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Sebastian Vettel (r.) und Christian Horner arbeiten seit 2009 gemeinsam bei Red Bull © getty

Der Weltmeister erzählt von seiner Liebe und was er wirklich aus seinem Titelgewinn gelernt hat. Vor allem einen Wunsch hat er noch.

München - Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel ist die Geborgenheit in seinem Red-Bull-Team wichtiger als Geld.

"Selbst wenn man mir ein sehr schnelles Auto geben würde, hätte ich keinen Spaß und könnte mein Leben nicht so genießen, wenn ich mich nicht wohlfühlen würde. Aus diesem Grund bin ich sehr zufrieden, weiter für Red Bull zu fahren", sagte Vettel in einem Interview mit der "Welt am Sonntag".

"Es ist so, als ob ich dort für eine große Familie arbeite, ein Gefühl der Geborgenheit und des Vertrauens. Das ist für mich wichtiger als ein stolzer Blick auf meine Kontoauszüge."

Auto ist Messlatte

Vettel hatte kurz vor dem Saisonauftakt seinen Vertrag mit Red Bull vorzeitig um zwei weitere Jahre bis Ende 2014 verlängert und danach beim ersten Rennen in Melbourne mit einem souveränen Sieg gleich wieder an seine WM-Saison abgeknüpft.

Red Bull hat offenbar auch für 2011 das Auto gebaut, das für die übrigen Teams die Messlatte darstellt.

"Ich liebe, was ich mache"

Nach dem WM-Triumph im vorigen Jahr hat Vettel für diese Saison dasselbe Ziel. (V12, New-York-GP, 70er-Stil - Das wäre Vettels F1)

"Ich will, dass der WM-Pokal bei mir zu Hause bleibt", sagte der 23-Jährige, der dabei nicht nur auf seine schnelle "Kinky Kylie", sondern auch auf seine eigenen Fähigkeiten und seine Passion für die Formel 1 setzt.

"Ich liebe, was ich mache, und das, was ich letztes Jahr erlebt habe, macht diese Leidenschaft nur größer. Es ist für mich eine sehr wichtige Erfahrung, dass ich, nachdem ich schon 2009 den Titel hätte gewinnen können, ihn im letzten Jahr endlich gewonnen habe," so der Weltmeister.

"Es wurde mir dadurch endgültig klar, dass ich wirklich gut genug bin, um ein großes Ziel zu erreichen. Mein Selbstvertrauen ist gewachsen", erklärte er.

Rekorde kein Antrieb

Vettel will beweisen, "dass ich den Titel noch oft gewinnen kann. Es war immer mein Traum, Weltmeister zu werden, und den Traum habe ich mir jetzt erfüllt. Aber als Sportler blickt man immer nach vorne, statt sich jeden Morgen beim Aufstehen zu bestätigen, dass man einen bedeutenden Sieg oder Titel errungen hat."

Die Rekorde von Michael Schumacher, der siebenmal Weltmeister war und 91 Rennen - 80 mehr als Vettel bislang - gewann, treiben den jüngsten Champion der Formel-1-Geschichte nicht wirklich an.

"Man sollte am besten einen Schritt nach dem anderen machen und nicht alle, die in der Fantasie vorstellbar wären, auf einmal", erklärte Vettel.

"Michael ist einmalig"

"Michaels Rekord und seine Siege sind einmalig, weil sie seinem Stil entsprechen, seiner Art und Weise, an Dinge ranzugehen. Dasselbe gilt für die zwei Titel von Fernando Alonso. Deshalb wird Fernando nie so sein wie Michael oder ich, und ich, obwohl ich aus Deutschland komme, werde nie wie Michael sein", analysierte er .

"Auf der anderen Seite gibt es wichtige Dinge, die ich von Fahrern wie Michael und Fernando lernen kann. Am Ende aber gelingt das nur, wenn ich das, was ich da lerne, auf meinen eigenen Stil übertragen kann und nicht nur eins zu eins kopiere."

Ruhe als großer Wunsch

Wünschen würde sich Vettel, der sich nach dem Sieg von Melbourne in Südostasien auf das nächste Rennen am kommenden Sonntag in Malaysia vorbereitet, manchmal ein bisschen mehr Ruhe.

Gerne würde er mal "ruhig zu Hause sitzen". Im großen Rummel nach dem Titelgewinn habe er lernen müssen, auch mal Nein zu sagen.

"Es gab und gibt immer noch eine Menge Anfragen und Wünsche, und ich würde sie am liebsten alle erfüllen. Aber der Tag hat nun mal nicht mehr als 24 Stunden, und ich habe einen anspruchsvollen Job. Es kommt dann der Punkt, wo man aus Selbstschutz auf die mentale und körperliche Reaktion bei sich achten muss", sagte Vettel.

"Ich glaube, ich habe das ganz gut hingekriegt, dass ich nur wenig Leute auf ein andermal vertrösten musste."

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