vergrößernverkleinern
Michael Schumacher hat 91 Siege in der Formel 1 eingefahren © imago

Vor dem Saisonauftakt gibt sich der Mercedes-Star forsch. Man könne im Silberpfeil durchaus auch Ferrari hinter sich lassen.

Von Julian Meißner

München/Melbourne - Das Jahr der Enttäuschungen ist endgültig abgehakt.

Voller Zuversicht startet Michael Schumacher in die zweite Phase seines Comeback-Plans, der auf drei Jahre ausgelegt ist.

Vor dem mit Spannung erwarteten Saisonauftakt in Melbourne (Training, Fr. ab 6 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) kommen sogar ungewohnt mutige Töne vom 42-jährigen Rekord-Weltmeister.

Schumacher ist der Meinung, seine Mercedes-Crew könne zwar den Favoriten Red Bull wohl nicht gefährden, aber immerhin der erste Verfolger des Weltmeister-Teams sein - und damit auch seinen alten Arbeitgeber Ferrari hinter sich lassen.

Fünf Verfolger für Red Bull

Sebastian Vettels "Bullen" seien derzeit wohl das Maß der Dinge, so Schumi. "Ich denke, wir werden eine wichtige Rolle direkt dahinter spielen", führte Schumacher sichtlich positiv gestimmt vor dem Rennen im Albert Park aus.

Ferrari, Renault, Williams und McLaren seien mit den Silberpfeilen in der Verfolgergruppe. Schumacher: "Ich sehe eine gute Möglichkeit, dass wir in der Lage sind, um die Position des Zweitschnellsten zu kämpfen."

RB7 die Referenz

Wie jedes Jahr fischen vor dem ersten Rennen selbst die Experten im Trüben, was die Einschätzung der Kräfteverhältnisse unter den Boliden angeht.

Red Bulls RB7 wird als Weiterentwicklung des letztjährigen Weltmeisterautos vorn dabei sein, das dürfte feststehen. Bei den Probefahrten war die Scuderia Ferrari mit dem F150 daneben als zweite Kraft am schnellsten und konstantesten.

Bestzeit in Barcelona

Zum Abschluss der Tests legte Schumacher im runderneuerten MGP W02 dann zwar die Bestzeit hin, doch das alleine dürfte nicht der Auslöser für seinen Optimismus sein.

Seine Erfahrung aus nahezu 20 Jahren Formel 1 spricht natürlich dafür, dass Schumacher die Lage richtig einschätzt. Als er vor dem ersten Rennen der vergangenen Saison erklärte, man sei nicht in der Lage, um Siege zu kämpfen, kam noch der Verdacht eines Bluffs auf.

Karten zu früh aufgedeckt?

Doch schnell wurde klar, dass Schumacher mit seiner Einschätzung goldrichtig lag - dieses Jahr also auch?

Einige Beobachter vermuten jedoch, Mercedes habe seine Karten vielleicht zu früh aufgedeckt.

"An diesem Wochenende müssen wir uns beweisen", sagte Schumacher: "Ich freue mich darauf nach den Wintertests. Mercedes hat mit dem Auto für dieses Jahr einen riesigen Schritt nach vorne gemacht."

Rosberg lobt die Ingenieure

Dabei war es in den Tests zunächst gar nicht rund gelaufen für Schumacher und seinen Teamkollegen Nico Rosberg. Erst ein umfangreiches Update in Barcelona offenbarte das Potenzial des Silberpfeils der zweiten Generation.

"Das Team hat härter als je zuvor gearbeitet", lobte Rosberg die Ingenieursriege unter dem Kommando von Teamchef Ross Brawn.

Titel Nummer acht bleibt das Ziel

Schumachers Plan, WM-Titel Nummer acht einzufahren, gerät also zumindest wieder in den Bereich des Vorstellbaren.

"Damit muss man vorsichtig sein", wiegelte Schumacher entsprechende Nachfragen ab: "Ich denke nicht, dass wir dafür schon bereit sind."

Ziel und "realistische Möglichkeit" seien das Podium und unter günstigen Voraussetzungen auch der eine oder andere Sieg.

Langfristig ist aber natürlich nach wie vor die Weltmeisterschaft das große Ziel. "Ich habe mich letztes Jahr sehr klar ausgedrückt, und es hat sich nicht geändert. Das Wichtigste ist, um den Titel zu kämpfen, wenn wir dafür bereit sind", so Schumacher.

Ob der W02 bei diesem Vorhaben tatsächlich ein großer Schritt in diese Richtung ist, wird sich zumindest in Ansätzen am Wochenende Down Under zeigen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel