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Sebastian Vettel wechselte vor der Saison 2009 von Toro Rosso zu Red Bull © getty

Was die Spannung erhöhen soll, könnte für die Piloten ein hohes Risiko bedeuten. Heidfeld klagt an, Vettel erwägt Konsequenzen.

Von Tobias Wiltschek

München - Die neue Saison hat noch gar nicht begonnen, da wird im Fahrerlager schon mit Streik gedroht.

Der Grund: Die zahlreichen Regeländerungen bergen ein enormes Sicherheitsrisiko.

Weltmeister Sebastian Vettel sieht die Gefahren vor allem darin, dass die Piloten durch die Bedienung der vielen neuen Instrumente am Lenkrad von ihrer eigentlichen Aufgabe abgelenkt werden. (Test-Bilanz: Mercedes jagt Top-Duo)

Vettel: "Okay, fahren wir halt nicht"

Mit seinen Bedenken sieht sich der Heppenheimer nicht allein. "Die meisten Fahrer sind sich einig, dass es unter gewissen Umständen ein Sicherheitsthema sein könnte", sagt Vettel gegenüber "Autosport".

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Sollten sich die Befürchtungen bestätigen, schließt der 23-Jährige drastische Maßnahmen nicht aus: "Wenn wir alle übereinstimmen, können wir Fahrer sehr mächtig sein, denn unterm Strich können wir sagen: Okay, fahren wir halt nicht!"

Heidfeld sieht Gefahr

Vettel sind vor allem die technischen Neuerungen, wie das Hybridsystem KERS und die temporäre Verstellung des Heckflügels, ein Dorn im Auge. Denn jede neue Option bedeutet auch einen weiteren Knopf am Lenkrad.

Es sei schon einmal vorgekommen, dass man vor lauter Konzentration auf die Knöpfe von der Fahrlinie abgekommen sei, so Vettel. Sollte es auch bei den Rennen zu solchen Szenarien kommen, könnte es zu schweren Unfällen kommen. (Schumacher-Interview: Formel 1 langsamer geworden)

[kaltura id="0_bjwc0jhk" class="full_size" title="Vettel über KERS Co"]

Diese Befürchtung hat auch Nick Heidfeld. "Mit den Lenkrädern wird es von Jahr zu Jahr schlimmer", klagt der Renault-Pilot im "Focus". Durch die Einführung der beiden neuen Knöpfe entwickele sich "die Technik zur Gefahr".

Spannung und Risiko

Er müsse "mehr oder weniger gleichzeitig beide Knöpfe drücken, nicht selten an einer Stelle, wo ich hochschalten muss, und gleichzeitig sollte ich ja noch ein wenig lenken", sagt der 33-Jährige. So stelle er sich einen "besonders schwierigen Griff beim Klavierspielen vor, allerdings dann bei Tempo 250".

Spannendere Rennen dank mehr Überholmanöver durch neue Technik. Diese Rechnung könnte für den Weltverband FIA nach hinten losgehen, wenn sie für die Fahrer tatsächlich zu einem unkalkulierbaren Risiko wird.

"Die Autos sind heute viel sicherer, aber wenn neue Dinge kommen, denen man kritisch gegenüberstehen muss, dann reden wir darüber", kündigt Red-Bull-Pilot Vettel an. "Das bedeutet nicht, dass wir gleich streiken müssen, aber wir werden mit der FIA eine Lösung finden."

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