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Adrian Sutil belegte im WM-Klassement 2010 den elften Platz © getty

Adrian Sutil ärgert sich über die Pirelli-Reifen und lässt kein gutes Haar an ihnen. Er rätstelt über die richtige Strategie.

Von Marc Ellerich

München - Die neuen Pirelli-Reifen sind das Aufreger-Thema der Formel 1.

Die Teams und ihre Piloten stochern seit den ersten Testfahrten im Nebel, wenn es um das Verhalten der italienischen Pneus geht. Und nur zaghaft lichtet sich die Wand aus vielen Fragezeichen. (SERVICE: Die Barcelona-Testergebnisse)

Mancher geht davon aus, dass die höchste PS-Liga wegen der schwarzen Gummi-Walzen eine revolutionäre Entwicklung durchlaufen wird.

Weltmeister Sebastian Vettel rechnet zum Beispiel damit, dass 2011 "die meisten Grands Prix Dreistopp-Rennen werden". Der deutsche Red-Bull-Star sieht sich und seine Kollegen durch den Umstieg von Bridgestone zu Pirelli vor enorme Probleme gestellt. (DATENCENTER: Rennkalender 2011)

"Halten überhaupt nicht"

"Wenn du nur einmal wegen Verkehr abbrechen musst oder einen kleinen Fehler drin hast, kannst du den Reifensatz komplett vergessen. Und wenn es weicher zum falschen Zeitpunkt ist, kann unter Umständen dein ganzes Training beendet sein."

Jetzt hat sich auch Vettels Landsmann Adrian Sutil zum R-Thema geäußert - allerdings mit viel drastischeren Worten als der Weltmeister.

Der Force-India-Pilot lässt kein gutes Haar an den Pirellis. "Halten tun die leider überhaupt nicht", bemängelte Sutil in einem Interview mit "auto, motor und sport".

Selbst die harte Mischung sei nach "15 Runden komplett auf der Leinwand. Das ist wirklich brutal. Du denkst, du bist im Tourenwagen. Man fährt dann herum wie auf Intermediates."

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Mit Intermediates wie auf Eis

Auch an den Misch-Reifen findet Sutil keinen Gefallen. Als sehr schwierig beschreibt Sutil die Fahrt mit den Intermediates: "Von der Haltbarkeit war es ganz gut, solange es noch feucht war. Aber die Rundenzeiten waren sehr langsam. Das war wie auf Eis. Es ist eine große Herausforderung."

Eine Umstellung des eigenen Fahrstils bringe wenig, prophezeite der Wahl-Schweizer in dem Gespräch. "Die Zeiten, in denen man richtig hart fahren kann, sind schon lange vorbei. Nur im Qualifying geht das noch. Das wird aber jetzt mit den weichen Reifen schwer. " Der Reifen halte eine schnelle Runde fast nicht bis zum Ende durch.

Sutil: "Da muss man fahren wie auf Eiern."

Langeweile im Training?

Ähnlich wie Vettel sieht Sutil den Grand-Prix-Zirkus vor radikalen Veränderungen. Schon der Trainingsbetrieb am Freitag werde gravierenden Einschränkungen unterworfen sein.

Da werde "wohl nicht viel gefahren", orakelte der WM-Elfte der Vorsaison: "Dabei bräuchte man eigentlich eher mehr Zeit. Aber so wie die Reifen abbauen, kann man eigentlich gar nichts testen. Wenn man etwas am Auto ändert und das nicht mit den neuen Reifen vergleicht, dann ist die Arbeit für die Katz."

Suche nach der Strategie

Wie alle anderen Teams sind Sutil und sein Force-India-Rennstall auf der Suche nach der richtigen Strategie für den Umgang mit den Pirelli-Pneus - mit mäßigem Erfolg, wie der Pilot einräumt.

Denn auch das Anfahren der Reifen vor deren Einsatz verspreche wenig Erfolg, vermutet Sutil. "Das habe ich probiert. Aber dann fährst du am Anfang zwanzig Prozent langsamer, und dann hält der am Ende vielleicht eine Runde länger. Das richtige Rezept ist das auch nicht. Wir werden wohl alle zur gleichen Zeit und relativ oft an die Boxen kommen müssen."

Was den Rennfahrer wohl kaum gefallen wird - dem Publikum allerdings schon.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die News im TV auf SPORT1)

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