vergrößernverkleinern
Fernando Alonso hat bei 158 GP-Starts 26 Siege eingefahren © imago

Fernando Alonso geht in seine zehnte Formel-1-Saison. Von Freundschaften hält der Spanier wenig, von Ferrari dafür sehr viel.

Von Marc Ellerich

München - Fernando Alonso werden in diesen Tagen zahlreiche Glückwünsche entgegen gebracht. Vor allem in seiner spanischen Heimat gratulieren sie dem Ferrari-Star zu seinem zehnten Jahr in der Formel 1.

Vor ziemlich genau einer Dekade begann sie also die Alonso-Story in der Motorsport-Eliteklasse, und der Pilot aus Oviedo hielt das offenbar für einen geeigneten Zeitpunkt, um einmal ein paar Dinge klarzustellen.

Popularität, so sprach Alonso in einem Jubiläumsinterview des spanischen Sport-Blattes "Marca", bedeute ihm rein gar nichts, und, einen schönen Gruß an die Konkurrenz: "Ich fahre keine Rennen, um mir Freunde zu machen, sondern um viele Titel zu erringen."

Eine unendliche Geschichte

Alonso und das Thema Freundschaft - eine unendliche Geschichte ist um ein Kapitel reicher. Dass der Spanier seinem Kollegen das Leben - gelinde gesagt - ziemlich schwer machen kann, erfuhr im Vorjahr sein derzeitiger Ferrari-Kompagnon Felipe Massa.

Beim Grand Prix in Hockenheim drängelte Alonso so lange über den Boxenfunk, bis der in Führung liegende Brasilianer auf Anweisung des Teams Platz machen musste. Alonso fuhr zum Sieg, Ferrari hatte die Stallorder-Affäre am Hals.

Auch Red Bulls Motorsport-Beauftragter Helmut Marko versuchte seinem Weltmeister Sebastian Vettel dessen jüngste Ferrari-Flausen mit dem Satz auszutreiben: "Warum sollte er dorthin gehen zu einem Alonso?"

Und zuletzt machten böse Gerüchte über den spanischen Doppel-Weltmeister und dessen Verhalten im legendären "Krieg der Sterne" 2007 bei McLaren-Mercedes die Runde.

Intrigen bei McLaren?

In dem Buch "No Angel - The secret life of Bernie Ecclestone" des Journalisten Tom Bowers wird behauptet, Alonso habe in seiner Zeit beim englischen Rennstall übelste Intrigen gegen seinen damaligen Teamkollegen Lewis Hamilton angezettelt.

Was Bowers, der für seine nicht autorisierte Biografie von Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone lange Gespräche mit dem PS-Mogul geführt hat, schreibt, wirft in der Tat kein gutes Licht auf Alonso. Wenn es denn stimmt.

[kaltura id="0_otorgldo" class="full_size" title="Stimmen zu den Winter Tests"]

So soll der spanische Doppel-Weltmeister seinen Teamchef Ron Dennis damals aufgefordert haben, den unerwartet starken Hamilton mit zu wenig Sprit in den Ungarn-Grand-Prix starten zu lassen.

Alonso: Nicht Teil des Teams

Alonso nahm zu diesen Behauptungen nicht Stellung, hat aber an die Zeit beim englisch-deutschen Rennstall, den er nach nur einem Jahr vorzeitig verließ, keine guten Erinnerungen, wie er gegenüber "Marca" einräumte.

"Bei McLaren habe ich mich nicht als Teil des Teams gefühlt", bekundete er: "Ich habe fast nicht an dem teilgenommen, was sie gemacht haben."

Lob für Ferrari

Wie anders sei es doch nun bei Ferrari.

"In Wahrheit ist es noch viel besser, als ich es mir vorgestellt habe", huldigte er seinem neuen Arbeitgeber, für den er nach zwei Überbrückungsjahren bei Renault (samt Crashgate-Affäre in Singapur) 2010 auf Anhieb um ein Haar die Weltmeisterschaft gewonnen hätte.

Doch selbst der verpasste Titel schmerzt Alonso angeblich nur halb so sehr - eben weil er in einem Ferrari sitze. "Hier genieße ich es sogar, Zweiter, Achter oder 23. zu werden."

Aber so ganz auf Ruhm möchte der ehrgeizige Spanier dann doch nicht verzichten. "Mal sehen ob ich genügend gewinne, dass man sich später an mich erinnert", meinte der Ferrari-Star abschließend zum Titel-Thema.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die News im TV auf SPORT1)

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel