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Lewis Hamilton holte vergangene Saison drei Siege und neun Podiumsplätze © getty

Lewis Hamilton bereitet sich auf einen verkorksten Saisonstart vor. Schon spekuliert die Konkurrenz, wie lange er sich das antut.

Von Julian Meißner

München - Lewis Hamilton strebt nach Veränderung. Am Montag verkündete der Brite vom McLaren-Team, er werde sich künftig von einem gewissen Simon Fuller managen lassen.

Ein Landsmann, der neben Fußball-Ikone David Beckham und Tennisprofi Andy Murray auch Showstars wie den Spice Girls mit seinem Rat zur Seite steht, soll Hamiltons Geschicke in die richtigen Bahnen lenken.

Nun wäre es wahrscheinlich etwas forsch, daraus zu deuten, der Agent werde sich sofort auf die Suche nach einem neuen Cockpit für seinen prominenten Schützling machen. Fakt ist aber, dass Hamilton mit seiner derzeitigen Rolle in der Formel 1 nicht zufrieden ist, nicht zufrieden sein kann.

Der Champion von 2008 war im Jahr nach seinem Titelgewinn chancenlos, 2010 machten am Ende Red Bull und Ferrari den Titel unter sich aus.

Wieder nur die Jäger-Rolle?

Und auch 2011 scheint zumindest schwierig zu beginnen: Der Bolide MP4-26 erwies sich bei den Testfahrten als nicht konkurrenzfähig mit den beiden Spitzenteams Red Bull, Ferrari und am Ende auch Mercedes (STATISTIK: Die Resultate aus Barcelona).

Hamilton und sein Teamkollege Jenson Button bauten schon einmal vor für den Saisonstart in Melbourne am übernächsten Wochenende und bereiteten sich auf eine Enttäuschung vor.

Hoffnung auf Aufholjagd

Das Auto sei zwar "kein Desaster", beschwichtigte Hamilton nach Abschluss der Tests, aber: "Es zeigt einfach nicht die Performance, die wir in diesem Moment gerne sehen würden."

Von Frustration sei er jedoch weit entfernt, vielmehr freue er sich darauf, endlich wieder Rennen zu fahren. Schließlich habe man auch zu Beginn des letzten Jahres nicht das schnellste Auto gehabt und sei am Ende als Zweiter in der Konstrukteurswertung dennoch bei der Musik gewesen.

"Es ist ein sehr langes Jahr, und ich habe keine Zweifel, dass wir den Jungs Konkurrenz machen werden", sagt der mittlerweile 26-jährige Hamilton, der sich 2008 im Alter von 23 Jahren 9 Monaten und 26 Tagen zum damals jüngsten Formel-1-Weltmeister kürte.

Ferrari keine Option

Es stellt sich jedoch die Frage, wie lange sich ein Fahrer vom Formate Hamiltons mit der Rolle des Jägers zufrieden geben will.

Nun ist die Luft bei den Top-Teams bekanntlich dünn. Ein Wechsel zu Ferrari, wo sich Erzrivale Fernando Alonso als Platzhirsch breit gemacht hat, scheint ausgeschlossen.

Schon eher in Frage käme mittelfristig das Red-Bull-Team, wo das Ende des Engagements Mark Webbers (34) wohl absehbar ist.

Horner vieldeutig

Sebastian Vettel haben die "Bullen" gerade bis 2014 gebunden, und Teamchef Christian Horner wird sich kurz danach nicht ohne Hintergedanken in Sachen Hamilton zu Wort gemeldet haben.

"Er ist ein früherer Weltmeister, einer der Besten, die es gibt. Und er wird nicht sehr glücklich darüber sein, wenn er noch ein mageres Jahr hat", sagte Horner.

Das hieße aber noch lange nicht, dass man versuche, ihn in sein Team zu locken. Wie in der Branche üblich ließ Horner verlauten: "Wir sind sehr glücklich mit den beiden Fahrern, die wir im Moment haben."

"Immer die zwei besten Fahrer"

Ins Profil der juvenilen Marke würde Hamilton jedoch bestens passen. Und auch Horner erscheint der Gedanke bei näherer Betrachtung offenbar attraktiv.

Auf die Nachfrage, ob er sich eine Paarung mit Vettel und Hamilton vorstellen könne, sagte der mit 37 Jahren jüngste aller Formel-1-Teamchefs: "Das wäre wohl eine ziemlich geschäftige Partnerschaft, aber ausschließen sollte man es nicht. Aus meiner Sicht willst du immer die zwei besten Fahrer haben."

Fuller als neuer Manager Hamiltons wird für seinen Klienten das beste Cockpit ins Auge fassen. Auch wenn erst beim Saisonstart im Albert Park die Hüllen fallen, was die Leistungsstärke der 2011er-Boliden angeht: Red Bull dürfte eine recht attraktive Option sein.

Dazu Horner: "Jeder Fahrermanager, der seine Arbeit richtig macht, klopft momentan an unsere Tür."

(Auch um 12 und 13 Uhr: Die News im TV auf SPORT1)

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