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Nick Heidfeld gab 2000 für das Prost-Team sein Formel-1-Debüt © getty

Nick Heidfeld träumt von seinem ersten Grand-Prix-Sieg. Sollten die Top-Teams Schwächen zeigen, will er mit Renault abstauben.

München - Von Null auf Zwei mit nur einem dritten Platz: Anfang Februar war Nick Heidfeld noch arbeitslos, doch jetzt ist er in der Formel 1 die deutsche Nummer zwei hinter Weltmeister Sebastian Vettel. (Strahlender Heidfeld bejubelt "großen Schritt")

"Darüber habe ich ehrlich gesagt noch nicht nachgedacht", sagte Heidfeld vor dem Großen Preis von China über seine neue Rolle in Vettels Windschatten: "Man probiert immer, vor allen anderen zu bleiben, egal er aus Deutschland oder woher auch immer kommt."

Doch momentan läuft es für "Quick Nick" deutlich besser als bei seinem Ex-Arbeitgeber Mercedes.

Dort hätte er wie 2010 als Ersatzfahrer angeheuert - wenn er nicht durch den Rallye-Unfall von Robert Kubica die Chance auf das Renault-Cockpit bekommen hätte.

Aufs richtige Pferd gesetzt

"Das ist mit Sicherheit etwas anderes, vor Mercedes zu stehen als vor einem x-beliebigen Team", erklärte Heidfeld: "Das könnte ich aber auch sagen, wenn wir mit Williams oder speziell Sauber kämpfen würden. Es hängt aber damit zusammen, dass ich im letzten Jahr bei Mercedes Test- und Ersatzfahrer war und daher eine gewisse Beziehung zum Team habe."

Nach den Testfahrten hatte Heidfeld schon gehofft, bei Renault aufs richtige Pferd gesetzt zu haben. "Ich wusste, dass das Team im letzten Jahr einen guten Job gemacht hat, dass die Ambitionen hoch waren und sind. Aber das ist auch bei einigen anderen Teams der Fall", sagt er.

Den verkorksten Start in Melbourne hakte der Mönchengladbacher ganz schnell als "Betriebsunfall" ab und freute sich lieber über die Leistungsfähigkeit seines Autos, mit dem Teamkollege Witali Petrow überraschend auf Rang drei fuhr.

Luft nach oben

"Ich hatte dann gehofft, dass es so weitergeht", meinte Heidfeld, der dieses Kunststück in Malaysia wiederholte, und das trotz großer Probleme im Training wegen einer gebrochenen Vorderradaufhängung.

Bei einem normalen Verlauf eines Grand-Prix-Wochenendes sieht der 33-Jährige daher auch noch Luft nach oben.

"Ich glaube, dass wir unsere eigene Leistung an einem normalen Wochenende noch steigern können. Aber es hängt auch sehr stark von den anderen ab. Da haben wir in Malaysia davon profitiert, dass Fernando (Alonso, d. Red.) sich seinen Frontflügel kaputt gefahren hat und Lewis (Hamilton, d. Red.) mit seinen Reifen Probleme hatte. Da kamen vielleicht ein, zwei Sachen zusammen, die nicht immer passieren", sagte Heidfeld.

"Red Bull und McLaren vor uns"

Aber natürlich steht er gerne weiter in bester Abstaubermanier bereit: "Wenn die Chance da ist und die anderen kleinere Probleme haben, waren wir in den ersten beiden Rennen in der Position, diese zu nutzen. Das werden wir weiter versuchen."

Generell seien aber "momentan leider noch ein paar Autos schneller als wir".

Dennoch träumt Heidfeld wieder ein bisschen mehr von seinem ersten Sieg in der Königsklasse.

"Natürlich ist der mit einem Auto, mit dem man bei den ersten beiden Rennen aufs Podium fahren konnte, näher als bei einem Team, wo man Mühe hat, überhaupt in die Punkte zu kommen. Demnach ist die Wahrscheinlichkeit größer", sagte er: "Die Hoffnung ist natürlich da, dass das möglichst bald funktioniert.

Auf der anderen Seite ist es aber auch offensichtlich, dass besonders Red Bull, aber auch McLaren noch ein gutes Stück vor uns sind. Aus eigener Kraft fahren wir da nicht mal eben auf den ersten Platz."

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