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Nico Rosberg hat seit seinem Debüt 2006 92 Rennen absolviert © imago

Der Mercedes-Pilot sieht mit den neuen Updates gute Chancen auf seinen ersten Sieg. Außerdem ist er Fan vom neuen Heckflügel.

Von Dustin Werk

München - "Rosberg hat mir den Vortritt gelassen."

Sicher keine Aussage eines Kontrahenten auf der Rennstrecke.

Vielmehr ein Kompliment von Jutta Benz an den Kavalier Nico Rosberg, Ur-Enkelin von Carl Benz, die mit dem 25-Jährigen den Patent-Motorwagen von 1886 fuhr.

Damit soll aber auch Schluss sein mit den Höflichkeiten.

Rosberg schnell unterwegs

Rosberg will endlich seinen ersten Formel-1-Sieg. Die Chancen dafür sieht er "wieder etwas realistischer".

Grund dafür ist das neue Aerodynamik-Paket, das der Mercedes-Pilot am Donnerstag testete.

"Im Simulator war ich schnell. In Istanbul kommen diese neuen Teile nun das erste Mal auf das Auto", verrät Rosberg. (DATENCENTER: Der WM-Stand)

Updates werden kommen

Dass natürlich auch die anderen Teams Updates an ihre Boliden schrauben werden, weiß auch der Wiesbadener:

"Man kann nicht behaupten, dass wir im Vergleich zur Konkurrenz einen größeren Schritt machen."

Eine Sekunde fehlte zuletzt in den Qualifyings auf die Red Bulls: "Natürlich haben wir im Moment nicht das schnellste das Auto, insofern gehört ein wenig Glück und eine gute Strategie dazu."

"Wer weiß was passiert"

Die nächste Chance strategisch zu glänzen, haben die Teams in Istanbul am kommenden Wochenende.

Die Pirelli-Reifen werden wohl wieder einmal der entscheidende Faktor sein.

"In der Türkei gibt es mit Turn 8 eine sehr, sehr lange Kurve und wer weiß, was da mit den Reifen passiert."

Dieser Turn 8 acht sind quasi vier schnelle Linkskurven hintereinander. "Dadurch wird vor allem der rechte Vorderreifen extrem beansprucht werden."

[kaltura id="0_94lj98z0" class="full_size" title="Rosberg erkl rt sein Lenkrad"]

Tüftelei beim Setup

Die Reifen haben in den drei bisherigen Saisonrennen die größte Rolle eingenommen.

Rennentscheidend waren sie dabei sogar. Daher ist es enorm wichtig, auf dem mit allen Kurvenarten bespickten Kurs in Istanbul, das richtige Setup zu finden.

"Wie viel Kompromisse gehe ich mit der Abstimmung ein? Sollte man den rechten Vorderreifen im Rennen sowohl fahrerisch als auch in Sachen Abstimmung schonen, um am Ende der Stints richtig angreifen zu können", fragt sich Rosberg.

Rosberg ist DRS-Fan

Dass Angriffe wieder in der Formel 1 Einzug gehalten haben, ist auch dem Drag-Reduction-System zu verdanken.

Rosberg hat sich als Fan des verstellbaren Heckflügels geoutet:

"Das ist vielleicht die beste Idee aller Zeiten, um den Sport interessanter zu machen. Es ist gerade richtig, dass man sich noch wehren kann, der Hintermann aber eine Chance hat. (Hintergrund: Rosberg: Die beste Idee, die es je gab)

Rosberg will mehr Möglichkeiten pro Runde

Vor der Saison noch von Niki Lauda als "größte Schnapsidee aller Zeiten" verspottet, scheint der verstellbare Heckflügel in der Tat ein sehr belebendes Element in der Formel 1 zu sein.

So sehr sogar, dass Rosberg noch weiter denkt:" Vielleicht sollte man darüber nachdenken, dass dieser Flügel noch an einer zweiten Stelle pro Runde eingesetzt werden kann."

Als zu künstlich empfindet er diese Eingriffe nicht. "Den Zuschauer auf der Tribüne interessiert es nicht, warum überholt wird", sagte Rosberg.

Außerdem ist es für alle gleich. Alle haben die gleichen Möglichkeiten. Allerdings müssen wir aufpassen, dass die Rennen bei den Boxenstopps und Strategien nicht zu kompliziert werden."

"Unser System is clever"

Die in den ersten beiden Saisonrennen aufgetretenen Probleme mit dem Heckflügel bei Mercedes GP sind ausgeräumt:

"Unser System ist clever, wenn es funktioniert. In China haben wir dafür gesorgt, dass es funktioniert", so Mercedes Motosportchef Norbert Haug.

Für Nico Rosbergs ersten Formel-1-Sieg muss allerdings sein komplettes Auto funktionieren.

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