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Lewis Hamilton (l.) wurde 2008 noch unter Teamchef Ron Dennis Weltmeister © getty

Durch die neuen Reifen sei die Formel 1 langsamer, findet der Brite. Ein Vorteil, sagt sein Teamchef und weist die Kritik zurück.

Von Björn Seitner

München - 1680 Reifen stellt Pirelli bei den letzten Testfahrten zur Verfügung.

In Barcelona hat das Fahrerfeld vom 8. bis zu 13. März die letzte Gelegenheit, sich an die neuen Pneus zu gewöhnen.

Das ist nötig, denn viele haben Probleme und klagen über das frische Material, von "Reifen-Roulette" war bereits die Rede.

Zu einem drastischen Fazit kommt Lewis Hamilton, Weltmeister von 2008: "Ich fuhr vor kurzem und es war schmerzhaft langsam, wirklich. Es war einfach nicht aufregend, wenn ich ehrlich bin."

"Die Formel 1 ist langsamer geworden"

Der 26-Jährige vertritt in einem Interview mit dem "Guardian" die Meinung: "Die Formel 1 scheint langsamer geworden zu sein."

Kein gutes Zeugnis für die Veränderungen, zu denen man sich vor der neuen Saison entschlossen hat.

Die Rückkehr von KERS, der verstellbare Heckflügel, die neuen Reifen. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die News im TV auf SPORT1)

"Man muss im Auto über mehr nachdenken", sagte der McLaren-Pilot. Doch das scheint nicht das eigentliche Problem.

Nach neun Runden abgefahren

"Voriges Jahr mussten wir die Reifen mit der höheren Benzinladung schonen und jetzt ist es noch langsamer", findet der Brite.

Bei Vollgas hatte er seine Gummis bereits nach neun Runden "bis auf die Karkasse" abgefahren und dabei noch nicht einmal "hart attackiert".

Hamilton drosselte das Tempo ("Es war wie eine Aufwärmrunde"), brachte es aber auf weichen Reifen auch nur "auf 15 bis 16" Umläufe.

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Stilwechsel ist nötig

Dass es in den Rennen dieses Jahr aller Voraussicht nach wieder mehrere Boxenstopps geben wird, scheint mittlerweile klar.

Dies sei gar nicht so einfach, gibt Hamilton zu: "Über die Jahre muss man seinen Stil ändern und sich anpassen. Gleichzeitig muss man den Speed und die Aggressivität beibehalten."

Wie man mit den Reifen umgehe, sei nun die größte Herausforderung.

"Teil der Show"

Ganz anderer Meinung als Hamilton ist sein Teamchef Martin Whitmarsh.

Der Leistungsrückschritt sei genau das, was die Formel 1 benötige.

"Es ist einfach, in das Auto zu steigen und sich zu beschweren, aber wir wollen mehr Boxenstopps und wir wollen Autos, die in verschiedenen Rennsituationen mit den Reifen zu kämpfen haben", erklärte Whitmarsh auf "f1today.nl".

Das sei "Teil der Show", ergänzte Hamiltons Landsmann.

Das Feld wird konkurrenzfähiger

Pirelli sollte einen aggressiveren Reifentyp liefern, über den sich nun die Fahrer beschweren.

"Höherer Abtrieb wurde gewünscht um die Show zu verbessern", so der FOTA-Präsident: "Der Job des Reifenlieferanten ist ein undankbarer."

Immerhin hier scheinen sich Fahrer und Teamchef einig zu sein. "Die Regeln bringen die Teams näher zusammen. Damit wird das Feld konkurrenzfähiger", gibt Hamilton zu.

Und weiter: "2007 und 2008 waren die Teams sehr schnell und haben sich gegenseitig an der Spitze angetrieben. Die Autos wurden jetzt etwas eingebremst. Vielleicht ist es jetzt ausgeglichener."

Temperaturunterschied in Spanien

Bei den Tests in Barcelona gilt es nun, die von Pirelli für den Grand Prix in Melbourne bereitgestellten Mischungen zu testen, auch wenn die Temperaturen in Spanien "wahrscheinlich nicht in den Bereich klettern, den wir für das erste Rennen in Australien erwarten", wie Pirelli-Motorsport-Direktor Paul Hembery vermutet.

Ob die Teams also genug Informationen für ihre Rennstrategien sammeln können ist zumindest fraglich.

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