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Sebastian Vettel absolviert am Sonntag sein 65. Formel-1-Rennen © getty

Vor dem China-GP sorgt der Dominator für bleiche Gesichter. Landsmann Heidfeld ist auch mit weniger Aufmerksamkeit zufrieden.

Schanghai - Formel-1-Dominator Sebastian Vettel versetzte seine weiblichen Fans vor einem Autohaus in Schanghai gleich scharenweise in Hysterie, Nick Heidfeld dagegen brachte es in seiner noblen Hotel-Lobby nur auf eine einsame Anhängerin.

Doch die hatte dem Mönchengladbacher dafür ein ungewöhnliches Mitbringsel präsentiert: einen "Sponge Nick", Heidfeld als Bleistiftzeichnung mit Bart als Comic-Schwammkopf.

In Sachen öffentliche Aufmerksamkeit trennten die beiden deutschen Fahrer am Mittwoch Welten, auf dem Podium beim Rennen am vergangenen Sonntag in Kuala Lumpur jedoch hatten beide gemeinsam auf dem Podium gefeiert: Vettel als Sieger, Heidfeld als die Nummer drei.

Bleiche Passagiere

Sonnyboy Vettel ließ schon vor der kurzen Autogrammstunde für Teampartner Infiniti bei einem Luxusgefährt des japanischen Autobauers mächtig die Reifen qualmen und hatte auf einem abgesperrten Platz sichtbar Spaß.

"Solche Möglichkeiten hat man ja nicht alle Tage", sagte Vettel und freute sich wie ein Lausbub über jeden gelungenen Donut.

Bei seinen Passagieren, vornehmlich chinesische Journalisten, sorgte er für zahlreiche Adrenalinschübe und manch bleiches Gesicht.

Kein Raum für Fehler im Rennen

Dass er auch das eine oder andere Absperrhütchen mitnahm, störte ihn nicht.

"Hier habe ich den Raum für Fehler. Ich kann die Hütchen umfahren und nichts passiert. Im normalen Straßenverkehr geht das nicht, da sind andere Autos, Leute, spielende Kinder", sagte Vettel.

Dass er nach seinen beiden souveränen Siegen zum Saisonauftakt auch am Sonntag beim Großen Preis von China (Training, Freitag 7 Uhr im TV auf SPORT1) auf der Rennstrecke mal patzt, darauf hoffen vor allem seine schärfsten Verfolger Jenson Button und Lewis Hamilton. Doch diesen Gefallen will Vettel dem McLaren-Duo nicht tun.

McLaren-Piloten auf der Jagd

"Generell versucht man immer, zu pushen, alles rauszuquetschen und ans Limit zu gehen. Dass man dann auch mal Fehler macht, das kommt vor. Aber es ist natürlich umso besser, wenn es im freien Training passiert", meinte Vettel: "Oder jetzt hier, wenn es um nichts geht."

Button und Hamilton sieht Vettel aber schon als härteste Konkurrenten.

"Im Moment sind sie sehr nah an uns dran. Aber ich hoffe, dass wir auch hier wieder vorne dabei sein können. Man darf nicht vergessen, dass es wieder bei Null losgeht", sagte Vettel, der mit der Idealpunktzahl 50 die Gesamtwertung vor Button (26), Hamilton und seinem Teamkollegen Mark Webber (beide 22) anführt.

Heidfeld lobt Landsmann Vettel

Für Nick Heidfeld, der am Sonntag beim Start einmal ganz nah an Vettels "Kinky Kylie" herangekommen war, ist für den Traumstart des Titelverteidigers aber nicht nur "das stärkste Auto" der Formel 1 verantwortlich.

"Auf der anderen Seite denke ich aber auch, dass er in diesem Jahr einen noch besseren Job macht als in der letzten Saison", sagte Heidfeld über den Champion: "Ich weiß nicht, ob er das selbst auch so sieht, für ihn ist es vielleicht wie immer. Aber von außen betrachtet kann man schon sagen, dass der eine Titel ihn ein bisschen gelassener macht und er ein bisschen mehr Erfahrung hat. Bis jetzt hat er eine fehlerlose Saison abgeliefert."

Volles Postfach bei "Quick Nick"

Bei Heidfeld selbst traf das Wort fehlerfrei weitgehend auf sein Rennen am Sonntag zu, bei dem er erstmals nach zwei Jahren wieder aufs Podium gefahren war.

Als er nach einer kurzen Feier bereits am Montag in Schanghai angekommen war, musste er sich vor allem durch zahlreiche Glückwunsch-Mails kämpfen, was er aber gerne gemacht hat.

"Es ist schön, zu sehen, dass es nicht nur mir Spaß gemacht hat", sagte "Quick Nick".

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