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Sebastian Vettel wurde mit vier Punkten Vorsprung auf Fernando Alonso Weltmeister © getty

Sebastian Vettel spricht über einen ganz speziellen Spleen, wie er von anderen Sportstars lernt, und warum er Reisen hasst.

München - Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel will nicht nur auf der Rennstrecke, sondern immer und überall die Nummer eins sein.

Der Wunsch, schneller zu sein, sei sein Antrieb, verriet der 23-Jährige in einem Interview mit dem Magazin "GQ".

"Wenn ich mit jemandem laufen gehe, dann will ich immer einen Schritt voraus sein. Ich mache aus allem Möglichen eine Herausforderung. Erster am Lift, Erster oben, Erster wieder unten, Erster im Zimmer, als Erster frisch geduscht - was auch immer, die sinnlosesten Dinge. Ich habe sogar in der Supermarktschlange schon mal jemanden überholt", sagte Vettel.

Seinen Triumph in Abu Dhabi, als er pünktlich im letzten Rennen zum ersten Mal überhaupt in seiner Karriere die WM-Führung erobert hatte und damit zum jüngsten Weltmeister der Formel-1-Geschichte geworden war, hat er bereits zu einem großen Teil abgehakt. (DATENCENTER: Die WM-Fahrerwertung 2010)

Blick nach vorne

"Man schaut schnell wieder nach vorn, aufs anstehende Jahr, die nächsten Testfahrten, auf die nächsten Aufgaben", sagte der Red-Bull-Pilot: "Aber so ist das generell im Sport: Während die Fans auf das zurückblicken, was passiert ist, schaut man als Sportler auf das, was kommt."

Zudem orientiert sich Vettel nicht so sehr am Ergebnis, sondern strebt nach persönlicher Zufriedenheit, die ihm neben den gemessenen Zeiten die "Hingabe ans Auto" gebe.

"Das sind die Momente, in denen alles passt. Das ist Gefühlssache, Instinkt, Intuition. Es passiert einfach. Dann muss ich nicht darüber nachdenken, wie viel Gas ich gebe, wo ich einlenken muss", erklärte er: "Geil ist es, wenn ich aus mir am meisten rausholen kann. Wenn ich über die Ziellinie fahre und das Gefühl habe, das hat gesessen - dann ist das Ergebnis egal. Dann bin ich auch zufrieden, wenn ich nur Zwölfter geworden bin."

Lernen von anderen

Um selbst besser zu werden, schaut Vettel sich nicht nur von Kollegen wie seinem Freund und Rekordweltmeister Michael Schumacher etwas ab.

"Ich lerne auch von anderen Sportlern einiges, von Golfern, Leichtathleten oder Tennisspielern. Das letzte Quäntchen spielt sich in jeder Sportart im Kopf ab. Talent haben viele. Aber warum setzt es der eine um, der andere nicht? Darüber denke ich viel nach. Letztlich geht es darum, seinen eigenen Weg zu finden", sagte Vettel.

[kaltura id="0_n0wmf1za" class="full_size" title="Vettel gibt in Berlin Gummi"]

Man dürfe Dinge nicht einfach kopieren, sondern müsse sie auf sich selbst übertragen und zudem aus Fehlern lernen: "Es ist normal, welche zu machen. Wichtig ist, dass ich versuche, zu verstehen, woran es lag."

Lieber zu Hause

Entspannung sucht Vettel unterdessen am liebsten zu Hause.

"Das Reisen an sich stinkt mir, ja, die vielen Flüge. Man verliert so viel Zeit", sagte er: "So wie andere sich danach sehnen, in den Urlaub zu fahren, im Hotel zu schlafen, was zu erleben, so sehne ich mich danach, zu Hause zu sein. Hauptsache der Kühlschrank ist voll, dann habe ich gar nicht das Verlangen, aus dem Haus zu gehen."

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