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Red-Bull-Star Sebastian Vettel holte aus den ersten vier Saisonrennen 93 Punkte © imago

Der Red-Bull-Star ist auch beim Grand Prix von Spanien der große Favorit. Sein Boss macht Vettels Teamkollegen wenig Hoffnung.

Von Olaf Mehlhose

München - Drei Siege, vier Poles und ein zweiter Platz.

Sebastian Vettel dominierte die ersten vier Rennen nahezu nach Belieben. Einzig die Strategie-Panne in Schanghai (Bericht) verhinderte, dass der Weltmeister mit blütenreiner Weste zum Spanien-GP (1. Training, Fr., ab 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) anreist.

Die WM-Wertung führt der Red-Bull-Pilot (93 Punkte) mit deutlichem Vorsprung vor Lewis Hamilton (59) und Teamkollege Mark Webber (55) an.

Der Konkurrenz stellt sich nun die bange Frage: Gehen die Vettel-Festspiele auch in Barcelona weiter? (DATENCENTER: WM-Stand)

Vettel hält den Ball flach

Der Champion lässt sich wie gewohnt nicht aus der Reserve locken.

"Eine Garantie gibt es nicht, dass es so weiter geht, es wird also sehr hart. Alle Teams bringen neue Updates, manchmal geht das gut, manchmal nicht", gab sich der 23-Jährige gegenüber dem "Motorsport-Magazin" zurückhaltend.

Welche Updates Red Bull für das Rennen auf dem Circuit de Catalunya eingeplant hat, wollte er aber noch nicht verraten. "Lassen wir uns überraschen", sagte Vettel: "Es wird sicherlich eng, aber wir geben alles und wollen das Beste herausholen."

Für die Konkurrenz muss das wie eine Drohung klingen.

Konkurrenz im eigenen Team

Sollte der RB7 weiterhin so einwandfrei laufen wie während der ersten Rennen, dürfte dem WM-Führenden die größte Gefahr aus dem eigenen Lager drohen.

Webber zeigte sich zuletzt stark verbessert und brennt förmlich darauf, im Zweikampf mit dem internen Rivalen ein erstes Ausrufezeichen zu setzen.

Red Bull ist gerüstet

"Die Türkei war das erste Rennen, in dem ich ein durchweg normales Auto hatte. Ich war Zweiter, also nicht so schlecht - sieben oder acht Sekunden hinter dem Sieger, also steigere ich mich", erklärte der Australier: "Ich muss um einen Platz besser sein."

Für den Barcelona-GP sieht der 34-Jährige seinen Rennstall jedenfalls bestens gerüstet.

"Ferrari und McLaren sind Top-Teams und sie werden uns Druck machen wie immer. Aber unser Team ist für den Kampf bereit. Das haben wir die letzten Jahre gemacht, und das werden wir wieder tun", kündigte Webber an.

Hamilton optimistisch

Die Konkurrenz hat unterdessen mit Problemen zu kämpfen.

Jenson Button räumte ein, dass er beim letzten Rennen auf eine Dreistopp-Strategie gesetzt wurde, weil sein Bolide die Geschwindigkeit der Spitze nicht mitgehen konnte.

"Wenn Dein Auto schnell ist, macht es die Strategie einfacher. Dennoch scheuen wir uns nie, risikoreiche Entscheidungen zu treffen", sagte der Weltmeister von 2009, der auch weiterhin an eine Chance im Titelkampf glaubt: "Wir haben daraus gelernt. Ich bin selbstbewusst, dass wir in den nächsten beiden WM-Läufen wieder unsere Position an der Spitze einnehmen werden."

Auch Lewis Hamilton hofft, dass sein Team in Spanien wieder in die Erfolgsspur zurückfindet: "Barcelona ist der traditionelle Start der Europa-Saison. Wir sind optimistisch das wir im Kampf um die Big Points wieder dabei sind."

Ferrari im Aufwind?

Vorne dabei sein will auch Ferrari.

Die Roten wittern nach Platz drei in Istanbul wieder Morgenluft: Ferrari-Star Fernando Alonso gab sich gegenüber der Sportzeitung "As" schon mal angriffslustig.

"Wir dürfen uns nicht mit dem dritten Platz zufrieden geben. Wir müssen unsere gesamte Kraft dafür aufwenden, in Barcelona einen weiteren Schritt nach vorne zu machen, auch in der Qualifikation", forderte der Vize-Weltmeister.

Aber ob es schon ausreicht, um den Red Bulls Paroli zu bieten?

Marko: Webber zu langsam

Helmut Marko zumindest macht der Konkurrenz - inklusive Webber - auch für den Spanien-GP wenig Hoffnung.

"Fakt ist, dass Mark im Prinzip seit Silverstone 2010 drei Zehntelsekunden langsamer als Sebastian ist", wird der Motorsport-Chef der "Bullen" von der "Sport Bild" zitiert: "Zu langsam, um aus eigener Kraft gewinnen zu können. Wenn er aber wie in der Türkei auf hohem Niveau fährt, nimmt er den anderen wichtige Punkte weg."

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