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Adrian Sutil feierte am 21. Oktober 2007 in Australien sein Debüt in der Formel 1 © getty

Nach der vermeintlichen Anzeige wegen Körperverletzung gibt sich Adrian Sutils Lager zuversichtlich. Sein Team schaltet sich ein.

Von Daniel Rathjen und Julian Meißner

München - Die Vorwürfe sind schwer. Doch Force-India-Pilot Adrian Sutil will sie nicht auf sich sitzen lassen.

Eric Lux, einer der Geschäftsführer des Teams Lotus Renault, zeigte den 28-Jährigen nach einem Zwischenfall in einer Diskothek in Schanghai jetzt nach eigener Aussage tatsächlich wegen "eines tätlichen Angriffs und schwerer Körperverletzung" an (News: Sutil bedauert Disko-Zwischenfall).

Zudem seien rechtliche Schritte gegen weitere in den Zwischenfall verwickelte Personen möglich, hieß es. Gerüchten zufolge soll es sich dabei auch um weitere Formel-1-Piloten handeln.

Doch was war überhaupt passiert? Am 17. April soll Sutil in der Nacht nach dem China-Grand-Prix den Renault-Mann zu später Stunde mit einem Glas am Hals verletzt haben.

Beide waren dem Vernehmen nach im Nobel-Klub "M1NT", wo Sutil mit seinem befreundeten Formel-1-Kollegen Lewis Hamilton (McLaren) dessen Sieg feierte, aneinander geraten.

"Gewalt ist ihm fremd"

Gemunkelt wird, dass es zu einer Provokation gekommen sein soll. Dass Lux, der der Renault-Eigentümerfirma Genii Capital vorsitzt, anschließend blutete und im Krankenhaus behandelt werden musste, dürfte jedoch Folge eines Missgeschickes gewesen. Als aggressiv gilt Sutil eigentlich nur auf dem Asphalt.

Manager Manfred Zimmermann nahm seinen Fahrer in Schutz: "Adrian hat in den letzten Wochen mehrfach versucht, Kontakt zu Herrn Lux aufzunehmen - leider erfolglos. Wenn es zu einer Anklage kommen sollte, werden wir uns entsprechend zur Wehr setzen."

Er fügt an: "Jeder, der Adrian kennt, weiß, dass er niemanden absichtlich oder mit Vorsatz verletzen oder angreifen würde und ihm jede Form von Gewalt fremd ist."

Zuversicht vor möglichem Verfahren

Vor einer möglichen gerichtlichen Konfrontation gibt sich Sutils Lager zuversichtlich.

"Da es sich bei dem Vorfall in Schanghai um einen sehr unglücklichen Unfall handelte und Adrian Sutil vollkommen unabsichtlich Herrn Lux eine Verletzung zugefügt hat, sind wir davon überzeugt, dass es auch zu einem entsprechenden Urteil kommt, sollte es überhaupt zu einem Gerichtsverfahren kommen", ließ Zimmermann mitteilen.

Sutil entschuldigt sich

Der Pilot selbst hält sich zurück, zumal ihm eine Strafanzeige durch Lux angeblich noch gar nicht vorliegt. "Die Information, dass Herr Eric Lux eine Anzeige gegen meinen Klienten Adrian Sutil erstatten will, haben wir der Presse entnommen", so Zimmermann.

Vor einigen Tagen hatte Sutil eine Stellungnahme veröffentlicht, in der es hieß: "Bei dieser Veranstaltung, die ich als Privatperson besucht habe, kam es zu einer sehr unglücklichen Aktion von mir, bei der ich eine andere Person vollkommen unabsichtlich verletzt habe. Ich bedauere den Vorfall sehr und habe mich entsprechend entschuldigt."

Da es sich um einen privaten Vorfall handele, der nicht im direkten Zusammenhang mit der Formel 1 stehe, wolle er sich zur Sache nicht weiter äußern. Gerüchte, wonach es eine Schlägerei gegeben haben soll, wies Sutil ebenfalls zurück.

Force India reagiert

Am Dienstagabend reagierte auch das Force-India-Team mit einer Pressemitteilung. Darin hieß es, man habe die Stellungnahmen beider Parteien zur Kenntnis genommen.

Und weiter: "Obwohl das Team die Situation weiter beobachten wird, steht es vollkommen hinter seinen Fahrern für den Spanien-Grand-Prix an diesem Wochenende."

Es waren bereits Gerüchte aufgekommen, Sutil könne kurzfristig durch Force-India-Ersatzpilot Nico Hülkenberg ersetzt werden.

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