

Von Philipp Langer

München - Lange Zeit stand ein Fragezeichen hinter der Fahrersituation bei Force India.

Doch mittlerweile deuten die Signale darauf hin, dass zum Saisonstart Adrian Sutil und der DTM-Champion Paul di Resta in den Cockpits des indischen Rennstalls sitzen werden - und dass der bei Williams geschasste Nico Hülkenberg das Team als Testfahrer ergänzt.

Die Schweizer "Blick" berichtete am Montagmorgen Vollzug in allen drei Personalien - was verfrüht war: Relativierungen aus dem Umfeld von Sutil und Hülkenberg folgten und mittlerweile haben die Eidgenossen die Nachricht zurückgezogen und von ihrer Website genommen.

In der Tendenz scheint der Bericht, der bestätigende Aussagen von Hülkenberg-Manager Willi Weber enthielt, aber richtig zu liegen.

"Wenn Herr Weber das sagt..."

"Ich wollte Nico eigentlich als dritten Piloten zu McLaren bringen", wurde Weber zitiert: "Doch dort fürchtete Teamchef Martin Whitmarsh, dass Hülkenberg vor allem von (Jenson) Button als Druckmittel aufgefasst werden könnte."

Diese Zitate haben mit dem Rückzug des Artikels nun zwar keinen offiziellen Charakter mehr - dass sie nahe bis sehr nahe an der Wahrheit sind, legt aber auch die Reaktion von Hülkenberg-Sprecher Timo Gans nahe.

"Es dauert noch ein bisschen, bis wir uns offiziell dazu äußern wollen", erklärt er im "Motorsport Magazin" zwar. Aber: "Wenn Herr Weber das sagt, braucht man nicht groß darum herumreden." Offiziell bestätigen müsse die Personalie aber das Team.

Weber: "Ich verhandele mit mehreren Teams"

Die Zukunft Hülkenbergs soll sich bis Mitte Januar entscheiden. Dies bestätigte mittlerweile Weber, eine Tendenz gibt es derzeit jedoch noch nicht: "Ich verhandele mit mehreren Teams", sagte Weber.

Der 23-jährige Hülkenberg hatte trotz seiner ordentlichen Debütsaison bei Williams mit 22 WM-Punkten und einer sensationellen Pole Position beim Großen Preis von Brasilien sein Cockpit räumen und dem Venezolaner Pastor Maldonado den Vortritt lassen müssen.

Weber war sich aber auch nach "Hulks" Aus bei Williams sicher, dass die Zukunft seines Schütlings in der Formel 1 liegt. "Nico wird auch 2011 einen Platz in der Formel 1 haben", sagte Weber.

Vorerst bleibt das Fragezeichen

Auch ins Sutils Lager betont, dass die Angelegenheit noch nicht ganz so weit ist wie ursprünglich gemeldet: "Ich weiß nicht, wo die Aussage herkommt, wahrscheinlich von Willi Weber, weil es heißt, Nico Hülkenberg wird Testfahrer", vermutet Sutils Manager Manfred Zimmermann.

Die Verhandlungen in einem fortgeschrittenen Stadium: "Wir sind uns grundsätzlich einig mit Force India. Der Vertrag ist in Ausarbeitung, aber nicht unterschrieben", betonte Zimmermann.

Der Manager dementierte auch die "Blick"-Behauptung, Sutils Weiterverpflichtung hänge mit den Zahlungen eines Sponsors zusammen.

Vom Ersatz- zum Stammfahrer

Sutils mutmaßlich neuer Teamkollege di Resta gewann 2010 für Mercedes den Meistertitel der DTM und wusste auch in der abgelaufenen Saison als Testfahrer zu überzeugen.

Daraus resultierte ein weiteres Plus: Team und Fahrer müssen sich wohl kaum noch aneinander gewöhnen.

Liuzzi muss passen

Als Verlierer des sich drehenden Fahrer-Karussells bei Force India bleibt Vitantonio Liuzzi zurück.

Dabei war sich der Italiener zuletzt ziemlich sicher, dass er auch 2011 im Force-Inida-Cockpit sitzen würde: "Ich bin ziemlich zuversichtlich, denn das Team hat mir das Zeichen gegeben, dass alles gleich bleibt - ich habe ja einen Vertrag."

Es heißt aber, dass Force India ihm diesen mit rund 1,5 Millionen Euro ausbezahlt.

Heidfeld weiter auf der Suche

Sollte Force India sein neues Rennfahrerpaar tatsächlich bestätigen, engt das den Spielraum für einen weiteren Deutschen ein: Nick Heidfeld. Ihm bliebe nur noch HRT als Anlaufstelle für ein Stamm-Cockpit.

Nicht die attraktivste Aussicht - gut möglich, dass Heidfeld da lieber zurück in seine alte Rolle als Testpilot bei Mercedes GP schlüpft.

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