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Robert Kubica feierte 2006 auf dem Hungaroring seine Formel-1-Premiere © getty

Nur fünf Tage nach seinem Unfall denkt der Formel-1-Pilot an seine Rückkehr. Er glaubt, vom Crash profitieren zu können.

Rom - Formel-1-Pilot Robert Kubica träumt nach seinem schweren Rallye-Crash in Italien schon wieder vom Comeback in der Königsklasse - und das am liebsten noch in dieser Saison (347832Bilder).

"Ich will noch in diesem Jahr in die Formel 1 zurückkehren. Ich denke immer nur an die Rehabilitation", sagte der 26 Jahre alte Pole der "Gazzetta dello Sport" (DATENCENTER: Rennkalender 2011).

Der Lotus-Renault-Pilot will zudem gestärkt aus dieser schwierigen Phase hervorgehen.

"Ich will stärker als je zuvor zurückkommen. Nach solchen Unfällen ist man nicht mehr dieselbe Person, man ist besser. Das ist mir auch 2007 nach dem Unfall in Kanada so gegangen. Nach meiner Rückkehr war ich besser", sagte er: "Ein Pilot ist nicht nur ein Gaspedal und ein Lenkrad, sondern etwas mehr. Nach dem Unfall in Kanada war ich stärker im Kopf. Auch diesmal wird es so sein, sobald ich mich erholt habe."

Rallye-Teilnahme war kein Fehler

Seine Rallye-Abstecher verteidigte Kubica. "Rallyes sind nicht nur eine Leidenschaft. Sie sind ein hartes, strenges Training für die Formel 1. Ich fahre besser in der Formel 1, weil ich im vergangenen Jahr an vielen Rallyes teilgenommen habe. Rallyes zwingen einen, sich besser zu konzentrieren. Sie sind fast Tests für die Formel 1", erklärte der Pole.

Renault-Teamchef Eric Boullier würde Kubica auch in Zukunft Gaststarts bei Rallyes nicht verbieten.

"Wir werden nicht das Geringste ändern. Robert ist ein Racer, ich bin ein Racer. Hätte ich ihm das Kartfahren und das Rallyefahren verboten, wäre er kein glücklicher Mensch gewesen. Die Fahrer nutzen uns am meisten, wenn sie sich im Team wohlfühlen", sagte Boullier "auto, motor und sport": "Ich kann ihnen eines versichern: Bis zu der Kurve, in der es passiert ist, war Robert der glücklichste Mensch."

Datum des Comebacks ungewiss

Ein genaues Datum für Kubicas Rückkehr konnte Boullier nicht nennen: "Die nächsten drei Monate kommt er nicht zurück. Aber jetzt auf sechs Monate oder mehr zu tippen, wäre reine Spekulation", sagte der Franzose, der am Wochenende in Jerez Nick Heidfeld als möglichen Ersatz für Kubica testet (349532Bilder).

Angesichts der zahlreichen Regeländerungen für 2011 sei ein erfahrener Mann "eminent wichtig". Es sei so vieles neu, "dass wir es mit einem jungen Piloten nicht riskieren können".

Unfall zum "dümmsten Zeitpunkt"

Kubica sei unterdessen sehr interessiert an den Ereignissen im Team. "Er will alle Testergebnisse wissen. Wir werden ihm am Montag nach Jerez alle Daten ins Krankenhaus übermitteln. Da kann er sie studieren."

Der Ausfall des 26-Jährigen kam für seinen Teamchef "zum dümmsten Zeitpunkt": "Die eigentliche Entwicklungsarbeit beginnt jetzt. Und da fehlt uns mit Robert unser wichtigster Mann. Das wird uns auf jeden Fall zurückwerfen."

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Kubica indes bedankte sich für zahlreiche Besuche im Krankenhaus in der toskanischen Ortschaft Pietra Ligure. "Es war schön, Flavio Briatore zu sehen. Auch Fernando Alonso ist gekommen.

Weitere Operationen nötig

Auf der Strecke hat man nie die Möglichkeit, das wahre Gesicht der Menschen zu sehen. Es gibt zu viele Interessen und zu viel Wettbewerb. In der Formel 1 spricht man nur selten gut von einem anderen", sagte Kubica, dem am Freitag in einem neunstündigen Eingriff erfolgreich Brüche an der rechten Schulter und am rechten Fuß gerichtet wurden.

Gefühl in Fingern und Armen

Mit dem Heilungsprozess ist er zufrieden: "Die Finger funktionieren wieder, ich kann sie fühlen - ebenso den Arm. Es kommen noch weitere Operationen, danach weiß man mehr."

Der Zwischenfall tue ihm leid. Er habe von der Entstehung nichts mitbekommen, kam erst im Krankenhaus wieder zu Bewusstsein. "Mein Manager Daniele Morelli hat mir alles erzählen müssen. Er ist seit Sonntag bei mir."

Der Italiener hat das Geschehen kurz nach dem Unfall vor Ort miterlebt.

"Mir lief es kalt den Rücken runter"

"Als wir ankamen, hatte Robert nur noch etwa einen Liter Blut. Die Ärzte sagten mir, ich solle seine Eltern anrufen. Mir lief es kalt den Rücken herunter."

Nur durch die Zuführung von Blutkonserven konnte die akute Lebensgefahr gebannt werden.

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