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Weltmeister Sebastian Vettel fuhr in den Wintertests vier Mal Bestzeit © getty

Sebastian Vettel zieht nach den Testfahrten eine zufriedene Bilanz. Medien berichten von einem Millionen-Angebot seines Teams.

Von Marc Ellerich

München - Nach seiner letzten Testfahrt in diesem ausklingenden Winter hatte der Weltmeister nur einen Wunsch: Er wollte so schnell wie möglich ins Bett.

"Ich muss schauen, dass ich ein bisschen Schlaf kriege, um in die Zeitzone hineinzukommen", sagte Sebastian Vettel vor seiner Abreise vom Circuit de Catalunya bei Barcelona.

Dass er freitags im neuen RB7 in Spanien ein durchwachsenes Testfinale mit Unterboden- und Motorenproblemen nur auf Platz acht beendet hatte, bekümmerte Vettel hingegen nicht sonderlich. (STATISTIK: Die Resultate aus Barcelona).

Vier Mal Schnellster

Warum auch? Die meisten Wünsche des jüngsten Formel-1-Weltmeisters der Geschichte sind in diesem Winter ja erfüllt worden. (362290TESTS: Die Bilder aus Barcelona)

Vettels vier Bestzeiten während der vier Übungswochen in Valencia, Jerez und Barcelona sind die unerreichte Referenz dieses Winters (Ferrari-Pilot Felipe Massa und Mercedes-Star Michael Schumacher kommen auf die Hälfte).

Und auch in Sachen Kilometerleistung, die härteste Währung in dieser Phase der Saison, dürfte der Pilot aus Heppenheim letztlich zufrieden sein. 6129 Kilometer hat das Red-Bull-Team abgespult, nur Primus Ferrari hat gut 800 mehr absolviert.

[kaltura id="0_e6o4m6jc" class="full_size" title="Vettel Nummer eins bringt nichts"]

Gutes Bauchgefühl

Er habe "ein gutes Bauchgefühl", resümierte Vettel denn auch angesichts der überaus erfolgreichen Probefahrten seines Teams: "Der Winter war für uns ganz gut. Wir haben viele Kilometer gemacht und sind viel gefahren." (Fabelzeit! Vettel lässt die Muskeln spielen)

Generell habe Konstrukteurschampion Red Bull in den vergangenen Wochen weniger Schwierigkeiten gehabt, als in den Jahren davor, fügte er hinzu.

Zuverlässig und schnell

Zuverlässigkeit und hohes Tempo, beides könne Red Bull nach Abschluss der Testphase vorweisen, bilanzierte Vettel, womit seiner Meinung nach die beiden wichtigsten Kriterien für ein neues Auto erfüllt wurden.

"Es ist immer eine wichtige Aufgabe, das Auto zuverlässig zu machen, denn selbst, wenn du eine Sekunden schneller bist als alle anderen, wirst du keine Punkte holen, wenn du nie die Zielflagge siehst", erläuterte er, andererseits: "Der Speed muss da sein, denn es ist wahrscheinlich leichter, ein schnelles Auto zuverlässig zu machen als ein zuverlässiges Auto schnell."

Fragenzeichen bei Vettel

So weit, so gut also. Und doch, ganz sicher ist sich der Weltmeister nicht, dass er der versammelten Konkurrenz beim verspäteten Saisonbeginn in Melbourne auf Anhieb davonfahren kann.

"In den letzten Jahren konnte man nach dem Ende der Tests sagen: Das eine oder das andere Team hat die Nase vorne", stellte Vettel fest.

Diesmal aber sei alles anders, nicht nur die Reifen seien neu und schwer berechenbar. "Dieses Jahr ist es sehr schwierig. Wir wurden oft genug überrascht." Zuletzt hätten ihn sogar sein guter Kumpel Michael Schumacher und dessen Mercedes-Team verblüfft, räumte Vettel ein.

"Die große Unbekannte ist, wie stark die anderen sind", sagte Vettel und klang dennoch kein bisschen besorgt, denn: "Wir wissen, was wir gemacht haben und sind gut vorbereitet."

Verhandlungen über neuen Vertrag

Zufrieden und zuversichtlich sei er, bemerkte er dann noch. Und angeblich ist der neue deutsche Formel-1-Liebling demnächst auch um viele Millionen reicher.

Einen Tag nach Vettels letzter Testfahrt berichtete "Bild", der Champion werde sich noch vor dem Auftakt der neuen Saison für weitere zwei Jahre an sein Red-Bull-Team binden.

50 Millionen Euro werde der mögliche Kontrakt bis 2014 schwer sein, behauptete das Blatt.

Ganz so schnell geht es dann aber offenbar doch nicht.

"Unterschrieben ist noch nichts"

Red Bulls Motorsport-Beauftragter Helmut Marko bestätigte lediglich, dass mit dem Weltmeister verhandelt werde: "Wir sind in der Phase, in der wir sprechen. Unterschrieben ist allerdings noch gar nichts. Das wird auch noch etwas dauern."

Vettel hatte in diesem Winter wiederholt öffentlich sein Interesse bekundet, eines Tages für Ferrari zu fahren. Zur jüngsten Entwicklung sagte er der "Sport Bild": "Ich kann im Moment nichts kommentieren. Aber es ist kein Geheimnis, dass ich mich sehr, sehr wohl bei Red Bull fühle."

Laut "Sport Bild" soll das derzeitige Jahresgehalt von geschätzten acht Millionen Euro um 25 Prozent auf dann zehn Millionen Euro angehoben werden.

Mit einer möglichen Unterschrift des PS-Stars, die angeblich schon kommende Woche erfolgen soll, hätten Red Bull und Vettel vor dem ersten Rennen auch die rote Kuh erst einmal vom Eis geholt.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: Die News im TV auf SPORT1)

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