vergrößernverkleinern
Timo Glock hat in 54 Formel-1-Rennen drei Podestplätze eingefahren © imago

Im zweiten Jahr bei Neueinsteiger Virgin will der Hesse ins Mittelfeld vorstoßen. Dabei läuft die Vorbereitung nicht wie geplant.

Melbourne - Durchhaltevermögen ist eine der wichtigsten Eigenschaften von Timo Glock.

Schon oft in seiner Karriere hat der "Kampfdackel" sich durchgebissen. Und genau das will der 29-Jährige aus dem Odenwald auch bei Virgin schaffen und mit dem Neueinsteiger des Vorjahres den Kontakt zum Mittelfeld herstellen.

Dabei soll ihn auch die plötzliche Blinddarm-Operation in der Saisonvorbereitung nicht abbringen.

"Natürlich ist es nicht optimal, wenn du nicht so trainieren kannst, wie du es sonst immer machst. Aber es war immer noch besser als in der Mitte des Jahres", sagte Glock vor dem Saisonstart in Melbourne (Rennen, So. ab 7.45 Uhr im LIVE-TICKER).

"Wenige Tests sind Nachteil"

Und weiter: "Wenn man natürlich so wenige Tests hat, ist es schon ein kleiner Nachteil, nicht die volle Zeit nutzen zu können - auch mit Blick auf die neuen Reifen."

Der gelernte Gerüstbauer Glock will machen, was er am besten kann: Kämpfen. Wie nach dem Ende der Saison 2004, als er nach seinen ersten vier Formel-1-Rennen keinen neuen Platz in der "Königsklasse" fand, dann aber über den Umweg durch die US-Cart-Serie und den GP2-Titel sich für 2008 für Toyota empfahl.

Erneut mit Formel-1-Neuling im Team

Als die Japaner dann Ende 2009 die Tore dicht machten, musste Glock erneut auf die Suche gehen und entschied sich für das Aufbauprogramm bei Virgin.

Dort setzt man klar auf ihn, nach Lucas di Grassi im Vorjahr bekommt er 2011 wieder einen Neuling als Teamkollegen, den Belgier Jerome d'Ambrosio.

Mit der Rolle des Teamleaders kommt Glock aber gut klar. "Ich glaube, das hat im letzten Jahr sehr gut funktioniert. Wir haben uns gut verstanden. Ich hatte die Möglichkeit, offen zu sagen, was ich denke und wo wir uns verbessern müssen", sagt er.

"Jetzt müssen Ergebnisse her"

Und Glock ergänzt: "Wir haben einen guten Weg gefunden, und deshalb habe ich auch meinen Spaß mit den Leuten. Jetzt müssen nur noch Ergebnisse her."

Ergebnisse, damit meint er den Anschluss ans Mittelfeld und nicht nur Privatduelle mit den Lotus-Piloten Jarno Trulli und Heikki Kovalainen, an denen er sich im vorigen Jahr immer orientiert hatte.

"Das war meine Herausforderung, die habe ich immer vor uns gesehen. Drei bis vier Zehntel waren die immer schneller, meine Aufgabe lag darin, diese drei, vier Zehntel zu überdecken oder aus mir herauszuholen. Das habe ich öfter geschafft", sagte Glock, der di Grassi völlig demontierte.

17:2 stand es am Ende in den Qualifying-Duellen.

"Vettel hätte es einfacher haben können"

Das schlechtere Material bedeutete aber auch, dass Glock, der bei Toyota hin und wieder schon ganz nah an Siegen geschnuppert hatte, in der "hessischen Meisterschaft" gegen Sebastian Vettel auf verlorenem Posten stand.

Allerdings gönnt er dem Weltmeister den Erfolg von Herzen.

"Ja klar. Er ist verdient Weltmeister geworden. Ich glaube, er hätte es etwas einfacher haben können, aber 'hätte, wäre, wenn' ist im Rennsport nicht wirklich vorauszusagen. Aber zum Ende hin hat er alles richtig gemacht", sagte Glock.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel